Vorschau Trabrennen in Berlin-Mariendorf am 04. Mai 2014: Zweiter Aufschlag für Nico Way

 

Im Adbell-Trial soll Heinz Wewerings Schützling den kürzlichen Ausrutscher ausbügeln. Die Vierjährigen treffen sich beim NRZ-Trial zum sportlichen Gipfeltreffen. In den zehn Berliner Rennen geht es um Jackpots und Auszahlungsgarantien in Höhe von 18.000 Euro!    

Berlin-Mariendorf, 4. Mai 2014 (Start des 1. Rennens um 14 Uhr / Beginn des BTV-Expertentalks auf german trot tv bereits um 13.20 Uhr)

Satte 18.000 Euro an Jackpots und Garantien: Die Veranstaltung auf der Derby-Bahn ist vollgepackt mit Highlights wie der im 2. Rennen beginnenden V5 und dem als fünfte Tagesprüfung ausgetragenen Viererwettenrennen (gleichzeitig mit Dreierwette!) sowie der Daily Double, deren Auftakt im 7. Rennen über die Bühne geht. Alleine diese drei Top Acts sind mit insgesamt 13.000 Euro Auszahlungsgarantie ausgestattet. Dazu kommen noch einmal über den gesamten Nachmittag verteilte Sieg-Jackpots in Höhe von 5.000 Euro. Und bereits vor dem Start des 1. Rennens gibt es Wettgutscheine und VIP-Karten für die Derby-Woche zu gewinnen. Denn bei dem ab 13.20 Uhr auf german trot tv ausgestrahlten Expertentalk wird Moderator Christoph Pellander allen Zuschauern eine Preisfrage stellen.

An der Gesprächsrunde wird neben anderen Gästen auch der siegreichste Sulkyfahrer der Welt teilnehmen: Heinz Wewering. Exakt 16.724 volle Erfolge hat der 29-malige Deutsche Meister bisher gefeiert und er hätte natürlich nichts dagegen einzuwenden, wenn in den mit jeweils 7.000 Euro dotierten Trials des Adbell-Toddington-Rennens und des NRZ-Pokals weitere Treffer hinzukommen. Vor allem bei dem als achte Tagesprüfung ausgetragenen und mit 2.000 Euro Siegjackpot aufgestockten Adbell-Trial scheinen die Chancen nicht schlecht zu stehen. Voraussetzung ist aber, dass sich sein Schützling Nico Way diesmal alle Fehler verkneift. Bei seinem letzten Start geriet der Diamond-Way-Sohn, nachdem er sofort die Führung übernommen hatte, eine halbe Runde vor dem Ziel völlig grundlos von den Beinen. „Ich habe mir danach ungefähr zehnmal die Videoaufzeichnungen des Rennens angeschaut, aber keinen Grund für seine plötzliche Galoppade gefunden“, sagt Heinz Wewering.

„Bei der täglichen Trainingsarbeit ist Nico Way stets zuverlässig“, fährt der zweimalige Weltmeister fort. „Der Hengst ist kein nervöses Pferd. Aber bei den jungen Trabern besteht immer das Risiko, dass sie falsche Schritte einlegen – vor allem zu diesem noch sehr frühen Saisonzeitpunkt. In der Vergangenheit habe ich die Derby-Aspiranten stets bis Ende März völlig in Ruhe gelassen und sie nur im lässigen Tempo bewegt. Aber aufgrund der Terminlegung der Dreijährigen-Rennen sind sie nun vorzeitig gefordert, Leistung zu bringen. Ich werde dennoch nichts überstürzen – bis zur Derby-Woche ist es schließlich noch ein Welchen hin.“ Auch von den Rekordzeiten der Gegner lässt sich Wewering nicht irritieren: „Der Kilometerschnitt sagt noch gar nichts über den Stellenwert innerhalb des Jahrgangs aus. Ein junges Pferd, dass heute im 16-er Bereich trabt, wird morgen nicht automatisch 15-er Zeiten gehen. Denn es gibt viele individuelle Faktoren, die bei der Entwicklung eine Rolle spielen. Und obwohl man als Trainer alles sehr genau beobachtet, ist man oft genug selber überrascht.“  

