Züchterprämien 2010: Auszeichnung für Züchter erfolgreicher Pferde


 

Züchterprämien 2010:

 

 

Auszeichnung für Züchter erfolgreicher Pferde

Warendorf (fn-press). Züchter von im Turniersport besonders erfolgreichen deutschen Pferden konnten sich in den vergangen Tagen über einen Scheck freuen. Als Anerkennung und Dank für die Züchter schreiben die deutschen Turnierveranstalter für jeden ausgeschriebenen Gesamtgeldpreis zusätzlich eine Züchterprämie aus. Die im Turnierjahr 2010 angefallene Züchterprämie beläuft sich auf 1.004.862 Euro und wird auf der Grundlage der jährlichen Ranglisten sowie eines festgesetzten prozentualen Verteilungsschlüssels an erfolgreiche Züchter verteilt.

Ein Anteil des Gesamtaufkommens geht an Züchter deutscher Reitpferde, die bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften Einzel- oder Mannschaftsmedaillen für das deutsche Team errungen haben. Sportlicher Höhepunkt waren im vergangenen Jahr die Weltreiterspiele in Kentucky. Das deutsche Springreiter-Team holte die Goldmedaille und es wurden insgesamt 3.000 Euro an Züchter der deutschen Pferde Corradina, Checkmate und Cellagon Lambrasco verteilt. Die Züchter der deutschen Dressurpferde Warum nicht FRH, Sterntaler und Dablino, die in Kentucky die Bronze-Medaille gewannen, bekamen insgesamt 1.500 Euro. Der Weltmeister in der Vielseitigkeit, La Biostetique Sam FBW, brachte seinem Züchter 1.000 Euro. Die Fahrer gewannen in der Mannschaftswertung die Bronze-Medaille und somit erhielten die Züchter der deutschen Fahrpferde Donazetti, Ducali, Piccolino, Jasper und Sarasko insgesamt 2.000 Euro. Darüber hinaus haben deutsche Pferde mit der deutschen Mannschaft die Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften der Einspänner in Pratoni del Vivaro (ITA) gewonnen. Die Holsteiner Stute Sunrise hat die Goldmedaille sowohl in der Einzel- als auch in der Mannschaftswertung gewonnen.

Do Marina und Diaz waren die anderen deutschen Pferde in der Siegermannschaft. Insgesamt sind für die Züchter dieser Fahrpferde 4.000 Euro Züchterprämie ausgezahlt worden. Ein weiterer Anteil der Prämie geht an die Züchter der deutschen Spring-, Dressur-, Vielseitigkeitspferde, die unter ausländischen Reitern international erfolgreich waren (entsprechend des FEI/WBFSH-Rankings).

 

Auch die Züchter der Bundeschampions erhalten eine Prämie. Zwölf Reitpferde und neun Reitponys wurden 2010 als Bundeschampion ausgezeichnet. Ein Züchter eines solchen Champions erhält 300 Euro, handelt es sich um ein Pony gibt es eine Prämie von 150 Euro. Den überwiegenden Teil – über 93  Prozent – der gesamten Züchterprämie bekommen die Züchter der erfolgreichsten deutschen 2.500 Spring-, 1.000 Dressur-, 100 Vielseitigkeits- und 100 Fahrpferde sowie der erfolgreichsten deutschen 200 Spring-, 100 Dressur-, 20 Vielseitigkeits- und 50 Fahrponys. Die Verteilung orientiert sich an den realen Verhältnissen im Turniersport. Als Berechnungsgrundlage dienen sämtliche Platzierungen der Pferde in den Prüfungen der Klasse A bis S bis hin zu Championaten. Analog der Vergabe der Ranglistenpunkte für die Reiter erhalten alle Pferde nach diesem System für jede Platzierung Ranglistenpunkte gemäß Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO). So entstehen jeweils Pferde-Ranglisten in den einzelnen Disziplinen Springen, Dressur, Vielseitigkeit und Fahren, die im Jahrbuch Sport und Zucht, erschienen im FNverlag, nachgeschlagen werden können. Eine Prämie bekommen in diesem Jahr alle Züchter der Springpferde, die im Turnierjahr 2010 mehr als 1.110 Ranglistenpunkte erreicht haben. Dementsprechend existiert bei den anderen Disziplinen auch eine Mindestranglistenpunktzahl zum Erhalt einer Züchterprämie: mindestens 1.250 Ranglistenpunkte bei den Dressurpferden; 507 Ranglistenpunkte bei den Vielseitigkeitspferden; 2.715 Ranglistenpunkte bei den Fahrpferden; 138 Ranglistenpunkte bei den Springponys; 357 Ranglistenpunkte bei den Dressurponys; 111 Ranglistenpunkte bei den Vielseitigkeitsponys und 3.901 Ranglistenpunkte bei den Fahrponys.

 

Erfolgreichstes deutsches Pferd in der Disziplin Springen ist die Hannoveraner Stute Gotha v. Goldfever I mit insgesamt 61.400 Ranglistenpunkten. Ihr Züchter erhält dafür 16.482  Euro Züchterprämie. Für die Zucht eines Springpferdes, das in der Rangliste auf dem 1.501 bis 2.500 Platz liegt, bekommt ein Züchter noch 110 Euro. Für die Zucht des erfolgreichsten deutschen Dressurpferdes – den Hannoveraner Wallach Warum nicht FRH v. Weltmeyer – erhält der Züchter 13.186  Euro Prämie. Der Hannoveraner Wallach Euroridings Butts Leon v. Heraldik xx bringt als erfolgreichstes deutsches Vielseitigkeitspferd seinem Züchter 3.296  Euro ein. In der Disziplin Fahren ist Holsteiner Stute Sunrise v. Lakai, die bei der WM der Einspänner Gold für die Mannschaft und im Einzel geholt hat, auch nach Ranglistenpunkten das erfolgreichste deutsche Pferd. Hierfür erhält ihr Züchter 3.296 Euro. Daisy v. Doolittle ist das erfolgreichste Springpony, ihr Züchter erhält 1.099  Euro. Wie schon im vergangenen Jahr ist My Nickelodeon von Speyksbosch Nelson wieder das erfolgreichste Dressurpony. Für die Zucht des Wallachs gibt es 879  Euro. Der Züchter von Twobits v. Tetworth Crimson erhält für die Zucht des erfolgreichsten Vielseitigkeitsponys 330 Euro und der Züchter der Stute Mastro’s Princess v. Bourbon erhält ebenfalls 330 Euro für die Zucht des erfolgreichsten Fahrponys.

 

Empfangsberechtigt sind diejenigen Züchter, die Mitglied einer der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) angeschlossen Züchtervereinigung und Eigentümer wenigstens eines eingetragenen Zuchtpferdes sind. Da die Überprüfung dieser Empfangsberechtigungen mit einem erblichen Aufwand bei den Zuchtverbänden sowie bei der FN verbunden ist, können die Züchterprämien erst im Laufe des Jahres ausgeschüttet werden. Aufgrund der Beschränkungen zur Empfangsberechtigung sowie der routinemäßigen Korrekturläufe bei der Ergebnisermittlung könnten kleine Änderungen bei den Rangierungen der Pferde im Vergleich zu den Daten des Jahrbuches Sport und Zucht auftreten.

 

Weitere Informationen zum Verteilungssystem der Züchterprämie sind unter www.pferd-aktuell (Pferdethemen A-Z, Züchterprämie) zu finden.

Dr. Teresa Dohms-Warnecke/evw