Weltreiterspiele Frankreich 2014: Die deutschen Richter

 

In sechs von acht Disziplinen gehören deutsche Richter zur Jury

Normandie/FRA (fn-press). Wenn in rund 200 Tagen die Weltmeisterschaften in acht Pferdesportdisziplinen in der Normandie in Frankreich ausgetragen werden, sind nicht nur deutsche Reiter, Fahrer und Voltigierer am Start, sondern auch Richter und Chefstewards aus Deutschland. Ende Januar gab der Weltreiterverband (FEI) die Liste der Offiziellen für die Weltreiterspiele bekannt.

Zu der sieben Personen zählenden Jury in der Dressur gehört Dr. Dietrich Plewa. Der Rechtsanwalt aus Germersheim in Rheinland-Pfalz saß auch 2013 bei der Dressur-Europameisterschaft im dänischen Herning am Richtertisch. Zudem ist der einstige Grand-Prix-Reiter Plewa ein ausgewiesener Experte in Jungpferdeprüfungen. So bewertet er seit vielen Jahren die Youngster auf den DKB-Bundeschampionaten und bei den Weltmeisterschaften der fünf- und sechsjährigen Dressurpferde. Darüber hinaus ist Dr. Dieter Schüle Mitglied des Supervisory Panel. Dieses Gremium überwacht die Entscheidung der Jurymitglieder und greift, wenn nötig, korrigierend ein. Dr. Schüle hat bereits olympische Erfahrungen: 2004 in Athen gehörte er zur Jury, 2008 in Hongkong war er bereits einmal für das Supervisory Panel im Einsatz. Nach 2006 in Aachen stehen für den Apotheker aus dem bayerischen Ansbach nun mit Caen die zweiten Weltreiterspiele auf dem Programm.

Auch bei den Para-Dressurreitern sitzt ein Deutscher am Richtertisch: Marco Orsini. Der selbstständige Fremdsprachendozent aus Spiesen-Elversberg war nicht nur selbst in den drei Disziplinen Dressur, Springen, Vielseitigkeit aktiv, sondern ist auch nationaler Richter in Dressur bis Grand Prix und Springen bis zur Klasse S. Seit 2005 gilt sein Engagement zudem den Para-Dressurreitern. Zuletzt richtete er 2013 bei den Europameisterschaften im dänischen Herning.

In der Vielseitigkeit gehört Dr. Ernst Topp zur Ground Jury. Seit fünf Jahren zählt der Zahnarzt aus Hollen zum kleinen Kreis der Drei- und Vier-Sterne-Richter in Deutschland. Den „Ritterschlag“ erhielt er 2013 mit der Einladung zum britischen Vier-Sterne-Traditionsturnier Badminton in Großbritannien. Nach zwei Nachwuchs-Europameisterschaften richtet er in der Normandie erstmals bei Weltmeisterschaften. Ebenfalls aus Deutschland kommt Chefsteward Jürgen Petershagen. Der Diplom-Agraringenieur und Geschäftsführer aus Südlohn-Oeding übte dieses Amt bereits bei den Weltmeisterschaften 2006 in Aachen, bei den Olympischen Spielen 2008 in Hongkong sowie bei Europameisterschaften 2011 und 2012 aus.

Beim Fahren hat Dr. Klaus Christ aus Günzburg den Vorsitz der Richtergruppe. Der Tierarzt aus Günzburg in Bayern blickt auf eine lange Richterkarriere zurück: Seit 1982 ist er bereits Fahrrichter und gehörte bei den Weltreiterspielen 2006 und 2010 zur Jury. Darüber hinaus richtete er bei zahlreichen Championaten von ein- bis vierspännig.

Auch im Voltigieren sind zwei deutsche Offizielle im Amt. Helma Schwarzmann aus Goslar, ehemalige Bundstrainerin (1991 bis 2002) und Vorsitzende des FEI-Voltigierausschusses der FEI (1993 bis 2002), fungiert wie schon 2006 in Aachen als Richterin. Sintje Klink, Physiotherapeutin, Trainerin B und Voltigierrichterin aus Berlin, übernimmt die Aufgaben des Chefstewards.

Als Richter in der Reining im Einsatz ist der ehemalige Mannschaftseuropameister und WM-Reservist von 2006, Maik Bartmann. Der hauptberufliche Trainer, der einen Ausbildungsstall in Osthofen betreibt, ist ein weltweit bekannter und anerkannter Richter. Unter anderem gehörte er bereits beim größten Turnier in den USA (NRHA Futurity) zur Jury.

Im Springen und Distanzreiten sind keine deutschen Offiziellen im Einsatz.