Hannoveraner Verband: Erste Delegiertenversammlung nach der Fusion in Verden

Verden. Am 15. April lud der Hannoveraner Verband zur Delegiertenversammlung in das Forum der Niedersachsenhalle nach Verden. Erstmals nach der Fusion der Abteilung A des Rheinischen Pferdestammbuchs mit dem Hannoveraner Verband waren auch 13 Delegierte aus dem Rheinland angereist. Durch die Gründung des neuen Bezirksverbandes NRW ist Theodor Leuchten geborenes Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes. Außerdem wurde Bernhard Ueffing in den Vorstand gewählt.

Themen, die die Züchter, Mitglieder und Delegierten in der nächsten Zeit berühren werden, stellte Zuchtleiter und Geschäftsführer Dr. Werner Schade in seinem Jahresbericht vor und fand gleich zu Beginn deutliche Worte: "Die Sportpferdezucht ist in den vergangenen Jahren ganz schön durchgeschüttelt worden und wie es so ist: Nach dem Sturm sieht nicht mehr alles so aus, wie vorher." Die Pferdezucht habe in den vergangenen Jahren die härtesten Rückgänge in der Geschichte zu verzeichnen gehabt. Eine Rückkehr zu alten Zuständen werde es nicht mehr geben. Umso wichtiger sei eine ausgewogene Verbandsführung. Dr. Werner Schade fasste zusammen: "Diese ausgewogene Verbandsführung muss die Balance aus Zucht, Strukturen und Finanzen finden. Wird einer dieser Bereiche vernachlässigt oder übergewichtet, entstehen Schieflangen."

Im Bereich Zucht werden die lineare Beschreibung, das HLP-Konzept 2016 und die Gesundheitsdatenbank die bestimmenden Themen in diesem Jahr sein. Die Neuerungen durch die Fusion mit dem Rheinland zählten unter anderem zum Bereich Strukturen. Außerdem präsentierte Dr. Werner Schade die aktuelle Situation im Auktionsgeschäft. "Es ist Philosophie des Hannoveraner Verbandes, die Züchter zu unterstützen und so viele Pferde wie möglich abzusetzen." Im Vergleich zu den anderen norddeutschen Verbänden werden in Verden 60 Prozent der insgesamt auf Auktionen verkauften Reitpferde vermarktet. Die Umstellung des Auktionskonzepts und die Intensivierung der Arbeit mit Kooperationspartnern im Ausland seien wichtige Schritte, die den veränderten Entwicklungen im Vermarktungssektor Rechnung tragen. "Es ist unsere Aufgabe in Verden, die Balance für die drei Bereiche Zucht, Struktur und Finanzen zu halten. Aber das können wir nicht ohne die Basis."

Gerhard Wiechers, Leiter der Finanzen, stellte die Gewinn- und Verlustrechnung 2014 vor: "Die Beiträge und die Gebühreneinnahmen sind rückläufig, aber im Planungsrahmen. Die Erträge aus Absatz und Ausbildung sind im Vergleich zum Vorjahr gefallen. Da wir aber die Entwicklungen frühzeitig erkannt haben, haben wir mit einer Kostenreduzierung gegengesteuert, so dass das Geschäftsergebnis 2014 des Hannoveraner Verbandes mit einem leichten Gewinn abgeschlossen wurde."

Einstimmig wurde Bernhard Ueffing von den 123 Delegierten in den Hannoveraner Vorstand gewählt. Bernhard Ueffing betreibt mit seiner Familie das Gestüt Babiacki in Rees-Haldern und war kurz zuvor in der Versammlung mit der Ehrenurkunde der Deutschen Reiterlichen Vereinigung für den von ihm gezogenen Prämienhengst v. Diamond Hit ausgezeichnet.

Foto: Hannoveraner Verband