Weihnachtsreiten beim RFV Gutshof Behlendorf: Da wollte jeder zugucken

Ein kleines Feuer und Ritterspiele, ein großer Glühwein und Hallenreiten – was will man denn mehr an einem Sonntag erleben, wenn es denn vor allem noch der erste Advent ist. Der RFV Gutshof Behlendorf hat in seiner Feldstein-Reithalle alles aufgefahren, was das Plakat vorher verkündete. Trödelstände gab es ebenso wie heiße Suppe, Weihnachtsblasmusik und den Mann mit Bart, der seit einigen Tagen echt Stress hat. Und in der Halle wurde geritten, was die Boxen hergaben. Zwischendurch gab es Gesang in Solo, im Duett und im Chor. Querflöte, Gitarre und Geige wurde gespielt. So muss eine Weihnachtsfeier bei Reiters aussehen!

Dem Aufruf zum ländlich-weihnachtlichen Treiben folgten somit auch mehr als zweihundert Menschen aller Größen, die sich vor und in der Halle prächtig amüsierten.

Vereinsvorsitzender Frank Christoph war gleichzeitig DJ, Tontechniker und Conférencier in einem. Er zeigte sich erfreut und zufrieden über die große Resonanz seitens der Besucher. „Wir freuen uns wenn wir seit Jahren so ein kleines Fest machen und viele Leute kommen“, erzählt er zwischen zwei Ansagen. Die künstlerische Leitung schien überwiegend in den Händen der Zehe-Damen zu liegen. So mancher Solist war noch etwas mikrofonscheu und traute sich nicht so recht, ordentlich ins Horn zu stoßen. Diesen Part übernahm das Falkenhagener Bläserquartett. Die harten Damen und Herren erwärmten die Herzen der Anwesenden mit passenden Liedern zur Jahreszeit. Man sollte übrigens nicht vergessen: Das Spielen eines Blechblasinstruments ist bei Temperaturen um die null Grad ein Kraftakt, den nicht jeder beherrscht.

Etwas leichter hatte es da der Schwarzwälder, der das junge Voltigiervolk im Kreis bewegte. Da wurde nach Vorgaben einmarschiert, aufmarschiert und aufgesessen. Das sah gut aus und zeigte, dass es noch immer viele kleine Nachwuchsreiter gibt, die sich nach der Schule oder dem Kindergarten eher zum Pferd begeben als zur Glotze. Das lässt für den Reitsport, die Region und den Standort im Landkreis Oder-Spree hoffen, der ja nicht so wirklich viele sportliche Highlights für Reiter und Fahrer zu bieten hat. Behlendorf ist da so eine Art Leuchtturm.

Eine Augenweide war gleichfalls die gemischte Dressurquadrille mit zweimal Großpferd und zweimal Pony. Zwei Weihnachtsfrauen und zwei Engel schwebten auf ihren rentierähnlichen Huftieren durch die Halle – immer synchron und voll konzentriert. Den Applaus hatten sich die acht verdient.

Viel mehr Menschen gehen in die Reithalle schon gar nicht mehr hinein. Aber wer im nächsten Jahr vom Behlendorfer Weihnachtsmarkt auf dem Gutshof hört, könnte mal vorbeischauen. Es gibt nicht viele bessere Sachen, die man an einem ersten Advent machen kann.

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