Vorschau Trabrennbahn Berlin - Mariendorf am Sonntag: STARKE GÄSTE AUF DER DERBY-BAHN

Foto von Marius Schwarz: Einer der Favoriten des 6. Rennens - Ciao Amore mit Pierre Vercruysse im Sulky. Am Sonntag wird Ciao Amore von seinem Trainer Josef Franzl gesteuert.

Nicht allein, doch auch die Absage des Münchener Renntags am vergangenen Sonntag hat einige Trainer aus dem Süden der Republik bewogen, der Derby-Bahn am Sonntag (Rennbeginn 14.00 Uhr) einen Besuch abzustatten. Mit zum Teil echten Krachern werden Josef Franzl, Josef Sparber und Gerhard Biendl den Einheimischen so manch harte und vielleicht sogar ungenießbare Nuss zu knacken geben.

Das trifft insbesondere für das Hauptereignis (6. Rennen) zu. Im Winter-Pokal des VDT gibt sich Ciao Amore mal wieder die Ehre. Der Sohn von Vererber-Champion Love You hat oft genug mit der im Lande verbliebenen Elite die Klingen gekreuzt. Unvergessen seine hiesige Flugshow am 1. November, als er mit Weltmeister Pierre Vercruysse ein exquisites Feld mit famosem Endspurt von hinten aufrollte und Größen wie Greenspan und Louisdor ausstach. Solche Rivalen stellen sich dem Franzl-Schützling um den „Pott“ des ältesten deutschen Besitzervereins samt 1.800 Euro Gage diesmal nicht in den Weg, wenngleich It’s Amazing eine erstaunliche Leistung nach der anderen aus dem Hut zaubert. Zwei, die ebenfalls den Platz hinter dem Top-Favoriten ins Visier nehmen, bringt Ciao Amore quasi selbst aus Bayern mit. RC Gallent Image ist ein alter Hase, der als Berlin-Fan ein einmaliges Kunststück fertiggebracht und vier Jahre in Folge seinen Vorlauf zur Derby-Meisterschaft der Amateure gewonnen hat. Besser als der US-Amerikaner ist derzeit Tout ou Rien drauf, der jedoch eine selbst für Trainer Sepp Sparber unerklärliche Aversion gegen den Mariendorfer Kurs zu haben scheint. Aus neun Versuchen hat der gebürtige Franzose lediglich eine dritte Prämie, aber acht Disqualifikations-Karten mitgenommen. Catchdriver Thomas Panschow soll diese schwarze Serie endlich durchbrechen; im Erfolgsfall kann sich der Tiroler, der sich Pathos OMs annimmt, unmittelbar anschauen, wie’s gemacht wird.

Natürlich schauen die Berliner nicht tatenlos zu, wenn das Fell ihres Wappentieres, sprich die Prämien verteilt werden. Mindestens so klar, wie Ciao Amore in der besten Klasse heraus sticht, gilt dies im 8. Rennen für Floh G. Der erneut von Thorsten Tietz chauffierte kernige Fuchs wird mental immer stärker und scheint mittlerweile sämtliche Start-Eskapaden im Griff zu haben. Enorm rennen konnte er ja schon immer. Die Überlegenheit der Berliner Pflanze mussten vor zehn Tagen zwei starke Trainingskameraden erfahren, die trotz bester taktischer Zusammenarbeit am Ende gegen den Dauerläufer keine Chance hatten - und härtere Rivalen hat der Wallach heute keineswegs vor der Brust.

Neben diesen beiden Rausguckern wartet das Programm mit einigen Duellen auf, die im Vorfeld mit der Zunge schnalzen lassen. So misst sich zum Auftakt der V5-Wette, die mit der 2. Prüfung eröffnet wird, in einem Amateurfahren die harte Femke Schermer mit dem Hamburger Niederländer Domecq Baldwin, der sich aus der Pause mit einem tollen Sieg zurückgemeldet hat. Der Startplatz spricht für seine Landsfrau, die mit Michael Hamann einen der taktisch gewieftesten Hobbyfahrer Berlins im Sulky weiß.

Reißt im 3. Rennen Eminent Frisias Siegesserie? Dreimal in Folge entpuppte sich der Neu-Berliner hierzulande als unbezwingbar, ja gab der Konkurrenz mit geradezu verblüffender Souveränität Saures. Nun wartet auf ihn mit Holy Wood Star eine Stute, die ihm die Suppe kräftig versalzen kann. Und dann ist da noch Fiobana, deren dreifacher Siegfaden beim zweiten Auftritt binnen drei Tagen gekappt wurde.

Mächtig rauchen werden die Wetter-Köpfe über der ersten Viererwette (4. Rennen), die von den Amateuren ausgefahren wird. Erneut hat Hamann in Biscuit Dragon ein höchst chancenreiches Pferd zur Hand. Geputzt ist der Fisch aber noch lange nicht, denn es stehen ihm einige herzhafte Rivalen ins Haus. Mit Vulkan hat Hufschmied Andre Pögel ein ganz heißes Eisen im Feuer, Holly go lightly ist immer für einen Platz am reich gedeckten Prämientisch zu haben, und Deutschland-Debütantin Titorea Jet wird nicht nur anreisen, um die gute Berliner Luft zu schnuppern. Ihre sehr ansehnlichen italienischen Formen lassen in Verbindung mit der Steuerung durch Christoph Pellander einiges erwarten. Gewürzt wird das Ganze durch Kandidaten wie Bolero R.A, General Eck, Inari und Pikus G, für die ein Platz innerhalb des Spitzen-Quartetts keine Utopie bleiben muss.

Diese Pferde sehen wir vorn:

1. Queen of Times – Serafino – Lucky Silver 

2. Femke Schermer – Quibello – Rayman

3. Fiobana – Holy Wood Star  – Eminent Frisia

4. Biscuit Dragon – Titorea Jet – Vulkan – Holly go lightly      

5. Replay Diamant – Flash di Quattro – Millions Boy

6. It’s Amazing – Ciao Amore – Andersson Mo

7. Bonjour Ganyboy AM – Alannah Mo – Tribuno As 

8. Floh G – Diamond Select – Janus R.A. – Pokerface Diamant 

9. Direct Flight – Noiseinbigdance – Viking’s Star