Zukunftspreis des Berliner Sports 2014: Dritter Platz für den KJRFV Zehlendorf e.V.

 

Erste Auszeichnung für das große Inklusionsprojekt „WegbeREITER“

Berlin-Zehlendorf, 20.01.2015 - Über 1.500 Euro Preisgeld und Sachmittel im gleichen Wert kann sich der KJRFV Zehlendorf e.V. freuen. Beim durch den Landessportbund Berlin (LSB) ausgelobten Vereinswettbewerb "Zukunftspreis des Berliner Sports" ehrte die Jury Berlins älteste Kinderreitschule am 13. Januar 2015 erneut für ihre Inklusionsarbeit. Mit dem dritten Platz in dem alljährlich ausgelobten Wettbewerb unter den 2.000 Berliner Sportvereinen erhielt ihr großes Inklusionsprojekt, der „WegbeREITER“, seine erste Auszeichnung, und zwar in der Wettbewerbskategorie „Integration/Inklusion“ für seine „Strategien zur Inklusion“. Insgesamt wurden mit Hilfe der Berliner Stadtreinigung (BSR), der LOTTO-Stiftung Berlin und den Firmen REMONDIS und Erhard Sportprojekte 20.000 Euro Preisgeld in bar sowie Einkaufsgutscheine für Sportgeräte bei Erhard Sport im Gesamtwert von 20.000 Euro an die Gewinnervereine vergeben.

Inklusive Arbeits- und Ausbildungsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung

Das Projekt „WegbeREITER“ wurde 2012 zusammen der Lwerk Berlin Brandenburg gGmbH (vormals Lankwitzer Werkstätten) ins Leben gerufen und nimmt seit 2014 entscheidend Fahrt auf. Den Impuls zum WegbeREITER, der Arbeits- und Ausbildungsplätze für bis zu 24 Menschen mit Beeinträchtigungen beim KJRFV schaffen soll, setzte ein junger Mann mit Autismus, der bereits seit sechs Jahren als Tierpflegehelfer beim KJRFV arbeitet. Er ist einer der drei fest angestellten Mitarbeiter des Vereins. „Er ist so zuverlässig und verantwortungsbewusst und verfügt über eine so besondere Beobachtungsgabe im Umgang mit den Tieren, dass der Verein mehr Chancen für Menschen mit Beeinträchtigung bieten möchte“, so Glinda Spreen, erste Vorsitzende des KJRFV. „Wir haben unter unseren rund hundert Pferden etliche Ausbruchskünstler, so dass wir unsere Tore auch mit Ketten sichern müssen. Während ich selbst das schon öfters vergessen habe, und die Ponys dann spazieren gingen, ist dies Thomas, unserem Tierpflegehelfer, noch kein einziges Mal passiert. Wer hat hier die Beeinträchtigung?“, fragte Glinda Spreen während der Preisverleihung das sichtlich beeindruckte Publikum. Während es im Umland von Berlin schon einige Höfe gibt, die Menschen mit Beeinträchtigung beschäftigen, fehlen solche Angebote in Berlin. „Unser Ziel ist nicht nur, Menschen mit Handicaps in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen, sondern auch ein wirklich inklusives Zusammenagieren mit den über vierhundert Kindern und Jugendlichen des Vereins zu ermöglichen“.

Barrierefreie Gestaltung des Vereinsgeländes

Voraussetzung für die Realisierung des Projekts ist ein Neubau mit Sozialräumen und überdachtem Reitplatz. Ende 2014 hat das zuständige Stadtplanungsamt hierfür die Genehmigung erteilt. Nun geht es an die Detailplanung des Bauvorhabens, das Maßstäbe in puncto Barrierefreiheit, artgerechter Pferdehaltung und Ökologie setzen soll. „In der Zwischenzeit werden wir ein kleineres Nebengelände barrierefrei gestalten, auf dem unsere Kleinpferde stehen und das auch von unseren inklusiven Schul-Kooperationen stark genutzt wird“, so Glinda Spreen. Der seit über 25 Jahren bestehende gemeinnützige Verein ist hierfür auf Geld- bzw. Sachspenden sowie Fördermittel angewiesen. Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft, BIC BFSWDE33BER, IBAN DE 07100205000003111501 oder www.betterplace.org/p71.

Foto: Hansjürgen Wille