Weltcup-Finale in Göteborg 2013: Ende der Hallensaisonmit sieben Deutschen

 

Göteborg/SWE (fn-press). Die ersten Warm Up-Springen im Parcours sind absolviert, die Trainingseinheiten auf dem Viereck ebenso. Am morgigen Donnerstag wird's ernst. Sieben Deutsche kämpfen beim Weltcup-Finale im schwedischen Göteborg um Sieg und Platzierung.

"Alles bestens, wir sind bereit", strahlte Helen Langehanenberg (Havixbeck) am Mittwochvormittag in der riesigen Göteborger Arena "Scandinavium". Die Zweite des Vorjahres-Finales, die nur knapp der Niederländerin Adelinde Cornelissen den Vortritt hatte lassen müssen, ist voller Tatendrang. Die 30-jährige Mannschafts-Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele 2012 hat auch allen Grund, optimistisch zu sein: Mit dem westfälischen Hengst Damon Hill NRW gewann sie schließlich die drei Weltcup-Qualifikationen in Stuttgart, Neumünster und Amsterdam. Lediglich in Mechelen (Belgien) war es Platz zwei. Nach 2012 und 2011 ist es Helen Langehanenbergs dritte Finalteilnahme.

Ihre "silberne" Londoner Teamkollegin Kristina Sprehe feiert hingegen in Göteborg Premiere. Erstmals präsentiert sich die 26-Jährige aus Dinklage mit Desperados bei einem Weltcup-Finale. Auch sie ist exzellent durch die Hallensaison gekommen: dreimal mit dem Hannoveraner Hengst Platz zwei in Weltcup-Prüfungen und Sieg im Finale der Dressurserie "Meggle Champions" in Dortmund. Die Grand Dame der deutschen Dressur, Isabell Werth, startet nun schon zum sage und schreibe 13. Mal bei einem Weltcup-Finale. Die 43-Jährige aus Rheinberg gewann mit Warum nicht FRH im Jahr 2007. In Göteborg ist ihr Partner der Hannoveraner Don Johnson, der sich durch zweite und dritte Plätze in den Weltcup-Qualifikationen empfahl.

Die erste Prüfung des Weltcup-Finales ist der Grand Prix am Donnerstag, der entscheidende Wettkampf folgt am Samstagnachmittag mit der Kür.

In drei Wettbewerben müssen sich die Springreiter beweisen. Am Donnerstagabend geht es los mit einem Zeitspringen, am Freitag folgt ein Springen mit Stechen. Das große Finale führt am Sonntag über zwei Umläufe und eventuell Stechen, falls zwei oder mehr Reiter nach drei Durchgängen punktgleich abschließen. Vier deutsche Aktive haben sich die Saison über zum Finale vorgearbeitet.

Sein erstes Weltcup-Finale erlebt Hans-Dieter Dreher. Der 41-Jährige aus Eimeldingen im äußersten Süden Baden-Württembergs fasste erst vor zwei Jahren im internationalen Sport Fuß. Als Shootingstar verblüffte er die Konkurrenz beim CHIO 2011. Seitdem muss man mit "Hansi" Dreher immer rechnen. In der laufenden Saison siegte er im Weltcup von Bordeaux und gewann eine Etappe der Global Champions Tour. Mit nach Göteborg hat die Nummer 18 der aktuellen Weltrangliste seine drei Toppferde Embassy II, Magnus Romeo und Constantin gebracht.

Gleich dreimal triumphierte Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) bislang bei Weltcup-Finals (2005, 2008, 2009) - jeweils mit ihrem unvergessenen Ausnahmepferd Shutterfly. In Göteborg ist sie zum neunten Mal bei einem Finale dabei. Diesmal sattelt die 42-Jährige ihre zehnjährige Holsteinerin Bella Donna.

Wie Isabell Werth geht auch Marcus Ehning zum 13. Mal bei einem Weltcup-Finale an den Start. Auch der 39-Jährige aus Borken feierte schon dreimal den großen Sieg, und zwar mit drei verschiedenen Pferden: Anka (2005), Sandro Boy (2006) und Küchengirl (2010). Die Nummer sieben der Weltrangliste startet mit dem Hengst Plot Blue in der ersten Qualifikation und wird danach eine Entscheidung treffen, ob Plot Blue die ganze Arbeit übernehmen soll oder der Hengst Copin von de Broy ab der zweiten Qualifikation eingesetzt wird.

Ein "alter Hase" auf Weltcup-Parkett ist ebenso Christian Ahlmann, die aktuelle Nummer eins der Weltrangliste. 2011 gewann der 38-Jährige aus dem westfälischen Marl das Weltcup-Finale mit dem niederländischen Hengst Taloubet Z. Letztes Jahr ging das Paar zwar als Favorit ins Rennen, aber der 13- jährige Braune war gesundheitlich nicht so ganz auf dem Posten. Nun will es Ahlmann mit Taloubet erneut wissen. Komplettiert wird das deutsche Aufgebot durch Ludger Beerbaum, der eine Wildcard des Veranstalters für die internationalen Prüfungen erhalten hatte. Beim Weltcup freilich muss der 49-jähre Multichampion zuschauen bzw. kann sich als Trainer seines schwedischen Mitarbeiters Hendrik von Eckermann engagieren, der mit Beerbaums Stute Gotha ins "Rennen" geht.  Hen

Foto von Jan-Pierre Habicht (Archiv): Hans-Dieter Dreher