Voltigieren-News: Preis der Besten in Krumke - Neuss macht Triple perfekt

Krumke (fn-press). Der RSV Neuss-Grimlinghausen (Rheinland), Erik Oese (Radebeul) und Kristina Boe (Hamburg) haben den Preis der Besten in Krumke in den Senior-Wettbewerben gewonnen. Die Voltigier-Mannschaft von Jessica Schmitz wurde daraufhin im dritten Jahr infolge für das Championat nominiert. Erstmals werden beide Spitzenteams vom Neusser Nixhof die deutschen Farben auf einem Championat gemeinsam vertreten. Denn auch in der Junioren-Kategorie (U18) hatte der RSV Neuss-Grimlinghausen die Nase vorn. Die Sieger im Einzelvoltigieren hießen Johannes Kay (Garbsen) und Miriam Esch (Schwarzach). Die Europameisterschaften werden vom 30. Juli bis 4. August im österreichischen Ebreichsdorf ausgetragen.

Beim „Preis der Besten“– neben der Deutschen Meisterschaft der wichtigste Voltigierwettkampf auf nationaler Ebene – errang das Neusser Team auf Arkansas 8,323 Punkte und war damit die einzige Mannschaft, die den Wettkampf beenden konnte. „Im Vergleich zum letzten Bundeskader-Lehrgang im März hat sich die Mannschaft enorm gesteigert“, schätzte Bundestrainerin Ulla Ramge (Warendorf) ein. Die Neusser hatten zum Auftakt mit einer starken Pflichtleistung geglänzt. Dort lagen die RSV-Akrobatinnen mit 7,879 Punkten im Vergleich zu 7,412 Zählern der Ingelsberger deutlich in Führung. Anschließend überzeugten die Rheinländerinnen mit einer „genialen Kürgestaltung“ (Zitat Ramge). „Die Übergänge, die Kreativität und die Ausstrahlung der Neusser ist schon jetzt atemberaubend“, sagte die Bundestrainerin.

Dass die Nominierungsentscheidung eindeutig ausfiel, lag auch daran, dass die Ingelsberger Athletinnen im ersten Kürdurchgang großes Pech hatten. Teammitglied Caroline Wenzel musste nach einem Sturz auf den Kopf ins Krankenhaus. Das Team brach die Darbietung im Wettkampfzirkel ab. Die Diagnose gab zwar Entwarnung. Die junge Ingelsbergerin hatte sich nicht schlimmer verletzt. Die Ärzte rieten allerdings von einem Antritt am Finaltag ab. „Neuss war klar besser in der Pflicht. Selbst wenn die Küren gleichwertig sind, hätten wir keine Chance gehabt“, schätzte Ingelsbergs Trainer Alexander Hartl ein und gratulierte den Neusserinnen zur dritten Championats-Nominierung in Folge.

Bei den Herren gewann, wie schon im Vorjahr, Erik Oese. Der amtierende Vize-Weltmeister war auf Calvador (Longe: Andreas Bäßler) mit einer ungewohnt schwachen Pflicht gestartet, kämpfte sich aber anschließend von Durchgang zu Durchgang nach vorn und verbuchte am Ende 7,962 Punkte. „Dass es noch gereicht hat ist natürlich schön, aber ich habe noch nicht mein ganzes Leistungspotenzial abrufen können“, kommentierte Oese, der seine Kür in diesem Jahr zum Thema „Prince“ choreografiert hat. Auf Rang zwei (7,757) platzierte sich Torben Jacobs (Köln) auf Flash Back (Alexandra Knauf), gefolgt von Jannik Heiland (Garbsen/7,627) auf Mr. Luis von der Itzehoer (Silke Gedien).

Auch bei den Damen setzte sich die Vorjahressiegerin durch. Kristina Boe voltigierte auf Don de la Mar (Winnie Schlüter) zu 8,172 Zählern, was den Sieg vor Regina Burgmayr (Kastenseeon) einbrachte. Die Ingelsbergerin kam auf Cappucino (Alexander Hartl) auf 7,892 Punkte. Platz drei (7,855) sicherte sich Theresa-Sophie Bresch auf Cyrano (Doris Marquart).

Neusser Juniorenteam löst Ticket nach Ebreichsdorf

Wie auch das Seniorteam gelang der U18-Mannschaft – trainiert von den ehemaligen erfolgreichen Voltigiererinnen Antje Hill und Simone Lang-Wiegele – die direkte Qualifikation zu den kontinentalen Titelkämpfen in Ebreichsdorf. Mit 7,791 Punkten nach drei Umläufen platzierten sich die amtierenden Europameister vor Ingelsberg (7,477) und den Gastgebern aus Krumke (7,387). „Die Mädchen haben es hier richtig toll gemacht und sich super auf das Wesentliche konzentriert“, sagte Hill. Überragend präsentierte sich dabei auch Vierbeiner Remake, der an der Longe von Lang-Wiegele die besten Noten aller Pferde des gesamten Turniers erhielt. Die Ingelsberger turnten auf Feliciano (Longe: Alexander Hartl), Krumke wurde im Wettkampfzirkel von Turnierorganisatorin Marion Schulze vorgestellt.

