Volles Dutzend für Meringo Star - Daniel Goehrke führt seinen Stallcrack zum zwölften Saisonerfolg

 


Volles Dutzend für Meringo Star -

Daniel Goehrke führt seinen Stallcrack zum zwölften Saisonerfolg

 

Diesmal machte er es mächtig spannend: In einem hochdramatischen Finish blieb der Berliner Lokalmatador Meringo Star mit seinem Besitzer und Trainer Daniel Goehrke im Mariendorfer Hauptrennen hauchdünn vor dem tapfer attackierenden Hamiro Sebarg, der von Daniel Wagner gesteuert wurde. Am Zielpfosten trennte die beiden Duellanten lediglich eine Halslänge.

Mit zwölf Saisonerfolgen – elf davon in Mariendorf und einer in Karlshorst – liegt Meringo Star nun nicht nur beim Kampf um das Championat der Derbybahn in Führung. Sondern der zehnjährige Wallach besitzt auch bundesweit die Chance, das Jahr 2011 als siegreichster deutscher Traber zu beenden. Diesmal lag dem Triumph allerdings ein hartes Stück Arbeit zugrunde. Denn Meringo Star, der nach dem Start zunächst an fünfter Stelle postiert war und dann knapp tausend Meter vor dem Ziel das Kommando übernommen hatte, konnte den Verfolger Hamiro Sebarg einfach nicht abschütteln. Der Widersacher gab alles – doch genau als Daniel Wagners Schützling auf Augenhöhe mit dem 14:10-Favoriten war, offenbarte Meringo Star das, was ihn in unvergleichlicher Weise auszeichnet: sein wild entschlossenes Kämpferherz. In 16,2/1.900m zog der unermüdliche Seriensieger noch einmal entscheidend an. Ein wichtiger Zähler, der ihm auf Bundesebene vorerst die knappe Führung vor Roy Horn (elf Saisonsiege) sowie Cokaselo, Mister Bass und Love Story (jeweils zehn Treffer) sichert.

Für Daniel Goehrke war das noch nicht alles, denn auch sein zweiter Starter an diesem Nachmittag – die Stute Dynamic – wird langsam aber sicher zum Erfolgshit. Die Schwester solch prominenter Mariendorfer Traber wie Sweet Sunny King und Super King hatte die Saison 2011 im Februar mit einem feinen Erfolg in Karlshorst begonnen. „Doch unmittelbar nach dem Rennen – noch beim Auslaufen – knickte die Dunkelbraune mit dem Bein um und zog sich einen Sehnenschaden zu“, erinnert sich Daniel Goehrke an den rabenschwarzen Tag. Bis zum Herbst musste die Fünfjährige pausieren – doch nun sind die Schmerzen wohl endgültig vergessen. Denn Dynamic, die ihr Comeback Anfang Oktober auf Anhieb siegreich beendete, beeindruckte nun erneut ungemein. Die Stute sprintete auf der Tribünengeraden entschlossen am Feld vorbei und setzte sich unter Rekordverbesserung auf 18,0/1.900m schon im Rosenhofbogen überlegen von den Gegnern ab.

Mit genau identischer Taktik – nämlich einem Angriff eine knappe Runde vor dem Ziel – siegte Crazy for You, die sich in der Hand von Benjamin Hagen wie ein Pferd anderer Klasse präsentierte. Die von Bernd Klein und seiner Tochter Joana im brandenburgischen Mietgendorf akribisch auf ihre Aufgaben vorbereitete Stute hatte mit Alessandra (Daniel Wagner) und Star of Glass (Dirk Grusdas) keine Probleme und musste in 17,6/1.900m nicht mehr tun als nötig. Diese drei Pferde hatten das ganze Rennen über das Geschehen an der Spitze bestimmt, wobei die bei 19:10 notierte Crazy for You nach ihrer Führungsübernahme ganz klar die dominante Rolle spielte.

