Vorschau Renntag Trabrennbahn Berlin-Mariendorf 2014: Renntag mit Siegertypen

Am Sonntag treten in Mariendorf einige deutliche Favoriten an

Berlin-Mariendorf, 2. März 2014 (Beginn 13.30 Uhr).

Unschlagbare gibt es nicht – das ist eine der Binsenweisheiten des Trabrennsports und natürlich gilt diese Regel auch für die aus neun spannenden Prüfungen bestehende Mariendorfer Sonntagsveranstaltung. Aber dennoch stechen einige Pferde so deutlich heraus, dass es sträflich wäre, sie auf dem Tippschein zu vernachlässigen. Denn unter den 74 antretenden Trabern befinden sich etliche Siegertypen und es gibt kaum ein Rennen, bei dem nicht ein Pferd hervorragenden Kalibers dabei ist.

Gehen wir also die Starterfelder der Reihe nach durch: Im 1. Rennen muss Vicky Corner lediglich ihr Potential abrufen, um auf der Ziellinie vorne zu sein. Klaus Bockhoffs Stute galten von Anfang an große Hoffnungen, als Youngster trat sie schon gegen Vierbeinerhelden wie Robert Bi und Shoemaker an. Im weiteren Verlauf streute die kleine Schwester der bewährten Recken Identico Corner, Vanita und Voulez Vous Corner zwar häufiger Fehler ein – aber glattgehend wird sie bei ihrem ersten Auftritt in der Hand von Sarah Kube nicht zu schlagen sein. Falls Vicky Corner wie zuletzt frühzeitig die Spitze bekommt, sollte die Braune Chrissi H (Katharina Kramer) und Zanymeda Fortuna (Uwe Stamer) in Schach halten.

Im 2. Rennen richten sich alle Blicke auf Daniel Wagner und seinen Schützling Vulkan. Der Stallcrack des Ehepaars Thees hat den passenden Namen erwischt – aber nicht nur in positiver Hinsicht. Manchmal explodierte der Wallach zwar vor Leistungsbereitschaft und das überschäumende Temperament, mit dem er über die Gegner hinweglief, glich dem Ausbruch heißer Lava. Aber häufig taten sich aufgrund seiner Launenhaftigkeit auch abgrundtiefe Krater auf. Doch in den vergangenen Monaten hat sich alles zu einer Erfolgsstory entwickelt und Daniel Wagner hat den Dunkelbraunen beharrlich auf den konsequenten Weg geführt. Die Beiden sind ein Dreamteam geworden und gewannen drei ihrer letzten vier Starts. Dass Abaton (Maik Esper) und Fantastic BR (Michael Nimczyk) dem Topfavoriten einen Dämpfer verpassen, ist nicht zu erwarten.

Auch im 3. Rennen (Siegjackpot: 1.000 Euro) besitzt Daniel Wagner mit Pretty Lover eine gute Chance. Der Hengst debütierte wie ein Pferd anderer Klasse und gewann mit Josef Franzl im Sulky seine ersten drei Lebensstarts en suite. Dann kam aber Sand ins Getriebe – Pretty Lover musste über ein Jahr pausieren und zeigte sich bei seinem Comeback fehleranfällig. Ähnliches gilt für Theodor Fontane (Michael Nimczyk), der die Rennkarriere in ebenso glorreicher Manier begann, bei seinem Wiedereinstand aber zweimal hintereinander überaus nervös wirkte und frühzeitig von den Beinen geriet. Julius Southwind (Maik Esper) leistete sich ebenfalls schon Eskapaden, gewann im Dezember jedoch drei seiner vier Starts. Von der Kilometerzeit her muss Hans-Joachim Ganschows Hengst allerdings mächtig zulegen, denn seine Bestmarke rangiert zwei Sekunden unter denen der Konkurrenten.

Im 4. Rennen kommen trotz ihres Bandnachteils nur zwei Pferde für den Sieg in Frage: Abano Boy (Heinz Wewering) und Eckstein (Maik Esper). Natürlich verfügen auch die zwanzig Meter besser gestellten Teilnehmer Eddy Titan (Michael Nimczyk), Hamiro Sebarg (Daniel Wagner) und G.Moll (Jorma Oikarinen) über große Qualitäten – aber sie werden sich den Favoriten nicht in den Weg stellen können. Die für Abano Boy eingeplante Paris-Kampagne fiel zwar aufgrund seiner zu niedrigen Gewinnsumme ins Wasser – aber der große Bruder der Derby-Siegerin Lobell Countess läuft unter der Regie des siegreichsten Sulkyfahrers der Welt zweifellos in der Form seines Lebens und lediglich der mit einem unbeugsamen Kämpferherz ausgerüstete Eckstein hält ähnlich starke Trümpfe in der Hand.

Als recht offene Partie präsentiert sich das 5. Rennen: Der erstmals von Michael Hamann vorgestellte Poison Spin hat zwar schon vier Siege und drei Ehrenränge erzielt – doch Gladys BR (Cathrin Nimczyk), Evalina Ray (Sarah Kube), Benedikt (Thorsten Noack) und Molotow (René Klein) darf man ebenfalls einen starken Part zutrauen. Auch in dem als 6. Rennen ausgetragenen Trabreiten wird sich vermutlich alles erst auf der Ziellinie entscheiden. Die mit zwanzig Meter Zulage bedachte Evita sollte mit der Mariendorfer Monté-Championesse Saskia Krause im Sattel das größte Vertrauen am Wettmarkt genießen – doch die Deutsche Meisterin Cathrin Nimczyk wird mit Velten Top Secret von der Grundmarke aus kräftig dagegenhalten und die im zweiten bzw. dritten Band aufgestellten Le Carolus HH (Ronja Walter) und Iveri LB (Susanne Koch) können für eine Überraschung sorgen.

Im letzten Drittel des Renntages ist das Terrain wieder recht klar abgesteckt. Im 7. Rennen lautet das Duell Speedy Rapide (Thorsten Tietz) gegen Bachmann (Tim Schwarma). Lady Florence (Maik Esper) sowie Mister Rene (Thomas Heinzig) gehören für die Plätze mit auf den Schein. Chatain (Andrea Lombardo) oder Ysvogel (Maik Esper) – so lautet die Frage im 8. Rennen, das mit weiteren Teilnehmern wie Crown Store (Michael Nimczyk), Britany (Heinz Wewering) und Not to Bi (Thorsten Tietz) prominent besetzt ist. Im 9. Rennen geht es dann noch einmal um einen Siegjackpot in Höhe von 1.000 Euro und falls es der „heißen Schleuder“ Cadence (Michael Nimczyk) endlich einmal gelingt, auf den Beinen zu bleiben, wird sie von ihrem Bandvorteil gegenüber dem zwanzig Meter schlechter gestellten Apollon (Daniel Wagner) profitieren.        

Unsere Tipps:

1.Vicky Corner – Chrissi H – Zanymeda Fortuna

2.Vulkan – Abaton – Fantastic BR

3.Julius Southwind – Pretty Lover – Theodor Fontane

4.Eckstein – Abano Boy – Eddy Titan

5.Poison Spin – Gladys BR – Evalina Ray – Benedikt

6.Evita – Velten Top Secret – Le Carolus HH

7.Bachmann – Speedy Rapide – Mister Rene

8.Chatain – Ysvogel – Crown Store

9.Cadence – Apollon – Torpedo As