Weltcup-Finale Springen Las Vegas 2015: Steve Guerdat gewinnt erstmals

Daniel Deußer und Hans-Dieter Dreher beendeten Las Vegas mit Rang 14 und 18

Las Vegas (fn-press). Auch am letzten Tag des Weltcup-Finales waren die beiden deutschen Reiter, die noch im Wettbewerb geblieben waren, der ausländischen Konkurrenz unterlegen. Titelverteidiger Daniel Deußer und Cornet d’Amour belegten Platz 14, Hans-Dieter Dreher und Cool and Easy rangierten schließlich an 18. Position.

„Ich bin froh, wenn ich wieder zu Hause bin. Es lief hier einfach nicht.“ Bundestrainer Otto Becker musste auch in der dritten Wertungsprüfung des Weltcup-Finales die Fehler seiner beiden Reiter Daniel Deußer und Hans-Dieter Dreher zählen. Sowohl Westfale Cornet d’Amour als auch Holsteiner Cool and Easy kassierten im ersten Umlauf des Parcours zwei Abwürfe, in der zweiten Runde der 20 besten Paare summierten sich bei beiden Reitern noch einmal fünf Fehlerpunkte hinzu. „Daniels Pferd ist nicht in der Form des Vorjahres und der letzten Monate. Die Souveränität fehlt einfach. Es waren zwar nur Flüchtigkeitsfehler, aber an den Titelverteidiger stellt man andere Ansprüche“, sagte Becker. Hans-Dieter Drehers Holsteiner Cool and Easy bescheinigte der Bundestrainer zwar, dass „er gut gesprungen ist, aber es waren einfach zu viele Fehler“. So schloss Daniel Deußer das Weltcup-Finale mit Platz 14 ab (26 Fehlerpunkte), Hans-Dieter Dreher mit Platz 18 (29).

Hatten die deutschen Reiter im vergangenen Jahr mit Sieger Daniel Deußer, dem zweitplatzierten Ludger Beerbaum und dem viertplatzierten Marcus Ehning in Lyon noch in einer anderen Liga gespielt, stand das Weltcup-Finale 2015 unter keinem guten Stern. Gleich zu Beginn musste das Team zwei Ausfälle beklagen. Marcos Kutschers Cornet’s Cristallo wurde vor der ersten Prüfung mit einer Kolik in die Klinik gebracht. Glücklicherweise war keine Operation nötig, der Wallach konnte schon am nächsten Tag wieder leicht bewegt werden. Marcus Ehning gab mit dem Hengst Singular LS La Silla im Zeitspringen auf. Dafür nutzt er die Chance, das neunjährige, in Mexiko gezogene Pferd im Großen Preis einzusetzen. Hier begeisterte das Paar mit einer Bilderbuchrunde. Ein Zeitfehler verhinderte allerdings den Einzug ins Stechen – Platz 4. Ehning war dennoch zufrieden: „Es ist noch ein langer Weg, aber der Hengst hat sein Potenzial gezeigt. Ich bin hier mit ihm wieder etwas vorangekommen.“

Ehning war auch als Trainer beschäftigt und half dem 24-jährigen Schweden Douglas Lindlöw und seinem Schüler Bertram Allen. Der 19-jährige Ire, der mit Molly Malone die erste Qualifikation gewonnen hatte, rangierte schlussendlich mit neun Strafpunkten an dritter Stelle. Neun Punkte hatte auch Penelope Leprevost mit Vagabod de la Pomme auf dem Konto, aber da Frankreichs erfolgreichste Amazone im zweiten Umlauf die schnellere Zeit vorgelegt hatte, platzierte sie sich auf Rang zwei. Die von vielen Beobachtern favorisierte US-Amerikanerin Beezie Madden beendete das Weltcup-Finale als Viertbeste (10 Strafpunkte).

Souveräner neuer Champion ist der Schweizer Steve Guerdat. Der Olympiasieger von London 2012 präsentierte die französische Stute Albführen’s Paille in bestechender Form: fehlerfrei im Zeitspringen, Sieger in der zweiten Wertungsprüfung und wiederum ohne Fehler im ersten Umlauf des Finales. Er konnte sich in der zweiten Runde sogar zwei Abwürfe leisten – was er auch tat. Mit acht Fehlerpunkten gewann der 33-Jährige erstmals das Weltcup-Finale und das Preisgeld von 172.500 Euro für den Gesamtsieg und dazu noch rund 60.000 für die Platzierungen in den drei Wertungsprüfungen.