Vorbericht Berlin - Mariendorf: Gleich im ersten Rennen geht die Post ab

Arnold Mollema (Foto: Marius Schwarz)

Ein absolutes Klasse-Programm: Die Mariendorfer Sonntagveranstaltung bietet bereits einen Vorgeschmack auf die große Saison. Topstars wie Jos Verbeeck und Arnold Mollema schmücken den Renntag, der ganz im Zeichen der beiden Adbell-Toddington-Trials um 16.000 Euro Gesamtpreisgeld steht. Jackpots, Prämien und Garantieauszahlungen summieren sich auf 33.000 Euro.   

Berlin-Mariendorf, 17. April 2016 (Start des 1. Rennens um 14.00 Uhr / Qualifikationen bereits ab 13.10 Uhr).

Bis zum ersten bedeutenden Dreijährigen-Klassiker, dem Adbell-Toddington-Rennen am 22. Mai, sind es zwar noch ein paar Tage hin. Aber am Sonntag liegt ohne jeden Zweifel bereits ein Hauch jener Atmosphäre in der Luft, die den Sulkysport so faszinierend und einzigartig macht. Nicht nur, weil die ersten Repräsentanten der Derby-Generation ihre Visitenkarte in den beiden mit jeweils 8.000 Euro dotierten Trials abgeben, sondern weil auch die anwesende fahrerische Prominenz die Bedeutung der Veranstaltung unterstreicht. Berlin begrüßt neben internationalen Topstars wie Jos Verbeeck und Arnold Mollema nahezu die komplette deutsche Elite. Und natürlich entsprechen auch die Wetthighlights dem hohen Niveau des sportlichen Programms: Die Jackpots und Garantieauszahlungen summieren sich zusammen mit der in allen elf Rennen durchgeführten Prämienausspielung auf 33.000 Euro.

Schon die drei Wiederqualifikationen und Probeläufe, die ab 13.10 Uhr stattfinden und von interessanten Renntags-Vorabinformationen des Mariendorfer Moderators Christoph Pellander begleitet werden, sollte man nicht verpassen – melden sich dort doch Pferde wie Mighty Hanover, Flori Dragon und Laskari aus der Pause zurück. Gleich im Anschluss – nämlich um punkt 14.00 Uhr – geht dann richtig die Post ab. Im 1. Rennen gehen nämlich drei frische Sieger an den Start: Colbert (Maik Esper) glänzte Start bis Ziel mit einem 15-er Termpolauf, Flash di Quattro (Thorsten Tietz) übernahm eine Runde vor dem Ziel das Kommando und gewann ähnlich dominant und Tribuno As (Josef Franzl) konnte sich sogar eine kurze Unsicherheit leisten, um dennoch drückend überlegen zu gewinnen. Von seinem 17-er Kilometerrekord sollte man sich nicht täuschen lassen – der Igor-Font-Sohn vom läuferischen Können her mit dieser Marke längst nicht erfasst. Die Prüfung ist also alles andere als ein gemächlicher Warmup für einen weiteren Nachmittag – es wird hier gleich richtig zur Sache gehen!

Bereits als 2. Rennen steht dann der Stutenlauf des Adbell-Trials auf dem Programm. Laurea LB (Maik Esper), die Tochter der 22-maligen Siegerin Lady Ann, gewann zweijährig einen Trial zum Jugend-Preis. Ciara LB (Reinier Feelders) war damals dreieinhalb Längen dahinter drittplatziert. Jane Bo (Heinz Wewering) wirkt sehr trabsicher und staubte in Jägersro und Aby kleinere Prämien ab. Die Stute sieht wie das klassische 2/3-Pferd aus, während O Mia Bella (Michael Hönemann) und Opportunity (Andrea Lombardo) sich wohl erst einmal steigern müssen. Recht schwer einzuschätzen ist Here she goes (Kornelius Kluth). Die kleine Schwester des mittlerweile nach Norwegen ausgeführten Wallachs Hallo again glänzte in der Breeders-Crown-Entlastung der Zweijährigen mit einem zweiten Rang, konnte aber bei ihrem Saisondebüt noch keine entscheidenden Akzente setzen. Eine reelle Chance ist ihr dennoch zuzutrauen. Die Dunkelbraune ist daher für die Mariendorfer Supersieg-Wette (5.000 Euro Garantieauszahlung inklusive 1.000 Euro), die hier ebenso wie in der fünften und siebenten Tagesprüfung ausgespielt wird, hochinteressant.   

