Dirk Hambloch: Manuelle Therapie bei Pferden

Die Manuelle Theraphie bei Pferden ist ein hervorragender, nicht invasiver Weg, um Lahmheiten und Bewegungsstoerungen des Pferdes zu behandeln und um das allgemeine Wohlbefinden des Pferdes zu steigern. Alternative Behandlungsmethoden erfreuten sich in der juengeren Vergangenheit wachsender Beliebtheit wenn die konventionellen Behandlungsansaetze nicht den gewuenschten Erfolg versprechen.

Die urspruengliche Vorgehensweise bei einem vorliegenden gesundheitlichen Problem war, in der Regel zuerst den Tierarzt zu rufen und dann gegebenenfalls einen Chiropraktiker/Osteopathen zu Rate zu ziehen. Dieses Vorgehen hat sich insofern veraendert, dass viele Pferdebesitzer heutzutage auf jeden Fall auch die Meinung eines Therapeuten hinzuziehen moechten, um in der Lage zu sein, von Beginn an den vielversprechendsten Behandlungssansatz zu waehlen. Eine dieser Behandlungsformen ist die Manuelle Theraphie bei der die schonende Behandlung von Gelenks- und Gewebestrukturen im Vordergrund steht.

Im Laufe der Zeit habe ich viele Pferde erlebt, die von ihren Besitzern als ungehorsam, stur oder sogar als “nicht ganz ungefaehrlich” beschrieben wurden, als sie zum Training zu mir gebracht wurden. In nahezu allen Faellen waren diese Beschreibungen der Pferde – verstanden als deren Charaktereigenschaften - voellig unzutreffend. Wenn ein Pferd die oben erwaehnten Verhaltensweisen zeigt, dann zeigt es uns nur die Loesung, die es fuer sein Problem finden konnte. Das Problem des Pferdes ist naemlich: Es hat Schmerzen!

Die Widersetzlichkeit oder wie auch immer gelagerte Untugend ist nur die Loesung, die das Tier gefunden hat, um sich dem Schmerz zu entziehen! Und je mehr der Reiter versucht, dem Pferd Bewegungen abzuverlangen, die es aufgrund von Schmerzen und Steifheit nicht (mehr) ausfuehren kann, umso mehr wird das Pferd sich dem widersetzen.

Ein Weg, um die oben beschriebenen Probleme aufzuloesen, ist die Osteopathie. Osteopathie unterscheidet sich von der Chiropraktik dadurch, dass sie alle in Frage kommenden Gelenke und Strukturen untersucht – also auch Dinge wie Schultern, Beine, Zwerchfell und Brustbein - und sich nicht schwerpunktmaessig nur auf die Wirbelsaeule beschraenkt. Die Osteopathie – urspruenglich um 1800 herum fuer den Menschen entwickelt – ist ein holistischer Ansatz mit dem Ziel, die Selbstheilungskraefte des Koerpers zu reaktivieren. Wenn ein Gelenk nicht so funktionieren kann wie es soll, dann verursacht diese Fehlfunktion Schmerzen und Steifigkeit, in schlimmen Faellen sogar Lahmheit.

Liegt z. B. eine Fehlfunktion in einem Wirbelgelenk vor, dann wird dadurch das den Wirbel umgebende Gewebe verspannt und dieses wiederum kann dazu fuehren, dass ein bestimmter Nerv der aus der Wirbelsaeure heraustritt, nicht mehr in der vorhergesehenen Weise funktionieren, also Signale senden kann. Dadurch werden Muskeln in ihrer Funktionsfaehigkeit beeintraechtigt, was wiederum zu schneller Ermuedung, Schmerzhaftigkeit und Steifheit fuehren kann. In schlimmen Faellen kann es sogar dazu fuehren, dass bestimmte Organe nicht mehr korrekt funktionieren.

