Wiesbadener PfingstTurnier 2012: Uta Gräf siegt in der Dressur Kür unter Flutlicht

(Wiesbaden) – Man in Black und Lady in Gold – das waren Uta Gräf und ihr zwölfjähriger Holsteiner Le Noir im Wiesbadener Schlosspark. Er mit lackschwarzem Fell und weißen Stiefeln, sie mit goldblonder ‚Stehmähne’ und zusammen mit Doppelgold in der Kür-Tour des Internationalen PfingstTurniers 2012.

In der Flutlicht-Kür, im Welfenhofpreis, erhielt das Paar 77,375 Prozent und sicherte sich damit deutlich den Sieg. Nach Platz drei im vergangenen Jahr genoss Gräf den Sieg in diesem Jahr noch ein Stückchen mehr. „Das war schön, gell?“, strahlte die Pfälzerin. Das Publikum reihte sich in Scharren, jubelte im Chor und sorgte für das i-Tüpfelchen der unvergleichlich emotionalen Wiesbadener Kür-Stimmung.

Einige Pferde hatten Probleme mit ihrem Schatten, der durch das Flutlicht plötzlich vor oder neben ihnen auftauchte. Es ist nicht einfach für Pferde und Reiter, sich unter diesen speziellen Bedingungen auf den Sport zu konzentrieren. Aber es war kein Problem für Le Noir: gelassen, elegant und im höchstem Maß durchlässig präsentierte er sich vor dem Schloss. Ein Highlight waren die einhändigen, anderthalbfachen Galopp-Pirouetten, höchste Schwierigkeit mit feinster, kleiner Hilfengebung. „Ich mag am liebsten die Piaffe innerhalb der Schritt-Tour, nach dem versammelten und vor dem starken Schritt“, erzählte Gräf nach der Kür. Und typisch Uta Gräf sorgte sie noch für einen kleinen Gag am Rande: Glitzerspray auf der Hinterhand des Rapphengstes funkelte im Flutlicht wie ein Meer kleiner Sterne.

Auf Platz zwei in der Kür platzierte sich die Finnin Terhi Stegars auf Axis TSF mit 73, 825 Prozent, Dritter wurde Hubertus Schmidt mit Bukowski und seiner bekannten Grönemeyer-Kür (71,950 %).

Seit 22 Jahren gehört die Grand Prix-Flutlicht-Kür zum Programm beim Internationalen Wiesbadener PfingstTurnier. Sie ist Herzstück und Zuschauermagnet. Viermal hat die Wiesbadener Kür die vierfache Olympiasiegerin Isabell Werth gewonnen und hält damit den Rekord. Gleich zu Beginn der 90er hieß der Sieger dreimal hintereinander Sven Rothenberger und im vergangenen war es der Spanier Juan Manuel Monuz Diaz, der auf seinem Schimmelhengst Fuego de Cardenas das Wiesbadener Publikum verzauberte. Selten darf der Begriff ‚verzaubert’ so wörtlich genommen werden wie in diesem Fall. Das Schloss, der Park, die Musik, die Zuschauer und das Flutlicht – das ist eine einzigartige Kombination im Dressursport.

TV-Tipp zu Pfingsten:

HR: Montag, 28. Mai, 17.00–18.00 Uhr, Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden – LIVE!

Weitere interessante Informationen gibt es im Internet unter www.pfingstturnier.org

Foto: WRFC, rscp