Vorschau Trabrennen in Berlin-Mariendorf: Alles, was das Traber-Herz begehrt

 

Die vorweihnachtliche Mariendorfer Veranstaltung ist erstklassig besetzt. Ein besonderes Augenmerk gilt der V5-Wette. Jackpots und Garantien summieren sich auf insgesamt 26.000 Euro. Hinzu kommt noch eine große Prämienausspielung. Der erste Start erfolgt um 14 Uhr, der BTV-Expertentalk beginnt bereits um 13.20 Uhr.

Sonntag, 14. Dezember 2014. Weihnachten und die Trabrennbahn Mariendorf – das gehört schon seit jeher fest zusammen. Nicht nur für die Tempelhofer Stammgäste ist der Besuch „ihrer“ Derby-Bahn unmittelbar vor und nach den Feiertagen regelrecht Pflicht. In diesem Jahr lohnt sich die Visite ganz besonders, denn der Renntag am 3. Advent gleicht tatsächlich einer frühzeitigen Bescherung und beim Blick auf die Mariendorfer Starterfelder kommt Feststimmung auf. Die sportliche Qualität der Veranstaltung ist hervorragend. Sämtliche prominenten Berliner und Brandenburger Rennställe bringen vor den Feiertagen noch einmal ihre besten Pferde an den Ablauf. Nahezu alle der elf Prüfungen sind vollgepackt mit frischen Siegern.

Gleich das 1. Rennen – der Amateurpokal des VDT – ist bereits ein echter Knaller und dass die beiden Traber Speedy Rapide (Werner Schnieder) und Doktor Schulze (Andreas Marx) trotz ihrer aktuellen Erfolge noch nicht einmal die Favoritenrollen einnehmen, sagt eigentlich alles. Es gibt nämlich drei weitere Top-Pferde im achtköpfigen Teilnehmerfeld: Richeliell stürmte bei seinen dreizehn Lebensstarts zwölf Mal (!) in die Dreierwette und sein Fahrer und Besitzer Wolfgang May ist aufgrund der langjährigen Reit- und Springsporterfahrung ohnehin ein Fuchs. Doch diesmal muss May aufpassen – denn Dulco di Quattro harmoniert mit der erst 17-jährigen Marlene Matzky perfekt. Die junge Amazone ist zwischen Pferdebeinen groß geworden und kehrte mit dem Wallach bisher nur ein einziges Mal ohne Geld in den Stall zurück. Die Bilanz von André Pögel und Lilly Ass ist ähnlich beeindruckend.

Nach der erstklassigen Auftaktprüfung geht es Schlag auf Schlag im selben Stil weiter. Im 2. Rennen ist Anthony Boko (Thorsten Tietz) trotz seiner drei Siege en suite noch längst nicht zuhause, denn Rayman (Dennis Spangenberg) muss nur sein Nervenkostüm im Griff behalten, um ganz vorne zu landen. Für Velten Fairytale (Michael Nimczyk) gilt Ähnliches – rein vom Läuferischen her bewegt sich die Stute auf Augenhöhe mit Rayman und sie könnte daher durchaus auf die Ehrenrunde gehen. Ein Buch mit sieben Siegeln ist das mit 5.000 Euro Viererwetten-Garantie verknüpfte 3. Rennen. Da die meisten der zehn Teilnehmer für vordere Ränge prädestiniert erscheinen, sollte man sich normalerweise für ein Bankpferd entscheiden. Doch man hat die Qual der Wahl: Soll das Vertrauen eher Indrois (Roman Matzky) gelten, der in Karlshorst mit der Führung in den Einlauf kam, dann aber Probleme mit der Gangart zeigte – oder ist Helene Ass (André Pögel), die ihren Brüdern Samur Ass und Grand Ass erfolgreich nachzueifern scheint, die bessere Alternative?

Im 4. Rennen steht ebenso wie in der siebenten und der neunten Tagesprüfung die Mariendorfer Supersieg-Wette im Mittelpunkt. Wer ein Freund klarer Handlungen ist, wird nicht lange fackeln und die Scheine aus seinem Portemonnaie zuerst auf die von Thorsten Tietz gesteuerte Fionara (4. R.) und dann nacheinander auf die von André Pögel päsentierte Mon Cherie Ass (7. R.) bzw. den von Maik Esper gelenkten Let’s win (9. R.) setzen. Doch ein Großteil des Wetteinsatzes gebührt an diesem tollen Berliner Nachmittag natürlich der V5, die im 5. Rennen beginnt und ebenfalls mit 5.000 Euro Garantieauszahlung ausgestattet ist. Eines kann man wohl schon jetzt mit Sicherheit versprechen: Gleich die Auftaktprüfung der Kombi-Wette wird von der Kilometerzeit her mächtig rasant!

Denn das 5. Rennen führt zum einen über die kurze Meilendistanz und zum anderen ist eine Stute dabei, deren Stallteam ein eindeutiges Ziel verfolgt: Miss Chablis, in deren Sulky erstmals Thorsten Tietz sitzt, soll sich eine neue persönliche Bestmarke verschaffen. Ihr Trainer und Mitbesitzer Manfred Schub: „Die Siebenjährige wird vermutlich zum Jahreswechsel in die Zucht gehen und sie soll sich mit einem schnellen Rekord von den Bahnen verabschieden.“ In ihrer bayerischen Heimat gilt die mehrmalige Breeders-Crown-Teilnehmerin als feste Größe: 16 Siege und 30 Platzierungen sprechen eine deutliche Sprache. Am Sonntag findet es Miss Chablis trotzdem schwer wie nie vor, denn Edina (Maik Esper) und Andersson Mo (Michael Nimczyk) stellen sich in ihren Weg. Man sollte beim V5-Auftakt also ähnlich wie im anschließenden 6. Rennen, das mit Vierbeiner-Stars wie Spicy A. (Dennis Spangenberg) und New Generation (Heinz Wewering) besetzt ist, lieber ein Kreuz zuviel als eines zuwenig auf den Tippschein setzen.                                           

Unsere Tipps:

1.Richeliell – Dulco di Quattro – Speedy Rapide

2.Rayman – Velten Fairytale – Rock of Gibraltar

3.Indrois – Helene Ass – Jigsaw – Red Diamond

4.Fionara – Moonchild – Urendo Way

5.Edina – Andersson Mo – Britany

6.Spicy A. – New Generation – Zizou AM

7.Mon Cherie Ass – Good man – Xenakis Frei

8.Cassiopeia Blue – Amundsen Mo – Enrico di Quattro

9.Let’s win – Iamtheredone – Contucky Newport

10.Floh G – Rovere Holz – Buffet Newport

11.     Montgomery Mo – Grand Tour Deluxe – Peaches Diamant

Foto von Marius Schwarz; Heinz Wewering ud New Generation