Vorschau Renntag Trabrennbahn Berlin - Mariendorf: Eine verdammt harte Nuss

Gerhard Biendl und Besitzerfamilie Schwarz

In dem mit 12.000 Euro dotierten Marathon-Hauptlauf stehen nicht nur die acht Teilnehmer vor einer schweren Aufgabe – auch für alle Wettexperten wird das Rennen zu einer echten Herausforderung. In nahezu allen anderen Tagesprüfungen sind ebenfalls dicke Überraschungen drin. Der richtige Riecher wird durch zahlreiche Jackpots und Auszahlungsgarantien belohnt.      

Berlin-Mariendorf, 23. Oktober 2016 (Start des 1. Rennens um 14.00 Uhr / Qualifikationen und Vorab-Interviews bereits ab 13.10 Uhr).

Die Meister ihres Fachs sind gefordert: Der Mariendorfer Oktober-Ausklang stellt alle Tippexperten vor knifflige Aufgaben. Neben der reinen Papierformen-Analyse kommen die Traberfans diesmal nicht um eine gehörige Portion Intuition herum, denn in den meisten der zehn Rennen ist nahezu alles möglich. Gleich in der um punkt 14 Uhr gestarteten Auftaktprüfung ist eine dicke Quote drin. Lewis Hamilton und seine Pilotin Chantal Solhart, die sich mit cleveren Fahrten in die Top Five der Mariendorfer Amateurrangliste vorgearbeitet hat, sind zwar in der Favoritenrolle. Aber unschlagbar ist Harald Schifflers Wallach beileibe nicht und der Rest ist ohnehin völlig offen. Ob man Enrico Hanseatic (Bernd Nebel) und Thunder Girl (Lars Siebert) mit auf den Wettschein nimmt oder sich für Tiraldina (Heinrich Bramlage), Baschkir (Michael Hamann), Arando (Franz Josef Stamer) und Millions Boy (Linda Matzky) entscheidet, ist eine reine Geschmackssache.

Im 2. Rennen geht es in ähnlichem Stil weiter, denn obwohl Robinia Diamant (Michael Nimczyk) mit ihren grundsoliden Leistungen in dieser Saison bereits über 12.000 Euro Preisgeld verdiente, ist die Stute kein ausgesprochener Siegertyp. Pablo Kemp (Dennis Spangenberg) und Vincent Mo (Michael Larsen) melden sich zwar aus langen Ruhepausen zurück und werden konditionell noch nicht auf hundert sein. Beide bringen aber läuferisch genügend Klasse mit, um der Vierjährigen mächtig auf den Zahn zu fühlen. Bis auf Shitan (Klaus Daust), der wohl eher für ein kleines Platzgeld gut ist, besitzen nahezu alle Teilnehmer eine ernsthafte Chance auf die vordersten Ränge. Für die V4, die in diesem Rennen beginnt, sollte man sich daher breit genug aufstellen. 

Die dritte Tagesprüfung scheint nicht ganz so offen zu sein, denn hier kommen nur der schnelle, aber unsichere Agostini (Dennis Spangenberg), MaxundAlex (Michael Nimczyk), Dania Hornline (Daniel Wagner) und Hestia R.A. (Michael Hönemann) – falls sie endlich ihres wahren Könnens besinnt – für den Sieg in Frage. Diese Pferde gehören unbedingt auch in die Zweier-Kombi, denn die richtige Reihenfolge auf den ersten beiden Plätzen wird an den Totoschaltern mit 3.333 Euro Garantie prämiert. Im 4. Rennen lockt dagegen ebenso wie im 7. Rennen die Mariendorfer Supersieg-Wette. In beiden Prüfungen sind aufgrund der Ausgeglichenheit lukrative Quoten vorprogrammiert. Selbst für die Favoriten Königin Luise mit Josef Franzl (4. R.) sowie den nach seiner langen Abstinenz mit Spannung zurückerwarteten Prince of Persia mit Michael Nimczyk (7. R.) wird es ordentliche Renditen geben.

Doch zurück zum chronologischen Ablauf. Der erste sportlich richtig dicke Fisch – der mit 7.500 Euro Preisgeld dotierte Beginners-Lauf der Marathon-Serie 1– steht als 5. Rennen auf dem Programm. Als „Anfänger“ kann man die sieben Teilnehmer allerdings kaum bezeichnen, denn zusammengerechnet gingen die Traber schon vierzig Mal (!) auf eine Siegerparade. Den größten Anteil zu dieser stolzen Bilanz steuerten Power Point (Michael Nimczyk) und Peron Viking (Josef Franzl) bei. Beide gehören als Bankpferde in die mit 5.555 Euro Garantie ausgestattete Dreierwette. Rainbow Diamant (Heinz Wewering), Raspberry Diamant (Gerhard Biendl), Tokay (Dennis Spangenberg) und Flirty or Dirty (Thomas Panschow) liegen vom Potential her nahezu auf einer Linie. Für Wariana (Katharina Kramer), die ihren einzigen Karriereerfolg als Siegerin des Stutenderby-B-Finales feierte, wird es schwer.