Diese Probleme verursachen beim Pferd eine bestimmte Verhaltensweise, um sich selbst vor weiterem Schaden zu schuetzen. Dazu zaehlen “Faulheit”, Steifigkeit (besonders zu einer Seite), Steigen, Bocken und Wegrennen, um nur einige Beispiele zu nennen. Diese “Schutzmassnahmen” des Pferdes werden leider allzu oft als Charaktereigenschaften interpretiert, womit dem Pferd grosses Unrecht getan wird.

Der Osteopath versucht, die fehlerhaft arbeitenden Strukturen so zu korrigieren, dass die normale Funktionsfaehigkeit wieder moeglich ist oder, in schwierigen Faellen, dass die Bewegungsmoeglichkeit wieder mehr der Normalitaet angeglichen werden kann, sodass in einer Folge  mehrerer Behandlungen letztendlich eine komplette Heilung und Wiederherstellung erzielt werden kann.

Eine typische Behandlung laeuft dabei so ab, dass ich mir zuerst einmal ein Bild vom Bewegungsablauf des Pferdes mache. Dazu schaue ich mir das Pferd im Schritt an und in manchen Faellen auch an der Longe in Schritt und Trab (natuerlich keinerlei Ausbinder). Das gibt mir meistens schon einen klaren Hinweis, wo das Hauptproblem zu suchen ist, was ich dann anschliessend in einer manuellen Untersuchung verifiziere. In der darauffolgenden Behandlung stelle ich schrittweise die Funktionsfaehigkeit der Gelenke und der damit in Zusammenhang stehenden Gewebestrukturen wieder her. Dazu benutze ich verschiedenen Techniken, die von einer Gewebetechnik ueber Stretching bis hin zu einer direkten Manipulation sehr unterschiedlich sind. Welche Art der Behandlungstechnik benutzt wird, haengt von sehr vielen Faktoren ab wie zum Beispiel Vorgeschichte und Alter des Pferdes oder ob eventuell Roentgenaufnahmen vorliegen.

Nachdem ein Pferd auf diese Weise durchbehandelt worden ist, was je nach vorliegendem Problem durchaus mehrere konsekutive Behandlungen erforderlich machen kann, verlieren sich nach und nach die oben erwaehnten Unarten oder Widersetzlichkeiten und das Pferd kann in der Regel wieder normal geritten werden. Zu beachten ist hierbei, dass die Widersetzlichkeit nicht schlagartig nach der ersten Behandlung verschwindet. Dies liegt daran dass Pferde ein sehr ausgepraegtes Schmerzgedaechtnis haben, weshalb sie auch nach einer erfolgreichen Behandlung versuchen werden, Bewegungsablaeufe zu vermeiden, die vormals Schmerzen verursacht haben.

„Ueberzeugt“ man das Pferd jedoch behutsam, dann ist es sehr erfreulich zu sehen, wie sich in den ersten Tagen der Bewegungsablauf wieder normalisiert und das Pferd insgesamt einen gluecklicheren und zufriedeneren Eindruck macht. Viele Pferde die in einem unreitbaren oder lahmen Zustand zu mir kamen, konnten nach erfolgreichen Behandlungsserien wieder in eine erfolgreiche sportliche Karriere zurueckkehren. Dies zu erleben ist die eigentliche Belohnung in diesem Beruf!

Kontakt:

Dirk Hambloch

Equine Manual Therapy - Classical Dressage Training - Equine Rehabilitation

email: dirk.hambloch@gmail.com

Tel:

+49 151 10097748

+1  805 350 8494

+264 81 3553 606

www.dirkhambloch.com

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A short description of Manual Therapy for horses

Equine Manual Therapy / Osteopathy is an excellent, non-invasive way to treat lameness and uneven movement („motion“) in horses and to increase overall wellbeing by eliminating discomfort in horses. In the past, riders called on more alternative therapies only when conventional methods failed to work, or were not producing the required results. Usually the sequence in all kinds of health issues in horses was as follows: first call the veterinarian, then the Chiropractor/Osteopath/Back Man. Nowadays, horse people are much more aware of the benefits of all kinds of therapies, and the use of Manual techniques is becoming much more mainstream. One of these alternative treatments is „Manual Therapy“ which is soft and non-invasive manipulation of the structures of the joints, tissue and ligaments.

