Vorschau Renntag Berlin-Mariendorf in Karlshorst am 28.09.2014: Supersieg und Superstars

 

Die Mariendorfer Veranstaltung im Pferdesportpark Karlshorst präsentiert Auszahlungsgarantien und Jackpots in Höhe von 21.000 Euro! Für die Teilnehmer der zwölf Rennen geht es sogar um 69.000 Euro Preisgeld. Im Mittelpunkt stehen der Vierjährigen-Marathon und die Trials zum St. Leger und zum Preis des Winterfavoriten.

Sonntag, 28. September 2014 (Start des 1. Rennens um 14 Uhr / Beginn des BTV-Expertentalks auf German Trot TV bereits um 13.20 Uhr)

Der September-Ausklang wird zu einem großartigen rennsportlichen Ereignis, denn die BTV-Veranstaltung lockt nicht nur auswärtige Topfahrer wie Josef Franzl (Foto), Roland Hülskath, Conrad Lugauer, Thomas Panschow, Michael Schmid, Jesse ter Borgh und Robbin Bot in die Wuhlheide, sondern auch an den Totokassen ist ein mächtiger Ansturm zu erwarten. Gleich dreimal – nämlich im 3., 6. und 9. Rennen – steht die Supersieg-Wette mit 5.000 Euro Garantie inklusive 1.000 Euro Jackpot auf dem Programm. Im 5. Rennen (auch mit Dreierwette) sind 4.000 Euro Mindestauszahlung für die Viererwette veranschlagt und in der Daily Double (7./8. R.) sowie in der zwölften Tagesprüfung gibt es nochmals 1.000 Euro Jackpot obendrauf. Garniert wird das Ganze mit einer Prämienausspielung um 1.000 Euro in Wettgutscheinen.

Unser erster Blick gilt natürlich dem mit 25.000 Euro dotierten Vierjährigen-Marathon, der als 10. Rennen ausgetragen wird. Wie ein Faustschlag in das Gesicht seiner Gegner – so präsentiert sich für gewöhnlich Faust Hanover, der mit seinem Trainer Josef Franzl im Sulky für die Farben der Moskauer Besitzerin Natalia Stroy von Sieg zu Sieg eilt. Die ehemalige Springreiterin gehört zu den erfolgreichsten russischen Unternehmerpersönlichkeiten und regiert ein regelrechtes Geschäftsimperium, das in der Lebensmittelbranche angesiedelt ist. Die begeisterte Pferdeliebhaberin scheut keinerlei Investitionen: Für den auf der weltberühmten Hanover Shoe Farms aufgewachsenen Hengst legte die 41-Jährige ohne jegliches Wimperzucken 100.000 Dollar auf den Tisch. Natalia Stroy folgte einem goldrichtigen Instinkt, denn Faust Hanover entwickelte sehr zu ihrer Freude innerhalb der kürzesten Zeit zu einem absoluten Siegertypen, der bisher noch nicht an seine Grenze stieß.

Vor vier Wochen gelang dem vierbeinigen Superstar, der zuvor schon mit Thomas Royer die Internationale Derby-Meisterschaft der Amateure und mit Josef Franzl das Schwarzer-Steward-Rennen gewonnen hatte, sein zweifellos größter Hieb: Faust Hanover, der bereits dreijährig vier Siege en suite in Moskau erzielt hatte, kehrte in die Heimat seiner Besitzerin zurück und verwandelte mit seinem Trainer den mit zwei Millionen Rubel (rund 41.000 Euro) Preisgeld dotierten Kemerowo-Cup zur Bühne eines grandiosen Erfolgs. Der Hengst übernahm in dem Rennen, das zu den bedeutendsten Ereignissen des russischen Sulkysports gehört, rund tausend Meter vor dem Ziel die Führung und schlug in überlegener Manier solch vorzügliche Pferde wie Ens Caviar’s Sun und Bloodstock’s Mike, die zuvor bei ihren sporadischen Gastauftritten in Deutschland stets gefürchtet und nahezu unbezwingbar waren. Josef Franzl: „Der Sieg gegen diese starken Konkurrenten fiel Faust Hanover im Grunde genommen wesentlich leichter als die doch sehr strapaziöse Reise nach Moskau, die ihm mächtig zu schaffen machte. Aber auch die vielen Kilometer im Transporter hat der Braune weggesteckt, denn er ist ein total harter Bursche.“

