Vorbericht Mariendorfer Trabrennen in Karlshorst: Ein ganz heißes Ding

 

Elf Rennen mit einer Heerschar von Sieganwärtern: Bei der Mariendorfer Sonntagveranstaltung im Pferdesportpark Karlshorst sind spannende Finishkämpfe vorprogrammiert. Nur wenige Favoriten stechen glasklar heraus. Im Mittelpunkt stehen die mit jeweils 7.000 Euro dotierten Trials zum Preis des Winterfavoriten und zum Vierjährigen-Marathon.

Sonntag, 14. September 2014 (Start des 1. Rennens um 14 Uhr / Beginn des BTV-Expertentalks auf German Trot TV bereits um 13.15 Uhr)

Es gibt Renntage, an denen man als wettfreudiger Zuschauer einfach nicht an den Favoriten vorbeikommt. Und es gibt Tage, an denen man beim Ausfüllen der Tippscheine ruhigen Gewissens auch einmal volles Risiko gehen kann. Die vom Berliner Trabrenn-Verein (BTV) organisierte Sonntagveranstaltung in der Wuhlheide gehört zweifellos zur letztgenannten Kategorie, denn die Ausgeglichenheit der Starterfelder ist frappierend und zieht sich ein roter Faden durch das elf Prüfungen umfassende Programm. Spätestens beim Blick in den Formenteil der Zeitschrift Trabaktuell wird ganz schnell klar: Nur wenige Pferde treten an diesem Nachmittag ohne Siegchancen an und das Ausknobeln der richtigen Tipps wird für alle Traberfans zu einem ganz heißen Ding. Äußerst nützliche Hinweise für die richtige Wettstrategie wird daher mit Sicherheit der von Christoph Pellander moderierte und bereits ab 13.15 Uhr auf German Trot TV ausgestrahlte Expertentalk liefern.

Schon die ersten beiden Rennen sind nicht ganz ohne. Denn hier stellen sich bis auf wenige Ausnahmen drei- und vierjährige und damit noch relativ unerfahrene Pferde vor, denen größere Hoffnungen gelten. Zwei heiße Eisen hat Jorma Oikarinen (Foto) im Feuer. In der Auftaktprüfung steuert der Finne die Stute Red Diamond, die sich als Vierte im Bayern-Pokal-Trial achtbar aus der Affäre zog, aber vor den Gegnern Jana (Maik Esper), Liberty PS (Michael Nimczyk) und My Sweet Lord (Thomas Heinzig) auf der Hut sein muss. Gut zwanzig Minuten später stellt Jorma Oikarinen dann Red Diamonds Trainingsgefährtin Moonchild vor, die nicht nur eine Schwester der prominenten Traber Stanislawski (81.946 Euro Gewinnsumme) und CC Rider (57.923 Euro) ist, sondern den genannten Trial sogar gewinnen konnte.

Im 3. Rennen werden sich viele Blicke auf Just like Heaven richten, der in der Derby-Woche als Sieger des lukrativ dotierten Handicaps de luxe über sich hinauswuchs und nun erstmalig von Michael Hamann gesteuert wird. Aber auch für ihn gilt der Verkehrshinweis „Achtung Gefahrenstelle!“, denn der mit zwanzig Meter Zulage bedachte Wallach aus dem Lot von Daniel Goehrke muss sich mit etlichen gefährlichen Konkurrenten auseinandersetzen. Besonders die aus dem ersten Band startenden Teilnehmer gehören in jede Rechnung: Obwohl Marlene Matzky erst 17 Jahre alt ist, hat sie mit Dulco di Quattro schon einige tolle Fahrten abgeliefert und ihre Schwester Linda (16), die im Sulky von Uranus de Valle sitzt, bringt die gleiche Leidenschaft für den Trabersport mit. Ganz zu schweigen von den mehrmaligen Berliner Amateurmeistern Sarah Kube und André Pögel, die mit Anthony Boko und Oscar Eck ebenfalls von der Grundmarke aus ins Rennen gehen.

Die Auftaktprüfungen sind also bereits mächtig spannend – doch nun zu den beiden sportlichen Hauptereignissen: Um jeweils 7.000 Euro Dotation geht es bei den Trials zum Preis des Winterfavoriten (4. Rennen) und zum Vierjährigen-Marathon (9. Rennen). Beide Prüfungen präsentieren sich völlig gegensätzlich. Denn während es bei den Vierjährigen, die sich auf der langen 2.500-Meter-Distanz miteinander messen, klar verteilte Rollen gibt und unter normalen Umständen nur Love You Corner (Michael Nimczyk) und Ciao Amore (Josef Franzl) den Sieg unter sich ausmachen werden, ist der Winterfavorit-Trial ein Buch mit sieben Siegeln. Wer mutig ist, wird sogar den einzigen Debütanten im sechsköpfigen Youngster-Feld nach vorne nehmen: Denn Yahoo (Michael Schmid) kann auf herausragende Ahnen verweisen: auf seine Großmutter INXS of Fire und seine Tante Ini Lou, die beide das Stuten-Derby gewannen.

Aber auch alle anderen Teilnehmer treten mit nahezu gleichwertigen Chancen an. Halva von Haithabu (Maik Esper) wurde auf Trial-Ebene zweimal hintereinander als dreistelliger Außenseiter sträflich unterschätzt und sammelte nach klug eingeteilten Rennverläufen satte Preisgelder ein. Er schlug bereits April Love (Jorma Oikarinen), die immerhin eine Tochter der bestens bekannten Aprilliebe (52.660 Euro Gewinnsumme) ist. Der Stall Habo setzt auf Indira Bo (Heinz Wewering) und Iceman Bo (Thomas Panschow), die beide über Laufvermögen verfügen, aber noch recht ungestüm sind. Ganz schwer einzuschätzen ist Rene M Newport (Jesse ter Borgh). Sein Erstauftritt in Gelsenkirchen war nichtssagend – aber das Pedigree des Hengstes ist überzeugend, denn seine Mutter Midnight Lace (Rekord 1:13,0 min.) sammelte Siege wie am Fließband ein. Trotz der nur sechs Starter gehört der Winterfavoriten-Trial also ähnlich wie das als fünfte Tagesprüfung ausgetragene Viererwetten-Rennen (4.000 Euro Garantieauszahlung / mit Dreierwette), in dem Bogey Boko (Maik Esper) auf Zatopek Boshoeve (Michael Nimczyk), Major Eck (Thorsten Tietz), Independence (Klaus Daust) und Britany (Heinz Wewering) trifft, zu den offensten Rennen der Veranstaltung.                          

Tipps:

1. Red Diamond – Jana – Liberty PS

2. Moonchild – Good for Business – Laufey  

3. Just like Heaven – Dulco di Quattro – Anthony Boko

4. Yahoo – Halva von Haithabu – Iceman Bo  

5. Bogey Boko – Zatopek Boshoeve – Major Eck – Independence

6. Gentille – Heider Bo – Floh G  

7. Lord Philipp – Remo Petral – Aint she sweet

8. Louisdor – Dashing Dragon – Cardea  

9. Ciao Amore – Love You Corner – Inschallah

10.Rosenstolz – Raquel Welsh – Dancer Dragon

11.Richeliell – Mister Rene – Diva Newport  

Foto von Marius Schwarz ©