Ergebnisse Weltcup-Finale Springen Las Vegas 2015: Deutschland abgeschlagen

Daniel Deußer nach zweiter Wertung auf Rang 13, Hans-Dieter Dreher auf Rang 17

Las Vegas (fn-press). Er hatte sich viel vorgenommen: Nach dem Zeitspringen auf Platz zehn, wollte sich Daniel Deußer in der zweiten Wertungsprüfung des Weltcup-Finales in Las Vegas weiter nach oben arbeiten. Doch die Aufholjagd blieb aus. Sein Pferd Cornet d’Amour leistete sich zwei Fehler. Nach zwei Wertungen startet der 33-jährige Vorjahressieger nun von Position 13 aus in die Entscheidung am Sonntag.

Die Enttäuschung sitzt tief. Ein paar Stunden vor der zweiten Wertungsprüfung, einem Springen mit Stechen, hatte Daniel Deußer noch zuversichtlich erklärt: „Wenn ich heute besser reite als gestern im Zeitspringen, dann sollte es wohl mit einerguten Runde klappen.“ Der Plan ging nicht auf, der Titelverteidiger und sein zwölfjähriger Wallach Cornet d’Amour kassierten zwei Abwürfe – Platz 21 in der Prüfung und Rang 13 nach zwei Wertungen. Ob Deußer aus dieser Position noch Chancen auf einen der vorderen Plätze hat, ist eher unwahrscheinlich. Auch Hans-Dieter Dreher schaffte es nicht,  „Boden gutzumachen“. Der elfjährige Holsteiner Cool and Easy sprang zwar überragend, aber sein Konto wurde mit einem Fehler in der Dreifachen Kombination und einem Zeitfehler belastet. Seine Startposition für Sonntag: Rang 17. „Das ist schade, aber ich kann weder dem Pferd noch mir einen Vorwurf machen. So gesehen bin ich mit der Leistung zufrieden“, meinte der 43-Jährige aus dem südbadischen Eimeldingen.“

Herbe Kritik musste Parcourschef Anthony D’Ambrosio einstecken. Die Dreifache Kombination erwies sich als Fehlerquelle Nummer eins. 26 Pferde kamen mit diesem Hindernis nicht klar, traten die Stangen herunter oder verweigerten. Auch Bundestrainer Otto Becker beklagte: „Die Dreifache war zu schwierig anzureiten.“ Insgesamt zieht Becker ein nüchternes Fazit: „Man kann hier nichts schönreden. Wir hatten schon am ersten Tag einen Ausfall im Team von 50 Prozent. Es läuft eben in diesem Jahr nicht.“ (Marco Kutschers Pferd Cornet’s Cristallo musste mit Kolik in eine Klinik, Marcus Ehning gab mit Singular im Zeitspringen auf.)

Sechs der 35 Paare erreichten in der zweiten Wertung das Stechen. Die beste Zeit von 32,87 Sekunden schaffte der Schweizer Steve Guerdat mit der französischen Stute Albführen’s Paille, die der Olympiasieger von London erst seit zehn Monate unter dem Sattel hat. Beezie Madden, die erfolgreichste Amazone der USA und für viele Beobachter Topfavoritin auf den Gesamtsieg, ritt den niederländischen Wallach Simon in 33,31 Sekunden auf Platz zwei. Nach einem nicht ganz so glücklichen Zeitspringen konnte sie in der zweiten Wertung aufholen und belegt nun mit sechs Strafpunkten Rang fünf. Die Führung (null Punkte) teilen sich Steve Guerdat und der US-Amerikaner Richard Fellers. Der Weltcupsieger von 2012 sitzt übrigens immer noch im Sattel des inzwischen 19-jährigen irischen Wallachs Flexible. Der Fuchs demonstrierte auch im Stechen, dass er noch keineswegs zum alten Eisen gehört. Der Sieger des Zeitspringens, Bertram Allen aus Irland, blieb in der zweiten Wertung nicht fehlerfrei und belegt mit einem Strafpunkt Rang 3. Das Finale am Sonntag (12 Uhr Ortszeit, 21 Uhr in Deutschland) verspricht jedenfalls Hochspannung, leider nicht aus deutscher Sicht.

Foto von FEI/Dirk Caremans: Steve Guerdat