Vorschau Trabrennen in Berlin - Mariendorf: Ist Alpha Simoni das Alpha-Tier?

Foto von Marius Schwarz: Die Favoriten der Auftaktprüfung Benjamin Hagen und die Stute Alpha Simoni

Die von Benjamin Hagen gesteuerte Stute gehört zu den Favoriten der V4-Wette. Doch bei der Mariendorfer PMU-Veranstaltung sind einige Überraschungen möglich.   

Um Punkt 12.00 Uhr erfolgt der erste Start: Alle Freunde einer gepflegten Wette sind am Samstag gleich im 1. Rennen gefordert, denn in der V4 geht es um eine Garantie in Höhe von 4.000 Euro. Bei der ersten V4-Ausspielung am 23. Januar war die korrekte Reihenfolge quasi mit der Mütze zu treffen und sorgte dennoch für eine Top-Quote. Dieses Mal dürfte es allerdings deutlich schwieriger werden, die richtigen Pferde auf den Schein zu bekommen, obwohl zumindest von den Papierform her natürlich einige Favoriten herausstechen. Aber sind die Gemeinten wirklich nicht zu kippen? Die von Benjamin Hagen präsentierte Alpha Simoni muss sich als Erste dieser Frage stellen. Ist die Fuchsstute tatsächlich ein Alpha-Tier?

Bei ihrem Sieg am 20. Januar bestritt die Vierjährige die ersten tausend Meter als zweites Pferd an der Innenkante und setzte sich dann mit einer langgezogenen Attacke und einer gehörigen Portion Einsatzwillen durch. Das einzige Produkt der leider eingegangenen Schwedin Super Vue besitzt also offenbar viel Moral. Doch derzeit scheint die Fuchsstute im 17-er Zeitenbereich erfasst zu sein. Die von Peter Simoni gezüchtete Traberlady trifft zwar auf keine ausgeprägten Siegertypen – aber in dem zehnköpfigen Feld befinden sich Gegner, die das gleiche Tempo gehen können. Hallo Bo (Katharina Kramer), Robinia Diamant (Michael Nimczyk) sowie Sir Carlton (Norbert Bierman) gehören also mit auf den Tippschein und besonders die Frage, ob sich der in der Wuhlheide erfolgreiche Paparazzi Diamant (Manfred Zwiener) weiter steigern kann, ist interessant.

Zwei frische Sieger kreuzen in dem mit einer Dreier-Garantie in Höhe von 4.000 Euro ausgestatteten 2. Rennen die Klingen und es müsste schon ein Wunder geschehen, wenn beide nicht am Ende ganz vorne landen. Denn sowohl Power Point (Michael Nimczyk) als auch Jilliane (Daniel Wagner) sind seit Wochen ein Muster an Zuverlässigkeit. Der Erstgenannte zeigte in seiner Laufbahn zuvor zwar hin und wieder etwas zu viel Temperament, hat aber unter der Regie seiner Trainerin und Besitzerin Patricia Ruckdäschel zu immer mehr Konstanz gefunden und ist mit seiner 15,9-Rekordmarke noch längst nicht erfasst. Power Points aktueller lupenreiner Sieg-Hattrick gestaltete sich mit zehn, fünf und vier Längen Vorsprung geradezu triumphal. Und Jilliane lief in der Hand ihres Trainers bei sieben Starts nur ein einziges Mal nicht in die Dreierwette. Das einzige Manko: Beide Pferde treten aus der zweiten Reihe an. Davon könnten Look Red Romulus (Julia Ertel), Thunder Jet (Jorma Oikarinen) und Jeronimo Express (Ferdinand Hirsch) natürlich profitieren – aber der Sieger wird dennoch Power Point oder Jilliane heißen.

Der Goldhelm Michael Nimczyk besitzt auch im 3. Rennen mit Supervera Diamant eine ausgezeichnete Chance. Rein von der Klasse her könnte die Tochter der Breeders-Crown-Siegerin Miss Vera (90.703 Euro Gewinnsumme) glatt als 10:10-Favoritin durchgehen. Die Quote wird aber weitaus lukrativer sein – nicht nur, weil es in dieser Prüfung eine Sieggarantie in Höhe von 4.000 Euro inklusive 1.000 Euro Jackpot gibt, sondern weil durchaus Unwägbarkeiten existieren. In Bahrenfeld trumpfte die Stute zwar Start bis Ziel mit dreieinhalb Längen Vorsprung auf. Ihr bisher einziges Berliner Engagement setzte die Fünfjährige im Rahmenprogramm des Derby-Finaltags 2015 allerdings in den Sand und sie musste in ihrer Laufbahn auch hin und wieder Zwangspausen einlegen. Falls die Siegeventualquote aber eine lohnende Rendite verspricht, sollte man beherzt zugreifen. Denn die Ausgangsposition ist mit der Nummer 6 optimal. Wenn die antrittsschnelle Vierbeinerlady wie zuletzt die Spitze bekommt, wird es für den in Karlshorst nicht glatt über den Kurs gekommenen Ben Kingsley (Heinz Wewering) sowie für Lonely PS (Daniel Wagner) und Intelligente (Ferdinand Hirsch) mordsmäßig schwer.

So richtig bunt wird es dann im abschließenden 4. Rennen zugehen, denn diese Prüfung ist ein Buch mit sieben Siegeln. Für die mit 4.000 Euro Garantie ausgestattete Viererwette kann man wohl nur Perdono (Denise Darling) und Höwings Rocky (Günter Schiefelbein) aus den Überlegungen streichen – alle anderen acht Pferde gehören auf den Schein. Doch wer bekommt die Siegschleife? Cardea (Michael Hönemann) machte am letzten Mariendorfer Renntag auf der Gegenseite ein mächtiges Fass auf. Der Offensivvorstoß reichte zwar nicht für den vollen Erfolg, war aber beeindruckend. Vico (Katharina Kramer) stürmte bei seinen letzten zehn ohne Galoppaden absolvierten Starts achtmal auf die Ränge eins bis drei. Und das ist erst der Beginn der Aufzählung, denn Domecq Baldwin (Roman Matzky), Lady Maren (Daniel Wagner), Pablo Kemp (Dennis Spangenberg), Baraija BR (Michael Nimczyk), Dynamite Goal Ass (André Pögel) und Agets de Bouere (Robert Pletschacher) liegen nahezu auf einer Linie. Einzig und allein der Rennverlauf wird also entscheidend sein und man darf schon im Vorfeld von einer fantastischen Quote in der Viererwette ausgehen.

Unsere Tipps:

1. Alpha Simoni – Robinia Diamant – Paparazzi Diamant

2. Power Point – Jilliane – Look Red Romulus

3. Supervera Diamant – Ben Kingsley – Lonely PS

4. Cardea – Domecq Baldwin – Lady Maren – Pablo Kemp