Dreht Fittipaldi (Andreas Gläser) im 3. Rennen wieder so richtig den Turbo auf? Seine letzte Leistung unter Rekordsteigerung auf 1:14,0 min. war erstklassig. Die Startnummer eins wird dem hin und wieder etwas heftigen Hengst allerdings nicht unbedingt entgegenkommen und ernstzunehmende Gegner, nämlich Rayman (Dennis Spangenberg), Oh Happy Day (Daniel Wagner), A Speedy Boy (Arnold Mollema) und Blueberry Santana (Michael Hönemann), hat er auch. Die Prüfung ist also ähnlich offen wie das 4. Rennen – der Auftakt der V5-Wette. Viel Aufmerksamkeit wird dort zwar der derzeit die bundesdeutsche Amateurwertung anführenden Julia Knoch mit El Raul gehören. Die Amazone saß im Januar schon einmal im Sulky des Wallachs und führte ihn zu einem sicheren Sieg. Zudem blieb El Raul im März – von Nico Böker gesteuert – vor der hier ebenfalls antretenden Robinia Diamant (Andreas Schwarz). Aber angesichts seiner schlechten Ausgangsposition in zweiter Reihe gehören auch Ronas Liguori (André Pögel), Giant Santana Eck (André Schiller), Lonely PS (Michael Hamann) und Millions Boy (Linda Matzky) unbedingt auf den V5-Schein.

Im 5. Rennen kommt es zum direkten Duell zweier Fahrer-Giganten: Der viermalige Amérique-Triumphator Jos Verbeeck steuert Halva von Haithabu, der zuletzt bei mörderisch schnellem Tempo eingangs der Zielgeraden wegsprang. Der mehrfache Derby-Sieger Arnold Mollema hält mit Flashback dagegen – einem Pferd, das 2015 auf höchster Jahrgangsebene agierte und u. a. den Bayern-Pokal gewann. Das Saisondebüt des Hengstes in der Hand von Franck Ouvrie mit einem vierten Rang bei dem mit 65.000 Euro dotierten Prix de Gueugnon in Vincennes war überzeugend. Natürlich gibt es noch weitere Teilnehmer im Feld, die viel Klasse besitzen – nämlich den vom Bayern-Champ Josef Franzl präsentierten Nileo und den mit Jochen Holzschuh glattgehend nur selten bezwungenen Amiral de Retz. Eines ist sicher: Es geht hier um sehr viel Prestige und alle vier Genannten werden scharf darauf sein, den Konkurrenten eins auszuwischen. 

Das 6. Rennen (Vierer-Garantie 5.000 Euro!) ist ebenfalls eine exquisite Partie. Die frische Doppelsiegerin Minka Express (Dennis Spangenberg) ist auf der Meilendistanz gegen Konkurrenten wie Bellevue (Thorsten Tietz), Georgies Express (Jochen Holzschuh) und Arando (Daniel Wagner) längst nicht zuhause. Deutlich klarer ist der Fritz-Brandt-Dritte Ingmar Flevo im 7. Rennen favorisiert, der mit Michael Schmid seinen ersten Saisonsieg perfekt machen soll. Natürlich melden auch Panasonic Diamant (Kay Werner) und Barolo SL (Maik Esper) Ansprüche an  – eine Niederlage von Ingmar Flevo wäre dennoch eine dicke Überraschung. Nur gute zwanzig Minuten später wird die sportliche Messlatte sogar noch höher gelegt: Der Seriensieger Berlusconi (Kay Werner) misst sich im 8. Rennen (Daily Double-Jackpot 1.000 Euro!) mit Erfolgstypen wie Dreambreaker (Arnold Mollema), Fast and Furious (Kornelius Kluth) und Successful (Josef Franzl). Keine Frage: Trabrennsport zum Zunge schnalzen! Denn alle vier Pferde haben in kürzester Zeit die Herzen der Fans erobert und es wird daher unabhängig von der Auswertung der Papierformen eine sehr emotionale Entscheidung sein, mit wem das Publikum geht.

