Voltigieren: Sieg für Neuss-Grimlinghausen beim CVI*** Moorsele / Belgien

Christine Kuhirt und Jannis Drewell auf Rang sechs

Moorsele (fn-press). Die amtierenden Europameister vom RSV Neuss-Grimlinghausen haben das CVI*** im belgischen Moorsele gewonnen. Die Mannschaft von Trainerin und Longenführerin Jessica Schmitz setzte sich auf ihrem Routinier Arkansas knapp gegen die französische Equipe durch.

8,28 Punkte verbuchten die Rheinländer nach drei Umläufen, die Mannschaft „Ecuries de la Cigogne“ – die Frankreich in diesem Jahr bei den Weltreiterspielen in der Normandie Anfang September vertreten wird – kam auf 8,259 Zähler. Lediglich in der ersten Kür musste sich das beste deutsche Team der vergangenen Jahre nach einem größeren Wackler geschlagen geben. Die zweite Kür ging hauchdünn an die Deutschen. Die Pflicht zum Auftakt hatte Neuss mit großem Abstand gewonnen.

„Das war ein sehr erfreulicher Auftritt“, gab Ulla Ramge im Anschluss zu Protokoll. Vor allem der Fitnesszustand der Voltigierer vom Nixhof begeisterte die Bundestrainerin. „Neuss ist körperlich topfit. Das war sehr überzeugend“, analysierte die 51-Jährige. Nachdem die Mannschaft im März beim ersten CVI*** in Doha/Katar auf Neuling Delia angetreten war, präsentierten sich die Schmitz-Schützlinge – die in dieser Saison mit zwei nahezu gleichwertigen Pferden planen – nun wieder auf dem 16-jährigen Routinier Arkansas. „Die aktive Pause hat dem Pferd sehr gut getan, er ist sehr fit zurückgekommen“, schätzte Ramge ein. Trotz kleinerer Abstimmungsprobleme in der Pflicht hatte sich Neuss klar an die Spitze gesetzt. „Natürlich hätte es hier und da noch flüssiger sein können, aber in Anbetracht des frühen Saisonzeitpunkts geht das in Ordnung“, sagte Ramge. Vor allem mit der finalen Kür habe das Team auf ganzer Linie überzeugt. „Gestalterisch lässt das Programm keine Wünsche offen. Das ist eine Kombination aus schwierigen Elementen, hervorragenden Wechseln und Aufbauten und insgesamt eine tolle und sehr futuristisch gehaltene Choreografie“, sagte Ramge. „Am Ende ging ein Raunen durch die Halle. Das hat alle von den Sitzen gerissen“, berichtete sich die Warendorferin, nach deren Einschätzung sich die Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison sowohl in Pflicht als auch in der Kür noch einmal steigern konnte. „Das ist äußerst vielversprechend“, betonte Ramge.

Spätestens mit diesen Auftritten sind die Neusser einmal mehr heiße Kandidaten auf das Ticket zum Championat. Doch wer Deutschland bei den Weltreiterspielen in Frankreich vertreten wird, entscheidet sich erst nach den direkten Vergleichen mit den anderen deutschen Top-Teams, unter anderem beim CVI im sachsen-anhaltinischen Krumke Ende Juni.

Auf Rang drei in Moorsele landete die nordrhein-westfälische Mannschaft Hubertus Herne. Das Team um Longenführer Stefan Lotzmann kassierte mit Drachenherz 7,156 Punkte.

Zwei sechste Plätze gab es für die deutschen Vertreter in den Drei-Sterne-Wettbewerben der Einzelvoltigierer. Christine Kuhirt (Bochum) kam beim Sieg der Britin Joanne Eccles (8,379 Punkte) mit ihrem Ersatzpferd Rayo de la Luz (Longenführer: Stefan Lotzmann) auf 7,356 Punkte. Jannis Drewell (Hollen) überzeugte auf Lago Maggiore (Simone Drewell) mit einer guten Pflicht und dem Sieg im Technikprogramm, fiel aber mit einem größeren Patzer in der Kür deutlich zurück und musste mit 7,536 Punkten gleich fünf Franzosen der Vortritt lassen, allen voran dem Europameister Jacques Ferrari (7,943). „Jannis hat hier einmal mehr auf sich aufmerksam gemacht, muss aber künftig durch alle Durchgänge sauber durchkommen, um in der internationalen Spitze mithalten zu können“, sagte Ramge.

Einen weiteren deutschen Sieg in Moorsele gab es im 2*-Wettbewerb der Einzel-Damen. Dort siegte Lea Grabitz mit A Baaco und Stefan Lotzmann an der Longe.