Weltcup-Finale Göteborg: Hans-Dieter Dreher bester Deutscher

 

US-Amerikanerin Beezie Madden liegt nach Zeitspringen in Führung

Göteborg (fn-press). Die Enttäuschung war Bundestrainer Otto Becker anzumerken. Die vier deutschen Springreiter starteten mit durchwachsenen Ergebnissen in das Weltcup-Finale. Becker: „Wir haben keinen Reiter unter den ersten Zehn, der Tag lief nicht optimal für uns.“

Es hatte so gut ausgesehen: Christian Ahlmann (Marl) steuerte den 13-jährigen Hengst Taloubet Z blitzschnell durch den Parcours des Zeitspringens, der ersten Wertungsprüfung des Weltcup-Finals in Göteborg. Vor dem vorletzten Hindernis, einer zweifachen Kombination, nahm er eine sehr enge Wendung. Der niederländische Hengst wirkte irritiert und verweigerte. Bundestrainer Otto Becker erklärte es sich so: „Christian ist vielleicht etwas zu riskant geritten, der Hengst hatte das Hindernis nicht erwartet.“ Die Verweigerung kostete den 38-jährigen Ahlmann, der das Weltcup-Finale mit Taloubet 2011 in Leipzig gewonnen hatte, viel Zeit, so dass er nach der ersten Wertung auf Platz 25 liegt.

Voll des Lobes äußerte sich Otto Becker über Hans-Dieter Dreher (Eimeldingen). „Hansi hat bei seinem ersten Weltcup-Finale eine tolle Prüfung geritten.“ Der Hannoveraner Hengst Embassy blieb fehlerfrei und erreichte Platz zwölf. Meredith Michaels-Beerbaums Holsteinerin Bella Donna leistete sich ebenfalls keinen Abwurf, aber schnelle, enge Parcours sind nicht die Spezialität der zehnjährigen Stute: Platz 20. „MMB“ war dennoch nicht unzufrieden. „Die Stute ist super gesprungen und hat toll gekämpft.“ Rückblickend wäre es vielleicht besser gewesen, ihr zweites Pferd Checkmate im Zeitspringen und in den folgenden Springen Bella Donna einzusetzen. Meredith Michaels-Beerbaum sagte: „Hinterher ist man immer schlauer. Checkmate war lange außer Gefecht, ist aber während meines Aufenthalts in den USA wieder hervorragend in Gang gekommen. Hier war er klasse.“ Der inzwischen 18-jährige Hannoveraner Wallach hatte das Eröffnungsspringen von Göteborg gewonnen.

Unzufrieden verließ Marcus Ehning den Parcours. Der niederländische Hengst Plot Blue warf zunächst die Planke eines Steilsprungs ab. Ehning erklärte: „Dann setzte er noch vor einem Hindernis zu einer Wendung an, wo gar keine vorgesehen war. Da habe ich zu ruhig im Sattel gesessen und nicht rechtzeitig korrigiert, der zweite Abwurf war mein Fehler.“ Platz 27 hatte Ehning sicher nicht erwartet.

Die Prüfung gewann die US-Amerikanerin Beezie Madden auf Simon in 62,28 Sekunden vor dem Schweizer Pius Schwizer auf Verdi (62,79) und dem Schweden Rolf-Göran Bengtsson auf dem Holsteiner Verbandshengst Casall (64,20). Am Freitagabend steht die zweite Qualifikation, ein Springen mit Stechen, auf dem Programm.

Ergebnisse:

1, Simon (Beezie Madden) USA 62.28; 2, Verdi III (Pius Schwizer) SUI 62.79; 3, Casall la Silla (Rolf-Goran Bengtsson) SWE 64.20; 4, Lennox (Luciana Diniz) POR 64.40; 5, Carlo (Sergio Alvarez Moya) ESP 64.79; 6, Silvana HDC (Kevin Staut) FRA 65.04; 7, Lunatic (Jens Fredricson) SWE 66.23; 8, Nayana (Penelope Leprevost) FRA 66.26; 9, Nougat du Vallet (Katherine Dinan) USA 66.50; 10, Super Trooper de Ness (McLain Ward) USA 66.63

Foto von FEI/Kit Houghton: Beezie Madden und Simon