Vorschau Trabrennen in Berlin-Mariendorf am 26. Oktober 2014: Kein Spaziergang für den King

 

Beim Kampf um die mit 25.000 Euro Preisgeld dotierte GERMAN TOTE Gold-Trophy treffen Michael Nimczyk und King of the World auf exquisite Gegner. Jackpots, Garantieauszahlungen und Prämienverlosungen in Gesamthöhe von 28.000 Euro machen die Mariendorfer Wiedereröffnung zu einem Festival.

Sonntag, 26. Oktober 2014 (Start des 1. Rennens um 14 Uhr / Beginn des BTV-Expertentalks auf German Trot TV bereits um 13.15 Uhr).

„Ich bin mir sicher: Auf dieser Piste werden zukünftig enorm schnelle Zeiten erzielt!“ So lautete die Einschätzung des Berliner Sulky-Champions Thorsten Tietz, nachdem der 36-Jährige seine Pferde zu Wochenbeginn das erste Mal auf dem komplett sanierten Mariendorfer Geläuf trainiert hatte. Nach der Generalprobe folgt nun der große Moment: Am Sonntag wird die Derby-Bahn wiedereröffnet – und zwar mit einem Programm, das es nicht nur aus sportlicher Sicht in sich hat, sondern das mit Garantieauszahlungen, Jackpots und Prämienausspielungen in Gesamthöhe von 28.000 Euro gespickt ist. Doch nicht nur die Toto-Highlights sind bemerkenswert: Bei der Veranstaltung werden mithilfe des Engagements von GERMAN TOTE sowie der Unterstützung des VDT und der BTV-Mitglieder, die sich mit Spenden mächtig ins Zeug gelegt haben, über 50.000 Euro Preisgeld an die Aktiven verteilt.

Dass sich das Mariendorfer Geläuf endlich mit einem neuen Gesicht präsentieren kann, ist nicht nur dem beträchtlichen finanziellen Einsatz des Bahneigentümers Ulrich Mommert zu verdanken, sondern hinter der Renovierungsmaßnahme steckte auch ein gewaltiger logistischer Kraftakt. Es war also weit mehr, als nur eine Schönheits-OP oder ein Facelifting. In den vergangenen Wochen wurden rund 8.700 Tonnen eines extra aus dem Ausland importierten Spezialbelags auf der Rennpiste verteilt. Die oberen Schichten bestehen nun größtenteils aus Granit, der zuvor in den schottischen Steinbrüchen von Glensanda und Oban – zwei den Fachexperten überaus bekannte Orte – gehauen und anschließend gebrochen und gemahlen wurde. Ein Material von herausragender Qualität, das von der für die Geläufsanierung zuständigen Firma Boes Bau bereits bei der Renovierung der Bahrenfelder Trabrennbahn eingesetzt wurde.

Man darf also sehr gespannt sein, ob sich bei voraussichtlich angenehmen äußeren Bedingungen die Prognose von Thorsten Tietz erfüllt und auf Anhieb Top-Zeiten gelaufen werden. Vor allem die acht Starter der mit 25.000 Euro dotierten GERMAN TOTE Gold-Trophy (8. Rennen / 5.000 Euro Supersieg-Garantie inklusive 1.000 Euro Jackpot) bringen genügend Potential mit, um einen Maßstab dafür zu erstellen, was das neue Geläuf zukünftig hergeben wird. Tietz wirft einen seiner absoluten Stallcracks in die Schlacht: nämlich Harry’s Bar, der aktuell vier Treffer am Stück erzielt hat und in der Form seines Lebens läuft. Der sechsjährige Wallach geht ebenso wie Jag Heuvelland (Michael Schmid), Bogey Boko (Maik Esper), Best Well (Johannes Bot) und Michigan Venus (Dennis Spangenberg) von der 2.000-Meter-Grundmarke aus ins Rennen. Die Generalprobe in Karlshorst, bei der Harry’s Bar das erste Mal in seiner Karriere einen Bänderstart bestritt, wurde zu einer Machtdemonstration und der Seriensieger deklassierte einmal mehr seine Gegner. Thorsten Tietz: „Er hatte mit der für ihn ungewohnten Methode keinerlei Probleme.“

