US$ 1 Million Grand Prix Florida am 23. März 2015: André Thieme einer der Favoriten

Ocala/Florida - Seit Freitag steht fest, wer zum Great American 1 Million Grand Prix nach Ocala darf. Die Starterliste ist veröffentlicht und enthält so ziemlich alles, was in Sachen Springen auf dem amerikanischen Kontinent einen Namen hat - und noch ein wenig darüber hinaus. Am Montag geht es um 18.00 Uhr Ortszeit in Florida los. Das ist nach deutschen Maßstäben genau Mitternacht. Zur Geisterstunde wird die Show allerdings nicht werden. Dafür sorgen die Profis und teilweise Semi-Profis im Startfeld. Den Live Stream kann man sich im USEF Network anschauen. Es ist, wie die Veranstalter sagen, das zweite Juwel in der „Triple-Crown of Show Jumping“. Den dritten Stein kann man sich dann im September in New York verdienen. Aber bis dahin ist ja noch ein wenig Zeit.

Wer nun gehört zum Favoritenfeld? Es ist an Grand Prix-Helden, olympischen Goldmedaillengewinnern und Weltcup-Champions jede Menge am Start:

Kevin Babington

Der Ire bringt internationales Flair in das Starterfeld. Aber Babington ist nicht nur Reiter, sondern hat auch einen großen Hang zur Pferdezucht und zum Pferdehandel. Das sind seine gleichberechtigten Leidenschaften. Nach seinem Sieg im FEI Nations Cup vor einiger Zeit ist Babington hungrig auf den nächsten Sieg.

Beezie Madden

Die erfolgreichste US-amerikanische Springreiterin der letzten dreißg Jahre mit doppelt Team-Gold bei Olympia sowie Einzel-Bronze. 2006 gab es Team-Gold Einzel-Silber bei der WM und außerdem 2014 Bronze mit der Mannschaft und im Einzel. 2013 war es der Rolex/FEI World Cup Champion. In Kalifornien wurde sie im letzten Jahr Vierte im 1 Million Grand Prix. Beezie Madden muss man als Reiter immer im Auge haben. Man hört manchmal einige Zeit nichts von ihr und dann ist sie plötzlich wieder da. So könnte es auch in Ocala passieren.

Eduardo Menezes
Der Frisch auf der Vier platzierte Reiter im 1 Million Grand Prix von Kalifornien wird immer stärker. Die brasilianische Hoffnung im Springsport ist nun in Carlsbad/Kalifornien zuhause. Er war beteiligt am Sieg des brasilianischen Teams 2013 beim Nations Cup in Italien und beim Erreichen der Silbermedaille beim Nations Cup Finale in Barcelona. Menezes besitzt mittlerweile reichlich Erfahrungen, was US-amerikanische Springplätze angeht.

Meredith Michaels- Beerbaum

Everybodys Darling mit dem charmanten Lächeln hat ein zweigeteiltes Herz, das zu einer Hälfte für die Staaten schlägt. Das ist kein Wunder, gewann sie doch bereits selbst einen 1 Million Grand Prix in Kalifornien mit Bella Donna. MBB ist seit einigen Jahren glückliche Mutter. Vorher beeindruckte sie die Fachwelt, weil sie in der Weltrangliste über elf Monate auf Platz eins zu finden war. Olympia ist nicht so ihre Stärke. Aber diverse Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften sprechen eine deutliche Sprache. Dazu kommt, dass Meredith als einzige Frau bisher dreimal mit Shutterfly ein Weltcup-Finale gewinnen konnte. Vor ihr muss man sich in acht nehmen.

Ian Millar

Seine Fans nennen ihn “Captain Canada”. Er ist einer der Aushängeschilder des kanadischen Reitsports. In seinem Heimatland hat er alleine acht Mal die Meisterschaft gewonnen. Er hält den Weltrekord in Sachen Olympia-Teilnahme: In zehn Spielen durfte er bereits für sein Land kämpfen. Ian Millar fühlt sich am wohlsten in Nordamerika und holte dort auch seine größten Erfolge. Er ist ein ohne Frage ein Favorit auf den Titel oder zumindest ein unbequemer Gegner.

André Thieme

Deutschlands Überflieger aus dem Osten ist der aktuelle Titelverteidiger. Er ist einer von nur zwei Reitern, die den Monster-Jackpot bereits zwei Mal abgeräumt haben. Den anderen Sieg fuhr Thieme in Saugerties ein und eroberte damals die Herzen der Amerikaner im Sturm. Heute ist es die 10jährige Stute Contanga, mit der er den Rest der Konkurrenz oft zur Verzweiflung bringt. André Thieme ist nur selten auf den offiziellen FEI-Turnieren für sein Land unterwegs. Er scheut auch die großen Serien und widmete sich in der Vergangenheit eher den Highlights in den USA oder auch dem Derby in Hamburg. In den Staaten ist er der Million-Dollar-Man und als solcher ein gefährlicher Gegner für den Rest des Feldes.

McLain Ward

Der vielleicht heißeste Kandidat auf den Sieg mit einem US-Pass ist McLain Ward aus Brewster/New York. Ward kann auf Erfahrung in mehr als zehn Finals im Weltcup verweisen. Hinzu kommen viele Teilnahmen an Nations Cups. Team-Gold gab es für ihn bei Olympia sowie Team-Bronze bei der WM in Frankreich. Er ist der andere Reiter neben Thieme, der bereits zwei 1 Million Grand Prix für sich entscheiden konnte. Zweiter wurde er in Kalifornien. McLain Ward ist auf jedem Reitplatz zuhause und dürfte sich am Montag ganz vorne einreihen.

Tickets gibt es für Kurzentschlossenen noch immer für zehn US$. Das VIP-Ticket ist mit 100US$ auch nicht gerade teuer. Kommen für Deutsche noch ein paar Euro an Flugkosten dazu...

© ESI Photography: Andre Thieme und Contanga 3 auf dem Weg zum Sieg 2014 beim Great American 1 Million Grand Prix in Ocala/Florida