In den zurückliegenden Tagen ließ es Franzl daher eher ruhig mit dem Spitzentraber angehen: „Ich habe dem Hengst im Training nicht das letzte Quäntchen Kraft abverlangt – Faust Hanover hat aber trotzdem sehr überzeugend gearbeitet und wir kommen mit viel Optimismus nach Berlin.“ Die positive Grundstimmung wird Franzl allerdings auch brauchen, denn Faust Hanover geht als einziger Teilnehmer mit einer Doppelzulage in das 2.500-Meter-Rennen. Vor den im zweiten Band aufgestellten Dino Newport (Maik Esper), Easy Lover (Roland Hülskath) und Nu I Nu (Jesse ter Borgh) hat der bayrische Profi keine Angst: „Diese Gegner müsste Faust Hanover normalerweise schlagen können.“ Aber die von der Grundmarke startenden Guliano Bo (Thomas Panschow), Theodor Fontane (Matthieu Hegewald), Immosand (Robbin Bot), und vor allem Rubino degli Dei (Michael Schmid) machen Franzl zu schaffen: „Solchen Pferden ihre vierzig Meter Vorsprung wieder abzunehmen, ist alles andere als eine lockere Angelegenheit. Falls er die Spitze bekommt, ist insbesondere Rubino degli Dei ein unbequemer Konkurrent. Aber ich bin mir sicher, dass Faust Hanover die lange Strecke mag.“

Um die Favoritenstellung kommt Franzl also nicht herum. Dies wird Roland Hülskath und Fräulein Wunder in dem mit 12.500 Euro dotierten Stutenlauf, der bereits als 4. Rennen ausgetragen wird, wohl ähnlich ergehen. Dieselbe Distanz, dieselbe Ausgangsposition: Auch die Stutenderby-Siegerin geht als einzige mit 40 Meter Zulage an die Aufgabe heran. Dass Fräulein Wunder in dieser Saison keinen ihrer fünf Starts gewinnen konnte, spricht nicht gegen sie. Denn die Jauß-Stute traf stets auf exquisite Gegner und ihre Klasse ist unbestritten. Ein Spaziergang wird es allerdings nicht für sie werden – denn von der Grundmarke aus besitzen Vicky Corner (Thorsten Tietz), Alicante (Maik Esper), Höwings Shiva Z (Constantin Vergos), Inari (Dennis Spangenberg) sowie Speedy Rapide (Thomas Panschow) exzellente Chancen. Und im zweiten Band lauern Damalia (Benjamin Hagen) sowie Fairness (Michael Schmid) auf Fehler ihrer Konkurrenten.

Neben den beiden Marathon-Läufen bilden die mit jeweils 7.000 Euro dotierten Trials zum Preis des Winterfavoriten (6. R.) und zum St. Leger (8. R.) die weiteren Höhepunkte des Karlshorster Nachmittags. In der erstgenannten Prüfung wirft Conrad Lugauer seine Youngster-Hoffnung Floyd Fortuna in die Schlacht. Der zweijährige Hengst vom Rennstall ADAMAS glänzte bei seinem Karrieredebüt auf Anhieb mit einem fulminanten Viereinhalb-Längen-Sieg in Aby. Eine bessere Empfehlung ist wohl kaum möglich. Doch auch der mit feinem Speed erzielte Volltreffer von April Love (Jorma Oikarinen) war bemerkenswert und das Jauß-Trio Frances F Boko (Roland Hülskath), Nikkei (Michael Schmid) und Ivory Coffee (Dennis Spangenberg) sollte man in alle Rechnungen mit einbeziehen. Vor allem Nikkei ist hochinteressant: Denn der Sohn der 25-maligen Siegerin Noblesse Oblige ist kein Geringerer als ein Bruder von Nu Pagadi (637.191 Euro Gewinnsumme). Beim St.-Leger-Trial ist ebenfalls Klasse en masse vorhanden. Pacha Diamant (Josef Franzl) und Moonchild (Jorma Oikarinen), die Schwester von Stanislawski und CC Rider, treten als frische Sieger an und Yankee Maverick (Thomas Kornau) sowie der Baltimore-As-Bruder Balastero As (Michael Schmid) haben bereits gewaltiges Laufvermögen bewiesen.

Tipps:

1. Bahia de Payre – Red Diamond – Milow

2. Jag Heuvelland – Andrew Dragon – Really

3. My Sweet Lord – Euro Girl – Arando

4. Fräulein Wunder – Vicky Corner – Alicante

5. Gentille – Uldimeo – Fittipaldi – Urendo Way

6. Floyd Fortuna – Frances F Boko – April Love

7. Louisdor – Dancer Dragon – Cardea

8. Pacha Diamant – Yankee Maverick – Balastero As

9. SJs Sunday – Karisma Diamant – Donna Kievitshof

10. Faust Hanover – Guliano Bo – Rubino degli Dei

11. Remo Petral – Rayman – Rhinestone

12. I Walk The Line – Italianec – Lady Maren

Foto von Marius Schwarz