Voltigieren – News: DJM Voltigieren in Verden 2012 - Neusser U18 macht Tripple perfekt

Verden (fn-press). RSV Neuss-Grimlinghausen, Thomas Brüsewitz (Garbsen) und Gianna Meier (Lünen) heißen die jeweiligen souveränen Sieger der diesjährigen Deutschen Jugendmeisterschaften (DJM) im Voltigieren in Verden. Meier freute sich dabei über Doppelgold, denn die 16-Jährige war Teil der Mannschaft aus dem Rheinland, die nun zum dritten Mal in Folge den nationalen Titel errang.

Nach 2010 und 2011 waren die Voltigierer vom Neusser Nixhof auch 2012 das Maß aller Dinge im bundesweiten Junioren-Vergleich. Die Mannschaft der Trainerinnen Simone Lang-Wiegele und Antje Hill gewann alle drei Umläufe und verbuchte in der Endabrechnung überragende 8.145 Zähler. Auf Rang zwei folgt das Überraschungsteam dieser DJM, der RFTV Krumke. Die Sachsen-Anhalter des Longenführer/Trainer-Duos Marion und (Tochter) Ines Schulze lagen in Pflicht und erster Kür jeweils auf Platz zwei und verteidigten dieses Ergebnis schließlich mit Rang drei im Finale. Mit dem 17-jährigen Routinier Genion kam der Bronzemedaillengewinner aus dem Jahr 2009 (damals mit einem kombinierten Landesverbands-Team) in der Endabrechnung auf 7.647 Punkte. Mit der zweitbesten Kür des Finals schob sich der bis dato vierplatzierte Vorjahres-Vizemeister, in diesem Jahr für den Hamburg-Wentorfer Reitverein am Start, noch auf Rang drei (7,529) vor. Die Mannschaft von Trainer Hendrik Brühl war mit Rasputin, longiert von Kerstin Bock, angetreten. Auf Rang vier folgte der VV Ingelsberg. Die Bayern um Voltigiermeister Alexander Hartl verpassten das Podest in der Endabrechnung mit 7,525 Punkte um vier Tausendstel Punkte. Rang fünf ging an den Vorjahres-Bronzemedaillengewinner des RVV Schenkenberg (LV Sachsen).

Auch der amtierende Vize-Europameister Thomas Brüsewitz gewann in der Niedersachsenhalle souverän. Der 18-Jährige machte damit seinen zweiten Titel auf nationaler Juniorenebene perfekt. 7,982 Punkte verbuchte der für den Landesverband Hannover angetretene Doppel-Europameister im Gesamtergebnis und beendete damit die Haupt-Sommersaison mit dem erwarteten Triumph. Brüsewitz fiel im Jahresresümee eine Last von seinen Schultern. „Ich bin froh, dass ich einigermaßen an die Leistungen der vergangenen Jahre anknüpfen konnte“, sagte das Ausnahmetalent. Hintergrund: Nach der Saison 2011 – gekrönt mit EM- und DJM-Gold – wechselte Trainer Lars Hansen nach Südafrika. Damit stand Brüsewitz auch sein Erfolgspferd Gustafsson nicht mehr zur Verfügung. Er wechselte in den Stall von Longenführerin Irina Lenkeit, die ihm ihren Routinier, den 21-jährigen Sachsen-Anhaltiner Airbus zur Verfügung stellte. „Ich habe in diesem Jahr von den Grundlagen zehren können, die Lars mit mir erarbeitet hat. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagte Brüsewitz. Er habe sich allerdings – so seine Selbsteinschätzung – in diesem Jahr nicht steigern können. Das möchte er nun im kommenden Jahr nachholen. Die Saison 2013 wird der Garbsener dann erstmals im Senior-Bereich bestreiten, wo er auf nationaler Ebene unter anderem auf seinen Bruder Viktor Brüsewitz und Vize-Weltmeister Erik Oese (Dresden) trifft.

Ebenfalls den letzten DJM-Auftritt hatte Florian Otten in Verden. Der Bremer landete im Endergebnis mit 7,389 Punkten deutlich hinter Brüsewitz, konnte aber mit einer mit 7,936 Zählern bewerteten Abschlussvorstellung eine erfolgreiche DJM-Bilanz verbuchen. Richtig glücklich war der EM-Teilnehmer aber nicht, vor allem mit dem Auftakt. Dabei hatte sich sein Pferd Lennox am Kamerageräusch eines Fotografen gestört. Die Plätze drei und vier gingen an ein rheinisches Duo der Jugendreitergruppe Köln. Miro Rengel und Justin van Gerven – beide auf Radix, vorgestellt an der Longe von Maria Imhäuser – trennten in den abschließenden Küren nur ein Hundertstel und im Gesamtergebnis 18 Tausendstel, beide Male zugunsten von Rengel. Mit dem Leistungsdurchschnitt der Herrenkonkurrenz zeigte sich Bundestrainerin Ulla Ramge nicht zufrieden. „Die Leistungsdichte ist zu gering, die Unterschiede zu groß. Ich hoffe, dass da in den kommenden Jahren noch weitere Talente hinzustoßen“, sagte die Warendorferin.

Deutlich zuversichtlicher stimmten sie die Ergebnisse der Damen-Konkurrenz. Eine große Anzahl der U18-Athletinnen glänzte im finalen Kürdurchgang mit kreativen Elementen und Übungsverbindungen und hob die Meisterschaft auf ein insgesamt sehr gutes Niveau. Allen voran überzeugte Gianna Meier. Die 16-Jährige, die bei der EM in Pezinok „nur“ auf Platz vier gelegen hatte, gewann beide Wertungsdurchgänge. Der Gesamtsieg war der jungen Frau mit einer 8,091 nicht zu nehmen. Die Westfälin, die mit Czambul – dirigiert von Longenführer Stefan Lotzmann – angetreten war, hatte sich damit mit knapp zwei Zehntel Vorsprung durchgesetzt. „Wir sind sehr glücklich“, kommentierte Lotzmann. Für den 41-Jährigen bedeutete der Sieg in Verden bereits das zweite DM-Einzel-Gold in diesem Jahr. Mit Schützling Christine Kuhirt stand er bereits bei der DM im hessischen Alsfeld überraschend auf dem obersten Podest.

Auch die Plätze zwei und drei der DJM gingen an Teilnehmerinnen, die Deutschland beim diesjährigen Junioren-Championat vertreten hatten. Miriam Esch vom Landesverband Bayern voltigierte auf Lucas (Longenführerin Annette Müller-Kaler) mit 7,901 Punkten auf Platz zwei. Rang drei ging an EM-Bronzemedaillengewinnerin Sophie Hofmann, die auf Riverdance (Heide Pozepnia) für den Landesverband Rheinland-Pfalz 7,613 Punkte verbuchte. Die weiteren Plätze gingen an Stephanie Ostermaier (Ingelsberg/7,505), Jenny Spillmann (Bad Friedrichshall/7,447) und Franziska Wagenhäuser (Münsterschwarzach/7,412).    dk