Westminster 22. Preis der Deutschen Einheit Hoppegarten 2012: Der Favorit siegt

Der 3-jährige Hengst und Derbysieger Pastorius hat das getan, was man von ihm erwartet hat: Er siegte im Westminster 22. Preis der Deutschen Einheit auf der Galopprennbahn in Hoppegarten. Glücklich waren danach nicht nur Besitzer und Rennsportfreund Franz Prinz von Auersperg, sondern bestimmt auch die meisten der fast 12.000 Zuschauer am Rande des Geläufs. Es war nämlich gerammelt voll auf der Rennbahn am östlichen Berliner Stadtrand. Die Stimmung war bei bombastischem Herbstwetter hervorragend. Keine fünf Kilometer vom gleichzeitig laufenden 5. Reit- und Springturnier in Hönow entfernt, ging es in Hoppegarten nicht um das schöne Reiten in der Dressur. In Hoppegarten war Geschwindigkeit angesagt.

Im Sattel des „Flying Dutchman“ Adrie de Vries lag Pastorius lange nur auf Platz drei. Von Beginn des Rennens an führte Durban Thunder. Pastorius siegte nicht souverän – aber sicher. Wie sein Trainer Mario Hofer schon vor dem Rennen vermutete (und damit richtig lag), ist Hoppegarten nicht die Lieblingsstrecke von Pastorius. Das wird sich bestimmt ab dem gestrigen Tage ändern.

Im Ziel lag der Sieger mehr als eine Länge vor Durban Thunder. Dahinter kam auf drei der ungarische Derbysieger Ostinato vor dem Mitfavoriten Russian Tango, der auf den Sieger mehr als vier Längen liegen ließ. Nun sieht es wohl so aus, als wenn Pastorius demnächst englische Rennluft in Ascot schnuppern wird – das Zeug dazu hat er, wie man in diesem Jahr bereits mehrfach sehen konnte. Dort wartet allerdings der in 13 Rennen unbesiegte Frankel auf ihn – keine guten Aussichten oder doch?

Die herbei geströmten Massen mussten allerdings nicht bis zum Hauptrennen warten, um große Überraschungen und Emotionen zu erleben. Manchmal sind es die kleinen Namen, die große Rennsport-Geschichte schreiben. Gestern war es die erst 17-jährige Alexandra Vilmar Foto). Sie war im vierten Rennen auf dem Geläuf. Es war das Finale der Sparkassen Sprint-Serie, in dem ein illustres Feld von 14 Startern unterwegs sein sollte. Unter ihnen auch die Vorjahressieger Tembo (2011) und Shot To Nothing (2010) und weitere fünf Vorlaufsieger aus diesem Jahr.

Besitzer Christian Sundermann (München), Racing Manager Harald Schneider und Reiterin Alexandra Vilmar kamen nach Besichtigung der Bahn überein, im Anschluss an den Start aus der Box den kürzesten Weg innen entlang zu nehmen – im Übrigen nicht ungefährlich für die Fotografen, denn eigentlich drängelt sich das Feld direkt vor den Nasen der Zuschauer an der äußeren Absperrung vorbei und die Fotografen stehen auf der anderen Seite (innen). Sicher staunten die Rennsportfreunde nicht schlecht, als der vierjährige Wallach Ach Was mit Alexandra Vilmar über dem Leder gegenüber entlang flogen. Sie staunten aber noch viel mehr, als das Paar auch noch siegreich durch das Ziel ging. Frau Vilmar machte den ungewöhnlichen Sieg komplett mit dem Umstand, dass es das erste Rennen ihres noch jungen Lebens war – eine großartige Leistung, wenn man bedenkt, wer da alles im Feld war. Mit der utopischen Siegquote 366:10 ließ sie das gesamte Favoroitenfeld hinter sich. Es ist bestimmt ein Genuss, wenn sich Andrasch Starke als Zweiter mit Edmee hinter ihr anstellen muss. Erst dann folgten Charles Darwin (Alex Pietsch) und World’s Danger (Eddi Pedroza). Besonders Eddi Pedroza hatte sich ja im Vorfeld etwas mehr ausgerechnet. Pech gehabt, wenn man Frau Vikmar über den Weg läuft.

Der Wettumsatz betrug stolze 365.973,94 Euro.

Die nächste Veranstaltung ist das Saisonfinale am Sonntag, 14. Oktober. Der erste Start ist um 14.00 Uhr.

Weitere Informationen und Ergebnisse finden Sie auf www.hoppegarten.com

Alle Fotos sind von Photo by Angelique (www.facebook.com/PhotoByAngelique) – danke Angelique!

HIER geht es zum Video des Rennens.