WM Distanzreiten Euston Park/GBR 2012: Alle Medaillen an die Arabischen Emirate

Euston Park/GBR (fn-press). Bei den Weltmeisterschaften im Distanzreiten in Euston Park in Großbritannien hat das Team aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zum dritten Mal in Folge den Titel gewonnen und sich die Goldmedaille vor den Teams aus Frankreich und dem Oman gesichert. Auch alle drei Medaillen der Einzelwertung gingen an die Vereinigten Arabischen Emirate. Nach der Bronzemedaille vor zwei Jahren bei den Weltreiterspielen in Kentucky – der ersten WM-Medaille für ein deutsches Distanzteam – lief es dieses Mal nicht rund. Die deutsche Mannschaft „platzte“ und dann wurde der Ritt kurz vor dem Ende auch noch wegen eines starken Gewitters abgebrochen. Beste deutsche Reiterin war Petra Hattab aus Wupptertal mit Prince Sharif auf Rang 33. Christina Gerloff aus Bassum beendete ihr Championats-Debüt mit Ma Dona auf Platz 39.

Gold in der Einzelwertung gewann Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktoum in einer Reitzeit von 7 Stunden und 45 Sekunden und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 22,82 Stundenkilometern. Vor zwei Jahren in Kentucky musste sich der Staatschef von Dubai noch von der Spanierin Maria Mercedes Alvarez Ponton geschlagen geben. Die Titelverteidigerin verpasste mit ihrem erfahrenen Pferd Nobby eine Medaille und kam auf Platz vier (7:12:55/22,18). Silber ging an Scheich Rashid Dalmook Al Maktoum (07:01:04/22,90) und Bronze an Ali Khalfan Al Jahouri (7:01:04/22,80), der allerdings nicht für das Team gestartet war, sondern als Einzelreiter.

153 Reiter aus 36 Nationen reisten zur WM nach Euston Park. Für die deutsche Mannschaft starteten neben Petra Hattab mit Prince Sharif und Christina Gerloff mit Ma Dona noch Bernhard Dornsiepen (Balve) mit Rio und Dr. Gabriela Förster (Naumburg) mit Priceless Gold. Am Vortag war bereits für die fünfte deutsche Reiterin Sybille Markert-Bäumer (Dietmannsried) die WM beendet. Ihr zehnjähriger Vollblutaraber-Hengst Estopal Estopa trabte nicht ganz klar bei der tiermedizinischen Voruntersuchung und wurde nicht für den Ritt zugelassen. Damit setzte sich das deutsche Team aus den übrigen vier Reitern zusammen.

Um sieben Uhr morgens ging es mit einem Massenstart auf die Strecke. Schnell setzten sich die Araber an die Spitze des Feldes. Die deutschen Reiter waren mit durchschnittlich 19 bis 20 Stundenkilometern unterwegs. Nach der Hälfte der 160 Kilometer langen Strecke konnte sich Bernhard Dornsiepen nicht für die nächste Etappe qualifizieren, da sein neunjähriger Wallach Rio nicht mehr ganz klar ging. „Er hatte ein paar Probleme mit dem Sattel, aber vielleicht ist er auch ein bisschen ausgerutscht, aber das Pferd ist wohlauf und brauchte auch keine Behandlung“, erklärte Equipechefin Dr. Juliette Mallison (Göttingen). Das Geläuf war insgesamt eher flach und sandig, aber kurvig und besonders auf dem ersten Teil der Strecke befanden sich viele spitze Feuersteine.

Nach dem vierten Vet-Gate lag Dr. Gabriela Förster mit Priceless Gold als beste Deutsche auf Rang 20. Förster und ihr 14-jähriger Araber hatten bei den Weltreiterspielen in Kentucky zur Bronze-Mannschaft gehört. Doch vor der letzten Runde bestand Priceless Gold den „Re-Check“ nicht, bei dem die Tierärzte beurteilen, ob sich das Pferd für die nächste Etappe qualifiziert. Damit war das deutsche Team „geplatzt“, da mindestens drei Reiter ins Ziel kommen müssen. Es gingen also nur noch Petra Hattab mit ihrem 13-jährigen Vollblutaraber Prince Sharif und Christina Gerloff mit ihrer Araberstute Ma Dona auf die letzten Kilometer.

Zum Ende des Rittes, als die drei erstplatzierten Araber bereits im Ziel waren, brach ein heftiges Gewitter über Euston Park ein. Es blitzte und donnerte so heftig, dass der Ritt abgebrochen werden musste. „Unsere Reiter sind noch draußen irgendwo im Gelände, wir müssen jetzt erst mal sehen, dass sie schnell zurückkommen“, sagte Nico Hörmann, der als Assistent der Equipechefin mit in England war. Die Reiter wurden informiert und kamen nach und nach zurück. Alle Reiter, die sich auf der fünften und sechsten Etappe befanden, wurden ihrer Reihenfolge entsprechend rangiert. Voraussetzung war aber auch dabei, dass sie am Ende einen abschließenden Vetcheck noch bestanden haben mussten. Petra Hattabs Prince Sharif und auch Christina Gerloffs Ma Dona waren beide fit. Petra Hattab belegte Platz 33 (8:37:09/18,56). Christina Gerloff beendete ihre erste WM auf Platz 39 (08:49:16/18,14). „Natürlich ist das ärgerlich, dass die Mannschaft geplatzt ist, aber wir haben auch zwei Reiter, die richtig gut durchgekommen sind und eine davon ist sogar ein WM-Neuling“, sagte Dr. Juliette Mallison. „Unsere erfahrenen Reiter haben dagegen Pech gehabt. Aber von den rund 30 Mannschaften sind nur zehn mit drei Reitern ins Ziel und damit in die Mannschaftswertung gekommen. Ich glaube, dass der Ritt hier wahnsinnig schnell angegangen wurde und dass das dazu geführt hat, dass sich die Pferde bei den Vetchecks nicht für die nächsten Runden weiterqualifizieren konnten“, so die Einschätzung der Equipechefin. evb