Doch diesmal wird der Vierbeinerheld noch einen Gang höher schalten müssen. Denn zwanzig Meter hinter ihm lauern drei Konkurrenten, die allesamt internationale Erfahrung besitzen. Nach seinen bravourösen Auftritten in Vincennes gilt King of the World als Macht und scheint auf deutschen Bahnen nahezu unschlagbar zu sein. „Er gehört zu den besten Pferden, die ich jemals steuern durfte“, lobt sein Fahrer Michael Nimczyk den Traber des Wiener Besitzers Johann Lenz. Keine Frage, der bildhübsche Fuchshengst ist wirklich ein King. Von seinem Rennkopf und von seinem Einsatzwillen her nehmen es nur wenige Trotter mit dem Fünfjährigen auf. Sollte ihm der volle Erfolg gelingen, dann würde King of the World die imposante Marke von 100.000 Euro an gewonnenem Preisgeld überspringen. Ein Ziel, das auch für den von Heinz Wewering gefahrenen Abano Boy in unmittelbarer Reichweite liegt. Der Hengst verkaufte sich in vor wenigen Tagen in Amiens mit einem Ehrenrang großartig – hätte Abano Boy im Finish rechtzeitig von der Innenkante weggefunden, wäre sogar noch mehr drin gewesen.

King of the World und Abano Boy kratzen also an der 100.000-Euro-Marke. Diese Grenze hat der gemeinsam mit ihnen im zweiten Band aufgestellte Parkin allerdings längst überwunden. Der von Rudolf Haller gesteuerte Wallach ist 207.915 Euro schwer und gehört der Schwedin Sofia Aronsson, die nicht nur in ihrer Heimat, sondern auch in Frankreich kräftig für Furore sorgt. Denn die 30-jährige Sportlerin ist nicht nur sehr attraktiv, sondern auch überaus ehrgeizig. Die in der Nähe von Göteborg aufgewachsene Amazone leitet sogar zwei Rennställe – einen in ihrer Heimat und einen in dem nördlich von Paris gelegenen Ort Chamant. Parkin, der mit Rudolf Haller in der Derby-Woche bereits einen Lauf zur Gold-Trophy in grandioser Manier gewann, gehört zur französischen Division und die Blondine sagt über ihn: „Ich kann zwar leider nicht am Sonntag in Berlin vor Ort sein, weil ich Starts in Schweden bestreite. Aber ich traue ihm ein sehr gutes Abschneiden zu. Parkin weiß im Rennen genau, was er zu tun hat und die aktuellen Trainingsleistungen sind überzeugend. Beim letzten Mal hatte Rudi mit ihm viel Pech. Denn Beide hatten das internationale Rennen in Budapest zwar überlegen gewonnen, wurden aber im Nachhinein wegen Behinderung eines Gegners disqualifiziert.“

Mit solch prominenten Teilnehmern ist die Gold-Trophy zweifellos ein würdiger Höhepunkt der Mariendorfer Wiedereröffnungsveranstaltung. Doch auch bei den anderen neun Prüfungen des Nachmittags tritt keine Langeweile auf. Im 5. Rennen dreht sich alles um einen Viererwetten-Jackpot in Höhe von 4.500 Euro. Von der Papierform her führt zwar kein Weg an dem viermal en suite erfolgreichen Viking’s Star vorbei – doch ähnlich wie mit King of the World muss sein Fahrer Michael Nimczyk auch hier aufpassen, denn Florana G (Thorsten Tietz), Sammy (Heinz Wewering) sowie Fittipaldi (Andreas Gläser) verkörpern ebenfalls Klasse und Moonchild (Jorma Oikarinen), die in Bahrenfeld anfangs zu weit aus dem Rennen lag und sich auf der Schlusshalben noch mächtig verbesserte, gehört sowieso auf den Schein. Weitere Top-Leckerbissen sind das 6. Rennen mit San Siro BR (Michael Nimczyk), der auf Vulkan (Daniel Wagner), Dream Well (Johannes Bot) und Ocean Dream (Heinz Wewering) trifft, sowie der Mitglieder-Pokal des VDT (9. R.), der mit Pferden wie Spicy A. (Thorsten Tietz), Blumenmann (Michael Nimczyk), Imperia (Heinz Wewering) und Dulco di Quattro (Michael Schmid) nur so vor Siegertypen wimmelt.              

Tipps:

1.Indigo Guardian – Beauty Boszorg – Minou Columbus

2.Graf Bismarck – Cassiopeia Blue – Jilliane

3.Anthony Boko – Pretty Lover – Rhinestone

4.Floh G – Jana – Kentucky Princess

5.Viking’s Star – Florana G – Sammy – Fittipaldi

6.San Siro BR – Vulkan – Dream Well

7.Liberty PS – Guantanamera – Whinny Love

8.King of the World – Harry’s Bar – Jag Heuvelland

9.Spicy A. – Dulco di Quattro – Blumenmann – Imperia

10.HöwingsSilberpfeil – Raquel Welsh – Alicante

Foto von Marius Schwarz