Die 16,5-Marke, die der von Michael Nimczyk präsentierte Konkurrent SJs Sunday bei seinem Sieg im ersten A-Trial des Adbells erzielte, hat Wewering natürlich trotzdem registriert. Der Hengst legte ein grandioses Finish hin und stürmte seinen Gegnern auf der Zielgeraden mit fünf Längen Vorsprung auf und davon. Der Sohn der leider viel zu früh eingegangenen Sundae As könnte also durchaus seiner Großmutter Sunset Lane nacheifern, die 1994 das Derby gewann. Seine Züchterin und Besitzerin Marion Jauß hat außerdem noch ein zweites heißes Eisen im Feuer: Die erstmalig von Dennis Spangenberg gesteuerte Aint she sweet ist das zweitjüngste Produkt der unvergessenen Armbro Junction, einer der weltweit besten Zuchtstuten aller Zeiten. Es bleibt abzuwarten, ob Aint she sweet eines Tages die gleiche Klasse verkörpern wird wie ihre legendären Brüder Abano As und Ambassador As. Aber welch prominentes Blut in ihren Adern fließt, bewies die Saisondebütantin bereits zweijährig mit ihrem Triumph im Trial zum Preis des Winterfavoriten.

Noch schneller als die Vorgenannten – nämlich in 16,0/1.900m – war der von Gerhard Steinhaus vorgestellte Bourgogne unterwegs. Komplettiert wird das kleine, aber feine Sechserfeld durch zwei Vierbeiner-Hoffnungen des Berliner Rennstalls Living Dream, der in der Hauptstadt für exquisite Qualität bekannt ist und mehr auf Klasse als auf Masse setzt. Die von Andrea Lombardo gesteuerte Tricolore ist das zweite Produkt der Schwerverdienerin Talent Groenhof (135.713 Euro Gewinnsumme) und liefert am Sonntag das Karrieredebüt ab. Ihr Trainer Maik Esper hat sich aber für den von der 20-maligen Siegerin Oh My Girl Island abstammenden Hengst Ganystar entschieden, der bereits einen Start im Bauch hat. Bei seinem Erstauftritt war der Fuchs vom Pech verfolgt, denn bei dem Mitte April in Karlshorst ausgetragenen B-Trial des Adbell-Toddington-Rennens präsentierte sich der Dreijährige auf der Anfangsrunde überaus dominant. Doch dann geriet er ohne Not von den Beinen und machte Heinz Wewering und Nico Way den Weg zum Sieg frei.

Heinz Wewering ist natürlich auch beim zweiten Hauptereignis dabei: Beim Trial des NRZ-Pokals, der als 6. Rennen ausgetragen wird und mit einem 1.000-Euro-Siegjackpot verknüpft ist. Er nimmt dort erstmalig die Fahrleine von Immo Müllers Stute Elma Lane in die Hand, die allerdings auf erlesene Konkurrenz trifft. Die Favoritenrolle gehört den beiden Schützlingen von Josef Franzl, der zeitgleich in München an den Start geht. Er hat daher seine beiden frischen Sieger Gri Harry und Ciao Amore den Spitzenfahrern Thomas Panschow und Michael Schmid anvertraut. „Beide Pferde haben in den vergangenen Tagen überzeugende Trainingsleistungen abgeliefert und es ist kaum zu entscheiden, welches das derzeit bessere ist“, sagt der Bayern-Champ und ergänzt: „Gri Harry ist ein schneller Beginner. Er könnte von der Position drei aus die Latten bekommen. Die Ausgangslage von Ciao Amore ist aber keineswegs schlechter, da der Hengst über ein tolles Laufvermögen verfügt und auch von hinten kommen kann.“ Franzl ist also optimistisch – eine Grundeinstellung, die auch andere Teilnehmer besitzen. Denn das achtköpfige Feld wimmelt nur so von Siegertypen: Barnaby (Daniel Wagner), Latte Macchiato (Victor Gentz), Idomeneo (Kornelius Kluth), Inschallah (Markus Bock) und Theodor Fontane (Michael Nimczyk) haben allesamt schon den Winnercircle aufgesucht.  

Unsere Tipps:

1. Very Good Boy – Mr Cashman – Elena Kievitshof

2. Vulkan – Becky Dragon – Andersson Mo

3. Honeybee – Photo du Monde – Gentleman As

4. Harry’s Bar – Gaius R.A. – Fridericus

5. Pretty Lover – Ventimiglia – Lady Florence – Shitan

6. Gri Harry – Barnaby – Ciao Amore

7. Pipilo Jet – Aflame Dragon – Rolling Blessed

8. SJs Sunday – Nico Way – Ganystar

9. Miss Dior – Dex Buitenzorg – I walk the Line

10. Sex and the City – Oh Happy Day – Basepoint

Foto von Jan-Pierre Habicht (C)