Weltcup Voltigieren in Braunschweig: Fünf Deutsche im Finale – alle Infos

Warendorf (fn-press). Die Weltcup-Station der Voltigierer im französischen Bordeaux ging zwar ohne deutsche Beteiligung über die Bühne. Nach der fünften und letzten Etappe stehen jedoch die Teilnehmer für das mit 10.000 Euro dotierte FEI Weltcup-Finale in Braunschweig (13. bis 17. März) fest. Die gute Nachricht aus deutscher Sicht: Bei den traditionellen Löwen Classics werden fünf Vertreter im Zeichen des Bundesadlers an den Start gehen.

Nur die besten sechs Damen und Herren nach fünf Qualifikations-Stationen (München, Salzburg, Paris, Leipzig, Bordeaux) sind direkt für das Finale in Braunschweig qualifiziert. Mit dabei: Torben Jacobs (Köln) auf Rang vier der Herren sowie Regina Burgmayr (Kastenseeon) und Kristina Boe (Hamburg) auf den Plätzen vier und sechs der Damen. Thomas Brüsewitz (Garbsen) und Jennifer Braun (Regensburg) erhalten zudem Wildcards. Damit werden fünf Deutsche antreten – so viele Teilnehmer stellt keine andere Nation.

Pferdeakrobaten aus sieben Nationen – Italien (1), Frankreich (2), Schweiz (2), Tschechien (1), Niederlande (2), USA (1) und Deutschland (5) – konnten sich für den Showdown qualifizieren. „Wir erwarten ein spannendes Finale unter hervorragenden Bedingungen“, blickt Ulla Ramge voraus. Die Bundestrainerin freut sich über ein schlagkräftiges deutsches Team, auch wenn die erste Riege – u.a. Sportsoldat Viktor Brüsewitz (Garbsen), WM-Bronzemedaillengewinnerin Sarah Kay (Flensburg) und Vize-Weltmeister Erik Oese (Dresden) – aus den unterschiedlichsten Gründen nicht auflaufen wird. „Wir werden dennoch um die vordersten Platzierungen mitkämpfen“, sagt Ramge. Die Chancen stehen gut, zumal beim Finale laut FEI-Reglement analog anderer Pferdesportdisziplinen die Ergebnisse der Qualifikationen nicht zählen und alle Teilnehmer mit null Punkten ins abschließende Rennen über drei Kür-Umläufe (einer davon Warm-up) gehen.

Torben Jacobs, der in München, Salzburg und Leipzig insgesamt 33 Punkte sammeln konnte, liegt in aussichtsreicher Schlagdistanz auf das Spitzentrio Nicolas Andreani (45), Ivan Nousse (35/beide FRA) und Lukas Klouda (43/CZE). Auf dem zwölfjährigen Westfalen-Hengst Radix SB wird der 21-jährige Pas-de-Deux-Europameister bereits Teile seines neuen Kürprogramms zeigen. „Einen bestimmten Platz habe ich mir als Ziel nicht vorgenommen. Ich möchte einfach zwei saubere Durchgänge bringen“, sagte Jacobs.

Die 22-jährige Regina Burgmayr, erfolgreiche Einzel- und Teamvoltigiererin vom VV Ingelsberg, konnte sich mit 29 Zählern nach ihren Auftritten in München, Salzburg und Leipzig auf Rang vier festsetzen. Lediglich Anna Cavallaro (45/ITA), Simone Jäiser (39/SUI) und Carola Sneekes (37/NED) sammelten mehr Punkte. Allerdings lag „Regi“ beim unmittelbaren Aufeinandertreffen mit Sneekes in München und Leipzig stets vor der Niederländerin. Ein Podestplatz ist für die Studentin an der TU München also durchaus drin. „Es ist eine große Ehre, beim Finale im eigenen Land starten zu dürfen“, kommentierte die junge Bayerin. Ihr Motto: „Volle Kraft voraus“.

Auch Preis-der-Besten-Siegerin Kristina Boe wird in Braunschweig gegen die besten Solistinnen der Welt antreten. Die 24-Jährige vom RuF Kirchwärder sammelte in München, Salzburg und Leipzig 13 Punkte und rutschte dank des Ausfalls der Italienerin Silvia Stopazzini unverhofft noch ganz regulär ins Finale. An Braunschweig hat die Medizinstudentin gute Erinnerungen. Denn hier holte Boe im vergangenen Jahr beim Master-Class-Turnier ihren bislang ersten internationalen Sieg. Anno 2013 wird Boe in der Volkswagen-Arena letztmalig mit ihrer alten Kür – eine sportlich höchst anspruchsvolle Choreografie zu den Klängen aufgepeppter Bach-Musik – im edlen blauen Anzug antreten. „Ich würde diese Kür gern für mich zufriedenstellend beenden“, lautet die gemeinsame Zielstellung für das Kirchwärder Team, das von Longenführerin Winnie Schlüter und dem zwölfjährigen Sachsen-Anhaltiner Don de la Mar komplettiert wird.

Als Geheimfavorit schlechthin gilt der erst 18-jährige Thomas Brüsewitz. Der amtierende Vize-Junioren-Europameister überraschte auf Airbus mit Longenführerin Irina Lenkeit bei seinem Weltcup-Gaststart in Leipzig im Januar die internationale Konkurrenz mit Rang zwei. Lediglich Weltmeister Nicolas Andreani lag vor dem Ausnahme-Turner, der sich in diesem Jahr erstmals mit den Senioren messen wird. „Ich werde in Braunschweig mein Bestes geben“, kündigte der Lokalmatador an. Ebenfalls per Wildcard wird die Deutsche Vizemeisterin Jennifer Braun auf ihrem Pferd Willow (Longenführerin: Verena Rosenkranz) antreten und sogar schon ihre neue Kür präsentieren. „Einfach genial“, sagte die 20-Jährige über die unverhoffte Startberechtigung.

Anders als in den beiden Vorjahren starten die Wildcard-Teilnehmer im Übrigen nicht außer Konkurrenz. Die Ergebnisse von Brüsewitz und Braun fließen regulär in die Finalwertung des Weltcups ein. „Die Wildcard-Teilnehmer nehmen mit den gleichen Rechten teil wie die regulär qualifizierten Voltigierer“, bestätigte FEI-Voltigier-Direktorin Bettina de Rham die Reglement-Neuerung. Einziger Nachteil für Brüsewitz und Braun: Sie steigen in Braunschweig jeweils als erste Starter in den ersten Wettkampf-Durchgang ein.               dk