Weihnachten bei der Zesche-Gang: Der Harem beschenkt den großen Meister

 

Der vergangene Samstag gehörte in Alt Zeschdorf ein letztes Mal in diesem Jahr dem Reitsport. Der RFV hatte zur Weihnachtsfeier geladen und es kamen weitaus mehr als einhundert Gäste. Nun ist Gäste ein weitläufiger Begriff gewesen in der Reithalle, denn einige waren Gäste und Akteure zugleich. Die Weihnachtsfeier der Zesche-Gang besteht nämlich nicht ausschließlich aus Glühwein, Grog und guter Laune. Es muss vor dem gemütlichen Teil noch ein wenig geackert werden. Dazu trafen sich junge und alte, neue und ehemalige, große und weniger große Mitglieder, um ein Märchen aufzuführen, zu dem natürlich reitsportliche Einlagen gehörten.

Dem kulturellen Treiben lag die Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens vom Geizkragen Scrooge zugrunde. Den Bösewicht spielte kein Geringerer als der Vereinsvorsitzende Peter Heinze, der in seiner Rolle mehr als glänzte. Er spielte sich gleichsam in einen Rausch und wurde zusammen mit den anderen Darstellern vom Publikum umjubelt.

Aber es wurden noch ganz andere Saiten aufgezogen, denn so eine Show muss mindestens eine musikalische Begleitung von Format haben. Diese wurde realisiert von Victor Wisniewski, der nicht nur im Sattel, sondern auch auf der Geige bewandert ist. Er gab in der Kälte sein Bestes und verhalf der Weihnachtsgeschichte zur notwendigen Feierlichkeit. Das Vibrato aufgrund eigenen Zitterns blieb aus und der Beifall war sicher.

Zur Show gehörte - wie sollte es bei der Zesche-Gang anders sein - ein ordentliches Springen. Das moderierte Olaf Hille als Trainer und Mentor mit den ihm eigenen salbungsvollen Worten. Die Gans als Siegprämie ging an Julia Richter mit Lucca. Die Mama von Lisa P. war etwas traurig, denn sie hatte fest mit der Beute gerechnet. In diesem Jahr gibt es also nur Grünkohl mit Kartoffeln ohne Fleisch im Hause P., wie es aussieht…

Doch es wurden nicht nur die Hufe in Stellung gebracht. Auch die eigenen Tentakeln mussten ran. Zwei Teams wurden mit der Aufgabe betraut, einen Tisch zu decken und einen Baum zu schmücken und das alles im gestreckten Galopp. Die Sieger wurden mit dem Geist der Weihnacht belohnt, der sich allerdings jeweils in einem Becher befand.

 

Der Nachwuchs hatte es da einfacher. Er wurde auf die Pferde gehoben und konnte sich im Schritt durch die Halle ein wenig vergnügen. Die Kleinen erhielten nach erfolgreicher Heimkehr zu den Erziehungsberechtigten noch ein Geschenk, welches der bärtige Mann bereits vorher an die Pferde gebammelt hatte. Man hatte an alles gedacht bei der Zesche-Gang.

 

Den Orden für Fleiß und Geist erhielten die vier Damen vom Grill, die sich den ganzen Nachmittag und Abend über um die durstigen Kehlen und leeren Mägen der vielen Besucher kümmerten. Es ging so mancher Becher mit heißem Kakao und Tee über den Tresen. Na gut, vielleicht war der eine oder andere Kaffee ebenfalls dabei… Auf jeden Fall hatte die Versorgungsstation viel Spaß bei der Arbeit, wie man sehr gut erkennen kann.

 

Der Abschluss des offiziellen Teils wurde von der Frauenreitgruppe zelebriert. Der gesamte Harem und einige weitere Beteiligte versammelten sich in der Halle, um ihrem Reitlehrer ganz persönlich zu danken. Olaf Hille musste nebst Gemahlin antreten, um ein zünftiges Geschenk zu erhalten. Es geht für die beiden im nächsten Jahr auf eine bekannte Western-Ranch. Das alles dient nicht nur dem Zwecke der Erholung, sondern ebenso der Horizonterweiterung. Olaf hatte nach eigenem Bekunden vor geraumer Zeit mal so etwas fallengelassen, dass er sich dafür interessieren würde und schwups - hatten die Frauen ihr Weihnachtsgeschenk für den reiterlichen Dreh- und Angelpunkt in Alt Zeschdorf.

 

Bei der Zesche-Gang kehrt nun Ruhe ein. Die wird aber nicht besonders lang anhalten, denn spätestens im Frühjahr bläst man wieder zum Angriff. Dann steht das alljährliche Team-Event auf dem Plan. Und es wird bestimmt wieder lustig - so gut wie Stimmung und Zusammenhalt in der Truppe sind.

 

Fotos von Jan-Pierre Habicht ©

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