Im 6. Rennen, dem Herbst-Pokal des VDT, startet die V5. Für den Doppelsieger Don di Quattro (Dennis Spangenberg) wird die Angelegenheit alles andere als ein Zuckerschlecken, denn mit dem erstmals von Josef Franzl präsentierten Goodspeed und mit dem sich in Berlin stets wie zuhause fühlenden Jaromir (Roland Hülskath) stellen sich dem Wallach zwei hochkarätige Gegner in den Weg. Eine tolle Karriere darf man auch der Favoritin des 8. Rennens, nämlich Good Girl AS (Michael Nimczyk) zutrauen. Ihr zweiter Rang in der Breeders-Crown-Entlastung war aller Ehren wert. Die Stute ganz oben auf dem Tippschein zu notieren, reicht aber nicht, denn man braucht noch weitere drei Pferde für die mit satten 6.666 Euro Garantie verknüpfte Viererwette. Und da reicht die Palette angefangen vom aufgrund der Fahrership hochinteressanten Quinze Juin (Roland Hülskath) über Tornado Jet (Dennis Spangenberg), Fabian Boshoeve (Heinz Wewering) und Kilbeggan (Wladimir Gening) bis hin zu Look de Paris (Michael Hönemann).

Quasi eine freie Auswahl hat das wettende Publikum auch beim Höhepunkt des Nachmittags, dem 9. Rennen. Denn der Marathon-Hauptlauf um 12.000 Euro Preisgeld verspricht absolute Spannung – alles ist möglich. Ein Könner wie Popeye Diamant (Gerhard Biendl), der nicht weniger als 18 seiner 32 Einsätze gewann, würde zumeist als glatte Eins durchgehen – doch diesmal ist alles anders. Denn nicht ein einziger seiner sieben Gegner kann aus den Überlegungen gestrichen werden. Das zum Beispiel ein Derby-Sieger wie Expo Express (Daniel Wagner), der ebenso wie sein Trainingsgefährte Flashback (Thomas Panschow) auf dem langen 2.500-Meter-Kanten mit einer Zulage antritt, nur zu den chancenreichen Außenseitern gehört, sagt eigentlich schon alles über die Qualität dieser Prüfung aus.

N Cor Star (Josef Franzl), Pocahontas Diamant (Heinz Wewering), Raffaelo Diamant (Michael Nimczyk), Vin Rouge (Dennis Spangenberg) und die triumphale Breeders-Crown-Siegerin C‘est bien (Roland Hülskath) – das sind alles Namen, die ein erstklassiges Match erwarten lassen. Wie es ausgehen wird, ist nicht ansatzweise zu prophezeien, denn es wird alles vom Verlauf abhängen. Ein Rennen ohne echten Favoriten also – alle Pferde haben mit Kilometerzeiten im 13er-Bereich nicht die geringsten Probleme und derjenige Teilnehmer, der seine Reserven bis zur Zielgeraden aufheben kann, wird in den Winner-Circle einziehen. Den Wettern, die nicht auf das richtige Pferd setzen, bleibt allerdings ein Trost: Denn im abschließenden 10. Rennen können sie den Spieß mit dem Tipp des Tages noch umbiegen: Der glasklar favorisierte Dimitri W Eden und Katharina Kramer haben bis auf Vulkan (Michael Hamann) keinen ihrer Konkurrenten zu fürchten.

Unsere Tipps:

1. Lewis Hamilton – Enrico Hanseatic – Thunder Girl

2. Robinia Diamant – Pablo Kemp – Moonchild

3. Agostini – MaxundAlex – Dania Hornline 

4. Königin Luise – Erna EM – Krabat

5. Power Point – Peron Viking – Rainbow Diamant  

6. Don di Quattro – Goodspeed – Jaromir

7. Prince of Persia – Anna Simoni – Melchior Mo    

8. Good Girl AS – Quinze Juin – Tornado Jet – Kilbeggan 

9. Popeye Diamant – Flashback – C’est bien

10. Dimitri W Eden – Vulkan – Theodor Fontane 

Der bayrische Trainer Gerhard Biendl gemeinsam mit der Besitzerfamilie Schwarz nach einem Sieg mit dem Traber Popeye Diamant (Foto von Marius Schwarz)