Vorbericht zum Renntag in Berlin-Mariendorf am 7.Juli 2013: Wer zähmt den Tiger?

 

Beim Buddenbrock-Rennen 2013 um 50.000 Euro Preisgeld muss sich Tiger Woods As gegen die gesamte Jahrgangsspitze beweisen. Sein Fahrer Robin Bakker ist auch bei dem mit 25.000 Euro dotierten Stutenlauf im Sulky von Mustang’s Sally Topfavorit.

Berlin-Mariendorf, 7. Juli 2013 (Beginn 13.30 Uhr) .

Alwin Schockemöhle ist einer der erfolgreichsten deutschen Traberzüchter aller Zeiten. Als die in seinem Besitz befindliche US-Stute Tiegs Blue Chip im Mai 2010 ein hübsches Fohlen zur Welt brachte, gab der zweimalige Olympiasieger dem Nachkommen genau den richtigen Namen: Tiger Woods As. Denn zum einen ist der mittlerweile als haushoher Derby-Favorit gehandelte Traber in seiner eigenen sportlichen Disziplin ähnlich begabt wie der berühmte Amerikaner (geschätztes Jahreseinkommen: 80 Millionen US-Dollar) im Umgang mit dem Golfschläger. Und zum anderen agiert Tiger Woods As auf den Rennbahnen im Stil eines Raubtieres, das gerade zum Sprung ansetzt: Über seine Gegner fällt der athletische Hengst regelrecht her.

Obwohl der Braune ansonsten handzahm ist. „Tiger Woods As ist von seiner ganzen Art her unheimlich ausgereift“, sagt Roman Thomaskamp. Der 37-jährige Deutsche lebt seit langem in der Schweiz und hat sich mit seinem Züricher Salon und der Dependance in Bocholt an der Spitze der internationalen Hairstylisten etabliert. Er ist gemeinsam mit dem Niederländer Leendert Gerrits Besitzer des vierbeinigen Superstars. Über den ungünstigen Startplatz 8, den Tiger Woods As am Sonntag im Buddenbrock-Rennen (2.000 Euro Siegjackpot!) einnehmen muss, macht sich der leidenschaftliche Traberfan wenig Sorgen. „Ich vertraue voll auf unseren Trainer Paul Hagoort und auf Tiger Woods As’ Fahrer Robin Bakker, die gemeinsam hervorragende Arbeit ableisten!“

Auch den in seinen und Gerrits’ Farben laufenden Stallgenossen Stanislawski (Michael Nimczyk) hat Thomaskamp trotz der ebenfalls nicht gerade günstigen Startnummer 7 voll auf der Rechnung. „Er ist zwar ein ganz anderer Typ als Tiger Woods As und braucht noch ein wenig Zeit für seine Entwicklung – aber man sollte Stanislawski keinesfalls unterschätzen, er wird seinen Weg machen.“ Der Dreijährige ist nicht nur durch die Wertschätzung seines Besitzers, sondern auch durch seine prominente Blutlinie empfohlen. Denn Stanislawski ist der jüngere Bruder des Breeders-Crown-Siegers CC Rider.

Doch auf ein hervorragendes Pedigree können auch die weiteren sechs Buddenbrock-Starter verweisen. Die große Derby-Generalprobe wird zum Gipfeltreffen der Dreijährigen-Elite und keiner der bisherigen Hauptprotagonisten fehlt. Shoemaker (Heinz Wewering) unterlag Tiger Woods As im Adbell-Toddington-Rennen zwar mit zwei Längen, gewann im Anschluss aber in Hamburg mit Weile-Vorsprung. Pico’s Boy (Gerd Biendl) war glattgehend noch nie geschlagen und sprintete beim Buddenbrock-Trial sogar an Stanislawski vorbei. Easy Lover (Roland Hülskath), dessen Mutter Easy Way SL 107.430 Euro Preisgeld gewann, und More Caviar (Arnold Mollema) sammelten auf höchster Ebene Routine. Ciao Amore (Josef Franzl) offenbarte bei seinen drei Siegen keinerlei Leistungsgrenzen und auch Höwings Südsturm (Georg Frick), der Sohn der herausragenden Esina Diamant (95.765 Euro Gewinnsumme), scheint ein echter Erfolgstyp zu sein.

Zuhause ist Tiger Woods As also noch lange nicht, obwohl er der klare Favorit bleibt. Robin Bakkers zweiter Sieganwärter befindet sich in einer ähnlichen Rolle: In dem mit 25.000 Euro dotierten Buddenbrock-Stutenlauf steuert der 30-jährige Niederländer die ebenfalls von Paul Hagoort trainierte Mustang’s Sally, auf die alle anderen Teilnehmer Jagd machen werden. Drei Starts, drei Siege – so lautet ihre Bilanz. Aber obwohl die Statistik makellos ist, schaffte es Fräulein Wunder (Michael Nimczyk) im Adbell-Toddington-Stutenlauf, sich bis auf eine halbe Länge Rückstand an die Quick-Wood-Tochter heranzukämpfen. Eine Formumkehr ist daher nicht undenkbar. Überhaupt nicht einzuschätzen ist Miss Dior, die am Mariendorfer Jubiläumsrenntag aus dem Feld heraus gewann. Ihre Rekordmarke von 1:18,0 min. klingt nichtssagend – doch ihr Fahrer Thorsten Tietz bringt viel Selbstvertrauen mit und sagt: „Miss Dior wurde in der Vorbereitung zwar durch eine kleine Verletzung zurückgeworfen – doch die geplanten Starts auf Zuchtrennebene haben wir nie aus den Augen gelassen und ich halte sie für ein sehr gutes Pferd!“

Eines ist sicher: Am Buddenbrock-Renntag wird in Berlin bereits Derby-Atmosphäre herrschen. Dafür sorgt nicht nur das Aufeinandertreffen der Jahrgangs-Asse, sondern ein durchweg stark besetztes Programm. Über 100.000 Euro Preisgeld wird innerhalb weniger Stunden verteilt. Ein echter Leckerbissen ist das mit 10.000 Euro dotierte Master-Rennen V, bei dem exquisite Pferde wie Offenbach Bigi (Josef Franzl), Cosmic Love (Gerd Biendl), Sugar (Thorsten Tietz), Anky Kievitshof (Robin Bakker), Kamina (Michael Nimczyk), What a Feeling (Roland Hülskath), Britt Newport (Jesse ter Borgh), Yesterday (Hubert Schoonhoven) und El Conchita (Thomas Panschow) aufeinandertreffen. Vielleicht besitzt das letztgenannte Pferd sogar das stärkste Nervenkostüm aller vierzehn Teilnehmer. Denn El Conchita hat wie immer ihren persönlichen Begleitschutz auf der Reise nach Berlin dabei: die kleine Ziege Esmeralda, ohne die sie keinen einzigen Schritt unternimmt.

Tipps:

1. Crime Time – Giggi – Diving

2. Moonwalker – Ruby Tuesday – Torpedo As

3. Kid Rock – Roadtrip Diamant – Pirlo

4. Mustang’s Sally – Fräulein Wunder – Super Evelyn

5. Pretty Ripped – King of Moor – Major Eck – Recordtime

6. German Gina – Oldtimer Diamant – Charly Boy

7. Offenbach Bigi – Cosmic Love – Sugar

8. Bronsvlinder – Abano Boy – Amigo Butcher

9. Mister Bi – Rubinus – Azarie Ass

10. Tiger Woods As – Shoemaker – Pico’s Boy

11. Klasido – Most Wanted As – Janus R.A.

12. Riki d’Asolo – Merry Legs – Hallo again