Westernreiten-News: DQHA Hall of Fame 2013 - Olena San Badger

Geboren auf der legendären King Ranch in Kingsville, Texas, USA im Jahr 1992 wurde der vielversprechende Junghengst von Lutz Leckebusch entdeckt und nach Deutschland importiert. Dort angekommen kaufte ihn Grischa Ludwig, von LQH, gemeinsam mit Klaus Nadler.

Seine Abstammung ließ Großes von dem Sorrel erwarten: sein Vater Peppy San Badger gewann 1977 die NCHA Futurity und wurde 1978 Derby Champion. Zwei Jahre später wurde er zum Reserve World Champion gekürt und holte sich den Sieg in den NCHA Finals 1981. Als Mitglied der NCHA und AQHA Hall of Fame hatte er rund 2.325 AQHA registrierte Fohlen, die mehr als 7.200 Punkte und über 20 Millionen Dollar gewonnen haben. Auch mütterlicherseits finden sich Legenden in seinem Pedigree. Die Stute Lenas Sabrina geht auf den berühmten AQHA Hall of Famer Doc O‘Lena zurück, der von ebenfalls Hall of Fame Mitglied Doc Bar und aus der legendären Cuttingstute Poco Lena stammt, die sowohl in die NCHA als auch AQHA Hall of Fame aufgenommen wurde.

Olena San Badger trat bereits früh in die großen Fußstapfen seiner Eltern. Mit 3 Jahren holte er sich den Championtitel in der Reining auf der Pferd 95 in Stuttgart, um ein Jahr später zum erfolgreichsten AQHA Reininghengst der Welt aufzusteigen. Bereits 4jährig erhielt er sein Superior in Reining, wurde Europameister und NRHA SBH Champion Slide In. Neben einem Vize-Europameistertitel 1997, erreichte er in seinen Showjahren über 120 Punkte in Trail, Working Cowhorse, Halter und seiner Paradedisziplin Reining. Zahlreiche Siege auf AQHA und NRHA Shows sowie im Jahr 2003 die Championtitel in der Senior Reining Open in Bremen und Leipzig und damit Qualifikationssieger für die Deutsche Meisterschaft Reining FN konnte er ebenfalls auf sein Konto verbuchen.

Doch nicht nur im Sportbereich machte der Ausnahmehengst von sich reden. Im Jahr 2000 wurde er von der DQHA gekört und zeugte in seinen aktiven Zuchtjahren insgesamt 240 AQHA registrierte Fohlen sowie über 60 weitere Quarter und Paint Horse Nachkommen. Über 860 AQHA Punkte in allen Disziplinen, 6.470 Dollar aus dem Incentive Fund und mehr als 15.000 Dollar bei der NRHA USA (ohne Futurity Gelder) hat seine Nachzucht bis jetzt gewonnen. Unter anderem stellte der Vererber im Jahr 2000 mit Natchez Olena die Deutsche Meisterin und Futurity Halter Championesse Weanling Mares, die außerdem zum Champion of Champions dieses Jahrgangs ausgezeichnet wurde. Ein weiterer erfolgreicher Sohn ist CL Silent Badger. Der mit einer Wertnote von 8,22 gekörte Hengst wurde 2012 als AQHA Champion ausgezeichnet. Zahlreiche Siege und Platzierungen in Western Riding, Trail, Halter, Working Cowhorse, Ranch Pleasure und Reining konnte der vielseitig begabte Vererber bis jetzt erringen.

Erfolgreich in Zucht und Sport und das zudem noch in unterschiedlichsten Disziplinen – da kann selbst ein Pferd mal Starallüren bekommen, wie Sylvia Maile vom Schwantelhof berichtet: „Er ließ sich zwar bereits als 3jähriger brav von jedem Kind reiten, aber selbst heute noch macht er einen riesigen Aufstand, wenn ein anderer Hengst seinem Stall oder seiner Weide zu nahe kommt oder sogar zum Decken gehen darf.“ Auch wenn der neue Hall of Famer selbst zum Decken geht, bietet er den Zuschauern ein Schauspiel. „Er gebärdet sich wie wild, nur um sich nach anfänglichem Gehabe locker bis zu einer halbe Stunde Zeit zu lassen, bevor er sich entscheidet, die bereitstehende Stute zu besteigen“, lacht die gute Seele von Ludwig Quarter Horses. Doch trotz einiger grauer Haare gehört der charakterstarke Hengst noch lang nicht zum alten Eisen. Ob ausgebrochene Rinder, die eingefangen werden müssen, Lehrlinge, die das Reiten von der Pike auf lernen sollen und erfolgreich zur Pferdewirtprüfung getragen werden müssen - der Liebling vom Hof ist stets noch mit Motivation zur Stelle und erfreut sich mit seinen 21 Jahren bester Gesundheit. Seine freien Stunden genießt er in seinem Offenstall.  Auf der Weide darf er teilweise sogar in weiblicher Begleitung die Seele baumeln lassen.