Unmittelbar darauf gehört die ganze Aufmerksamkeit wieder den Dreijährigen, denn nun wird der den Hengsten und Wallachen vorbehaltene Adbell-Trial ausgetragen. Das 9. Rennen ist außerdem mit einer Dreier-Garantie in Höhe von 5.000 Euro ausgestattet. Nahezu keinen der acht Teilnehmer kann man streichen. Da ein solch erfahrener Mann wie Arnold Mollema große Stücke auf seinen Schützling Blackhawk schwört, muss man den Braunen natürlich in Betracht ziehen, denn sein Trainer hat sich in der Einschätzung seiner Zöglinge nur selten getäuscht. Der Breeders-Crown-Dritte ist also ernst zu nehmen. Eine absolut sensationelle Leistung sah man im Vorjahr von Agostino (Reinier Feelders), der in der BC-Entlastung nach einer schweren Startgaloppade aussichtslos zurücklag, dann trotz des riesigen Rückstands losstiefelte wie ein Ausnahmepferd und das gesamte Feld aufrollte. Man darf sehr gespannt sein, wie sich der kleine Bruder von Aint‘shes King, Aint’shes Titan und Aint’shes Way in der Winterruhe entwickelt hat.

Ein hochinteressanter Debütant ist Skip Beau (Maik Esper). Seine Mutter Flying Diamond konnte kein einziges Rennen gewinnen und verdiente für ihre Besitzer nur magere 1.253 Euro Preisgeld. Im Anschluss entwickelte sich die Dunkelbraune aber zu einer herausragenden Zuchtstute und brachte Seriensieger wie Obi Wan Kenobi und Bruce Patrick HS auf die Welt. Gut möglich also, dass Skip Beau das gleiche Erfolgsgen im Blut hat. Der ebenfalls debütierende Mr Shorty kann als Erstling zwar noch nicht auf berühmte Geschwister verweisen, ist aber mit dem „Hexer“ Jos Verbeeck an der Fahrleine hochinteressant. Miles United (Thomas Panschow) trat im Auktionsrennen um 50.000 Euro Preisgeld an, wurde nach einer Galoppade allerdings disqualifiziert. Auch Georgies Matador (Jochen Holzschuh) versuchte sich auf Zuchtrennebene und wurde mit einem dritten Platz im Preis des Winterfavoriten sowie einem fünften Rang im Breeders-Crown-Hauptlauf belohnt.

Für Jorma Bo und Heinz Wewering scheint die Aufgabe schwer zu werden, er konnte im Winterfavorit-Hauptlauf – seiner bisher einzigen Aufgabe – nicht punkten. Daher ist der von Hans Joachim Tipke präsentierte Geronimo T wohl über ihn zu stellen. Der Hengst wandelte seinen ersten Auftritt auf Anhieb in einen hochüberlegenen Sieg um, zog sofort an die Spitze und gewann mit dreieinhalb Längen Vorsprung. Er ist also in alle Rechnungen mit einzubeziehen. Das Fazit: Der Adbell-Trial der Hengste und Wallache lässt durchaus einigen Raum für Spekulationen offen und man sollte mit dem Wetteinsatz auf gar keinen Fall geizen, da dicke Quoten möglich sind. Wer lieber glasklare Favoriten präferiert, kann dies ohnehin noch im Anschluss tun, denn an One and Only (André Pögel) und an Gentle Yankee (Michael Schmid) gibt es im 10. bzw. 11. Rennen wohl kaum ein Vorbeikommen.

Unsere Tipps:

  1. Tribuno As – Colbert – Flash di Quattro

  2. Laurea LB – Ciara LB – Jane Bo

  3. Fittipaldi – Oh Happy Day – Rayman

  4. El Raul – Ronas Liguori – Giant Santana Eck

  5. Amiral de Retz – Nileo – Flashback

  6. Minka Express – Bellevue – Georgies Express – Arando

  7. Ingmar Flevo – Panasonic Diamant – Barolo SL

  8. Berlusconi – Dreambreaker – Fast and Furious

  9. Blackhawk – Skip Beau – Geronimo T

10. One and Only – Pfefferminzprinz – Pacha Diamant – Sarina

11. Gentle Yankee – Kaycee Mo – Asslan Ass