Bei den Herren siegte Johannes Kay. Der junge Mann aus Schleswig-Holstein, der derzeit in Garbsen bei Hannover lebt und trainiert – setzte sich auf Puccini an der Longe von Irina Lenkeit klar mit 7,658 Punkten durch. Überraschungs-Zweiter wurde Julian Wilfing (Untermeitingen), der auf Luino (Alexander Zebrak) auf 7,504 Punkte kam. Malte Möller (Bargfeld-Stegen) erreichte auf Rasputin (Kerstin Bock) Rang drei (7,33).

Miriam Esch voltigierte souverän zum Sieg bei den U18-Damen. Die Vorjahres-Siegerin erhielt auf Robbie Naish – auf dem Sie erst seit Januar trainiert – 7,803 Punkte. Trainerin Annette Müller-Kaler war stolz: „Miriam hat sich vom Kopf her sehr frei bewegt und es geschafft, ihre Kür in einem tollen harmonischen Fluss zu zeigen“, sagte die erfahrene Trainerin. Platz zwei (7,587) ging an Sophie Hofmann (Kemmenau) auf Dunhill (Heide Pozepnia), gefolgt von der amtierenden Deutschen Junioren-Meisterin Gianna Meier (Lünen), die auf Riva (Stefan Lotzmann) auf 7,528 Punkte kam. dk

Preis der Besten Krumke: Longlist für Europameisterschaften

Krumke/Warendorf (fn-press). Im Anschluss an den Preis der Besten im Voltigieren in Krumke/Sachsen-Anhalt gaben Bundestrainerin Ulla Ramge (Warendorf) und die Arbeitsgruppen Spitzensport und Nachwuchssport des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) heute die Longlist für die Europameisterschaften im österreichischen Ebreichsdorf (30. Juli bis 4. August) bekannt.

Die Arbeitsgruppe Spitzensport setzte folgende elf Senior-Einzelvoltigierer auf die Longlist:

Damen: Kristina Boe (Hamburg/HAM) mit Don de la Mar, Jennifer Braun (Regenburg/BAY) mit Willow und Rocco, Theresa-Sophie Bresch (Rottenburg/BAW) mit Cyrano, Regina Burgmayr (Kirchseeon/BAY) mit Cappucino und Lazio, Sarah Kay (Warendorf/SHO) mit Sir Bernhard RS v. d. Wintermühle, Corinna Knauf (Köln/RHL) mit Fabiola sowie Christine Kuhirt (Haan/WEF).

Herren: Jannis Drewell (Steinhagen/WEF), Jannik Heiland (Garbsen/HAN) mit Mr. Luis von der Itzehoer, Torben Jacobs (Düsseldorf/RHL) mit Flash Back sowie Erik Oese (Radebeul/SAC) mit Calvador.

Die Arbeitsgruppe Nachwuchssport setzte folgende 15 Junior-Einzelvoltigierer auf die Longlist:

Damen: Lisa Blankenhorn (Brackenheim/BAW) mit Delano Noir, Chiara Congia (Offenbach/RPF) mit Dunhill, Miriam Esch (Schwarzach/BAY) mit Robbie Naish, Laureen Groß (Bielefel/WEF), Sophie Hofmann (Kemmerau/RPF) mit Dunhill, Gianna Meier (Lünen/WEF) mit Riva, Stephanie Ostermaier (Forstinning/BAY) mit Lazio, Jenny Spillmann (Bad Wimpfen/BAW) mit Alando sowie Franziska Wagenhäuser (Volkach/BAY) mit Robbie Naish.

Herren: Justin van Gerven (Bergisch Gladbach/RHL) mit Flash Back, Josef Hahner (Künzell/HES) mit Octavian, Johannes Kay (Sörup/SHO) mit Puccini, Malte Möller (Bargefeld-Stegen/HAM) mit Rasputin, Miro Rengel (Köln/RHL) mit Flash Back sowie Julian Wilfling (Untermeidingen/BAY) mit Luino.

Die Entscheidungen bei den Teams war bereits unmittelbar im Anschluss an den Wettkampf bekannt gegeben worden: Bei den Senioren wird das Team RSV Neuss-Grimlinghausen mit Arkansas nach Österreich reisen. Auf Junioren-Ebene wird ebenfalls der RSV Neuss-Grimlinghausen antreten. Die U18-Vertretung wurde mit Remake nominiert.             dk