Der selbst ernannte „König vom Schwantelhof“ wird für seine Leistungen in diesem Jahr in die DQHA Hall of Fame aufgenommen. Grischa Ludwig und Sylvia Maile sind stolz auf ihren alten Herren und freuen sich über diese besondere Auszeichnung: „Das bedeutet uns natürlich extrem viel. Es ist eine Ehrung, mit der wir so nie gerechnet hätten und wir freuen uns riesig darüber! Vor allem weil Ludwig Quarter Horses ohne Olena San Badger nicht das geworden wäre, was es heute ist.“

Herzlichen Glückwunsch zu einem außergewöhnlichen Pferd!

 

 

Karl-Heinz und Dagmar Manns werden 2013

in die DQHA Hall of Fame aufgenommen

Anfang der 60er Jahre kannte Karl-Heinz Manns Pferde nur vom Aachener Reitturnier, dem CHIO, interessierte sich aber bereits sehr für die amerikanische Geschichte. Da diese untrennbar mit den Pferden verbunden ist, legte er sich bald einen Hannoveraner zu und ritt anfangs in der klassischen Reitweise. In Anlehnung an dieses Hobby ließ der 1. USA-Urlaub zu Beginn der 70er Jahre nicht lange auf sich warten. Bei seinen Freunden in Wyoming kam er erstmalig mit der faszinierenden Rasse der American Quarter Horses und dem Westernreiten in Berührung. Schnell wurde ihm klar, ein American Quarter Horse muss her.

Nach einem Fehlkauf konnte er bei Günther Schleiermacher, DQHA Gründungsmitglied und ebenfalls Hall of Fame Member, eine junge Quarter Horse Stute erwerben. Die neue Liebe zu diesen einzigartigen, charakterstarken Pferden besiegelte die AQHA Lifetime Membership. Mehrere weitere USA-Urlaube mit Kontakten zu Quarter Horse-Leuten folgten, u.a. bei Fred Dear , dem Züchter von Buckskin Dear und der Möglichkeit, in die für ihn damals unbekannten Zuchtbücher der AQHA  Einblick zu nehmen. Der Kauf des Hengstes Speedy Chex begründete den Zuchtbeginn.

Einige Jahre später trat langsam die Deutsche Quarter Horse Association in den Vordergrund und der begeisterte QH-Reiter wurde Mitglied im Verband. 1982 half er zum ersten Mal mit bei der Organisation der neu aufgelegten Europameisterschaft für American Quarter Horse, die erstmalig in Aachen ausgetragen wurde. Im gleichen Jahr entstand auch der Betrieb „Turnierbedarf Manns“ aus der Notwendigkeit heraus, dass für das Turnier nur schwer Schleifen gefunden werden konnten. Mittlerweile ist das Unternehmen gewachsen und hat sich zu einem Europaweit führenden Anbieter für Turnierbedarf im Westernreitsport entwickelt. Auch die Q-Show International DQHA Championship wurde gleich von Beginn an von ihm beliefert und so erfreut er jährlich mit schicken Pokalen und Schleifen die Teilnehmer.

Nach dieser ersten Show Anfang der 80er übernahm Manns die Federführung in der Planung der nachfolgenden EMs und engagierte sich auch finanziell, um diese Turniere zum Erfolg zu führen. Seine Beliebtheit stieg auch bei den übrigen DQHA Mitgliedern und so wurde er zu Beginn der 90er Jahre in den DQHA Vorstand gewählt. Während dieser Tätigkeit etablierte er neben dem bereits bestehenden Zuchtausschuss auch den Sportausschuss, deren Vorsitz er als Sportobmann bis zum Jahr 2000 übernahm. Im Alter von 60 Jahren wollte er sich, nachdem er viel bewegt hatte, aus der aktiven Verbandsarbeit zurückziehen. Während seiner Tätigkeit war es ihm immer wichtig vor allem kleinere Turniere zu fördern, um allen Interessierten den Weg in den Westernreitsport zu ebnen.

Über seinen jüngsten Zuchterfolg freut sich das neue Hall of Fame Mitglied am meisten: sein selbst gezogener Hengst KHM Cody Fritz Chex (Topsail Chex x KHM Boogie Jane Chex) gewann 2012 mit einer Wertnote von 8,0 die DQHA Hengstkörung. Ein Erfolg, der sich einreiht neben u.a. European Champion Titeln und Auszeichnungen zum HighPoint Horse, bei der DQHA wie auch AQHA, was ihm bisher als Einzigem gelang. „Man träumt ein Leben lang davon einmal solch einen Ausnahmehengst zu züchten“, schwärmt Karl-Heinz Manns. Auch seine Frau Dagmar hat einen großen Beitrag zu diesem Erfolg geleistet. „Sie hat mich immer unterstützt, ohne sie hätte ich es nicht soweit geschafft. Sie ist zwar nur freizeitmäßig geritten, aber in der Zucht kannte sie sich aus und hat sich immer um alles gekümmert“, verrät er. Denn hinter jedem erfolgreichen Mann, steht immer eine starke Frau. „Es würde mich freuen, wenn zukünftig noch mehr Menschen den Zugang zu den American Quarter Horses finden würden, sei es im Freizeit- oder Turniersport“, wünscht sich Manns für die Zukunft.

Fotos: Karl-Heinz Mann (unten; Art & Light) und Olena San Badger (oben; Ludwig Quarter Horses)