I meet a lot of horse owners who, when bringing their horses in for training, describe them as being naughty, stubborn, disobedient or even „a bit dangerous“. However, in almost all cases these descriptions of the horses‘ behavior - which are often interpreted as their innate character - are absolutely invalid.

When a horse displays the above mentioned behaviors, the more likely senario is that it is in pain, and the more he is ridden and forced to do things he cannot really do due to stiffness and pain in the body, the more resistant he then becomes to the rider. Indeed, the horse is simply showing us the solution that it found for its problems. The reluctancy or misbehavior it shows is the only solution which the animal could find to get away from his pain. The more the rider tries to „train“ the horse and asks it to do certain movements which it can’t do because of the pain it is experiencing, the more resistant and stiff the horse will become.

One way to find and resolve problems in the joints of a horse is through the use of Osteopathy. Osteopathy is slightly different to Chiropractics. A Chiropractor mainly assesses and treats the spinal column, whereas Osteopathy serves to pinpoint all the areas in the horse that are blocked and in pain, including structures like shoulders, legs, sternum and diaphragm to name just a few. Originally developed for humans in the 1800's, it is a holistic healing system based on encouraging and enabling the body's natural ability to heal itself. When a joint is slightly out of alignment and therefore not able to move freely in the way that it is designed to, it can cause pain, stiffness and even lameness.

For example if there is a dislocated vertebra somewhere in the horse’s back it causes the surrounding tissue to become tense and this can cause a nerve exiting the spine in this area to be pinched. In other words the nerve cannot function properly and is not able to fire proper signals. This means that the adjacent muscles cannot function properly, leading to fast tiredness, soreness and extreme stiffness. It can even go so far as to affect the correct functioning of the organs.

These problems trigger a certain behavior of the horse to protect itself from further pain, damage and injury. This behavior can include laziness, stiffness (especially exclusively on one side), rearing, bucking and bolting. Unfortunately, this „protective behavior“ is usually interpreted as a bad character which is very unfair towards the horse.

The Osteopath works to correct the faulty structures and joints so that they can function normally again. In difficult cases he tries to increase the joint‘s ability to work in its it intended way through a series of several treatments to eventually get it to a full healing state of recovery.

A typical treatment starts with getting a first impression about how the horse moves and where it puts its feet. To do this I look at the horse in the walk and in some cases I’ll have it lunged in walk and trot (without sidereins). Usually this gives me a clear indication as to where the main problem is located in the horse’s body, which I then verify in a manual palpation/examination. In the ensuing treatment I adjust the joints and the connective tissue structures so that they regain their full functionality. To achieve this, I use several different methods, from tissue techniques and stretching to direct manipulation. Which particular kind of technique I use depends on a lot of factors, for example whether there have been any previous injuries, the age of the horse, and whether the owner has radiographs from affected areas.

After working through the entire body of the horse which includes checking for hidden and not so obvious problems that might interrelate with the main problems, over time and in some cases immediately, the unwanted protective behaviour of the horse slowly diminishes and it can be ridden normally again. Nevertheless, in difficult cases it will take several consecutive treatments to get the horse back on track. A very important fact is that the so called „bad behaviour“ of the horse doesn’t always disappear immediately after a treatment. The reason for this lies in the fact that horses have a very good pain memory. So even after a succesful treatment they will try to avoid a movement that previously caused them to experience pain. But if you carefully introduce the horse to its newly gained freedom in movement, it is very pleasant to observe the horse’s improvement towards a more natural and balanced movement, in connection with a much happier overall appearance.

A lot of horses that came to me in a lame or unridable state could be transformed into successful competition horses just through regular treatments and proper management. It is extremely satisfying work, since you can see the changes as they happen.

 

© Dirk J Hambloch 2016

Fotos: privat