Weltcup-Finale Springen Göteborg 2013: Beezie Madden heißt die Siegerin

 

Hans-Dieter Dreher: „Der schwerste Parcours meines Lebens“

Göteborg (fn-press). Hans-Dieter Dreher atmete tief durch. „Ich habe ja schon einige anspruchsvollste Parcours geritten, aber das war mit Abstand der schwerste meines Lebens.“ Im letzten Springen des Weltcup-Finals in Göteborg kassierte er mit dem Hengst Embassy vier Abwürfe.          

Am Freitag hatte es der schwedische Parcourschef den Reitern vergleichsweise leicht gemacht – 15 erreichten das Stechen –, am Sonntag führte er das Teilnehmerfeld an seine Grenzen. Viele Beobachter wie Aktive waren einer Meinung: Der erste Umlauf mit Maximalabmessungen in Höhe und Weite, dazu luftig gebaute Hindernisse und technisch anspruchsvolle Wendungen war zu schwer. Keines der 23 Paare im Finale meisterte den Kurs ohne Fehler. Auch Weltcup-Neuling Hans-Dieter Dreher aus dem südbadischen Eimeldingen nicht. Vier Abwürfe schlugen bei dem zwölfjährigen Hannoveraner Embassy zu Buche. „Der erste Abwurf war vielleicht noch ein Flüchtigkeitsfehler, aber dann habe ich gemerkt, dass Embassy aufgehört hat zu kämpfen“, sagte der 41-Jährige. Auf einen Start im zweiten Umlauf verzichtete er, um den Escudo-Sohn zu schonen. Im Gesamtklassement rangiert das Paar an 19. Stelle. Auch wenn Dreher sich ein erfolgreicheres Abschneiden gewünscht hatte, tritt er die Heimreise nicht frustriert an: „Mein erstes Weltcup-Finale war eine tolle Erfahrung. Ich lasse den Kopf nicht hängen.“

Marcus Ehning will dieses Weltcup-Finale vermutlich schnell vergessen. Er ritt den ersten Umlauf nicht zu Ende. Nach drei Abwürfen gab er im Sattel des belgischen Hengstes Copin van de Broy auf. „Ich habe den Parcours völlig unterschätzt“, erklärte er. Dreimal schon konnte der 39-Jährige aus Borken das Weltcup-Finale gewinnen. „Ich hätte es gerne zum vierten Mal geschafft, aber bei diesem Finale war von Anfang an der Wurm drin.“ Am Ende wurde es der trostlose 23. Platz.

Bestens hingegen erlebten die US-amerikanischen Reiter dieses Weltcup-Finale. Sechs hatten sich über die Tage mit Topleistungen in die letzte Prüfung vorgearbeitet, allen voran die 49-jährige Beezie Madden, die nach dem ersten Umlauf die Führung übernahm. Nach dem zweiten lag sie mit Olympiasieger Steve Guerdat aus der Schweiz punktgleich an erster Stelle (9 Fehlerpunkte). Das Stechen musste die Entscheidung bringen. Guerdat steuerte sein Olympiapferd Nino de Buissonnets zu riskant über die Stangen - zwei Abwürfe. Beezie Madden, die mit dem USA-Team zweimal Mannschafts-Gold bei den Olympischen Spielen von Athen und Hongkong sowie Einzel-Bronze 2008 gewann, feierte ihren ersten Triumph bei einem Weltcup-Finale. Hinter Guerdat platzierte sich der Franzose Kevin Staut, Europameister von 2009, mit Silvana (10 Fehlerpunkte), gefolgt von dem Spanier Sergio Alvarz Moya, der auf Carlos das viertbeste Ergebnis erreichte (12). Der bis 2012 vom Briten Nick Skelton gerittene Holsteiner Schimmel gewann die dritte Qualifikation. Die weiteren Plätze belegten McLain Ward (USA) mit Super Trooper de Ness und Rolf-Göran Bengtsson (Schweden) mit Quintero und Casall (beide 13), Marc Houtzager (Niederlande) mit Sterrehof’s Tamino (16) und Hendrik von Eckermann (Schweden) mit Gotha (20). Luciana Diniz, die nach zwei Wertungsprüfung das Feld angeführt hatte, verspielte ihre Siegchancen mit insgesamt 20 Fehlerpunkten in den beiden Umläufen des abschließenden Springens. In der Gesamtwertung belegt sie Platz 9.

Endstand im Rolex FEI World Cup™ Jumping Finale 2013:

1, Simon (Beezie Madden) USA 0/41.66; 2, Nino des Buissonnets (Steve Guerdat) SUI 8/30.33; 3, Silvana HDC (Kevin Staut) FRA 10; 4, Carlo (Sergio Alvarez Moya) ESP 12, 5, Super Trooper de Ness (McLain Ward) USA 13, 6, Quintero la Silla/Casall la Silla (Rolf-Goran Bengtsson) SWE 13, 7, Sterrehof's Tamino/Sterrehof's Uppity (Marc Houtzager) NED 16; 8, Gotha FRH (Henrik von Eckermann) SWE 20; 9, Lennox (Luciana Diniz) POR 20; 10, Cylana (Reed Kessler) USA 25

Foto von FEI/Kit Houghton