Ein absolutes Highlight der Veranstaltung war das Rennen der Gewinnsummenklasse bis 15.000 Euro und es war kein Wunder, dass in dieser Prüfung die Tagesbestzeit von 15,3/1.900m erzielt wurde. Denn Romantika und Rolf Hafvenström gestalteten die Angelegenheit gänzlich unromantisch – zumindest, wenn man es aus Sicht ihrer acht Gegner sieht. Das erwartete Duell mit General Eck (André Schiller) fiel schon in der Startphase ins Wasser. Denn der Konkurrent, der trotzdem keineswegs enttäuschte und mit guter Moral den dritten Rang belegte, hatte in der Anfangsphase zuviel Boden auf das Feld verloren. Bei seiner Aufholjagd lief General Eck noch dicht an Pikus G (Dirk Grusdas) heran, der drei Längen hinter Romantika mit dem Ehrenrang belohnt wurde. Gegen die überlegene Siegerin konnte aber auch dieser Traber nichts ausrichten. Denn Romantika zeigte sich ungemein flexibel. Besonders beeindruckend war Romantikas Flexibilität. Denn die klare 15:10-Favoritin agierte diesmal nicht von der Spitze, sondern aus dem Feld heraus. Rolf Hafvenström hatte seine Stute erst ausgangs der Gegenseite flottgemacht, wobei er allerdings hundert Euro Strafe für das etwas abrupte Herausnehmen kassierte.

Für Thorsten Tietz und Alquin Elegance gestaltete sich der Rennverlauf gänzlich anders, denn das Gespann ging offensiv zur Sache und drückte dem Geschehen von der Spitze aus den Stempel auf. Leider gab es in dieser Prüfung keine offizielle Zeitmessung, denn ebenso wie Romantika scheint Alquin Elegance keine Berührungsängste mit dem fünfzehner Bereich zu kennen. Von der ganzen Körperhaltung und den Bewegungsabläufen her wirkte der 12:10-Topfavorit wie eine Rennmaschine. So sehr sich der stets innen hinter ihm platzierte Roccano (Heinz Wewering) auch mühte – er kam nur bis auf vier Längen an den gewaltig imponierenden Sieger heran, der in seiner bayrischen Heimat schon seit langem kein Verlieren mehr kennt.

Der 266:10-Paukenschlag des Tages gelang Sabrina Schultz-Lubowiecki, die den achten Start ihrer noch jungen Amateurfahrerkarriere in den ersten Sieg ummünzte. „In der Startphase war er sehr heftig – deswegen habe ich ihn einfach laufen lassen“, strahlte die in Henstedt-Ulzburg nördlich von Hamburg lebende Amazone über ihren Erfolgsgaranten Sweet Fly. Der temperamentvolle, in Frankreich gezüchtete Wallach hatte unterwegs mit der halben Bahn geführt. Als der 18:10-Favorit Pedro MH (Nicolai Laaser) dann auf den letzten Metern noch einen Angriff versuchte, spitzte Sweet Fly aufmerksam die Ohren und hielt den Verfolger souverän mit zwei Längen Vorsprung in Schach.

 

Das zweite Amateurfahren des Mariendorfer Nachmittags ging an Claudia Westphal und Defi d’amour, der mit seinem zweiten Erfolg hintereinander seine aktuell bärenstarke Verfassung unterstrich. Claudia Westphal hatte offenbar sehr viel Vertrauen in den Wallach, denn die zwanzigjährige Berlinerin fackelte nicht lange und steuerte ihren Schützling schon im ersten Bogen in die Angriffsspur. Trotz dieses Rennverlaufs außen herum machte Defi d’amour, der am Toto bei 39:10 rangierte, im Einlauf genügend Reserven frei und wies Sandro HS (Alexander Dame), der ihm unterwegs wie ein Schatten gefolgt war, sicher in die Schranken.

 

Was lange währt, wird endlich gut: Bereits sechs Jahre ist der Traber Janus alt. Nach fünf vergeblichen Anläufen ging der Dunkelbraune nun endlich auf die Siegerparade und verkniff sich zur Quote von 57:10 erfolgreich alle zuvor gezeigten Unsicherheiten. Am Ende trennten ihn und seinen Trainer Daniel Wagner sogar vier Längen vom zweitplatzierten Freeliner (Thomas Heinzig), der bei seinem Karrieredebüt eine durchaus ordentliche Leistung ablieferte. Auch Titania Roulett (Benjamin Hagen) zeigte als Dritte aufsteigende Tendenz. Wenig später holte Daniel Wagner erneut aus: Mit Rajtantajtan Whiz, der ein ausgesprochener Meilenspezialist zu sein scheint und an vierter Stelle außen alles passend vorfand, fing der Berliner Profi den schon etwas enteilten San Sicario (Rolf Hafvenström) in 16,0/1.609m gerade noch rechtzeitig ein.

Butch war zur Quote von 56:10 auf der langen 2.500-Meter-Distanz krass unterschätzt. „Dabei hat er glattgehend bisher nur ein einziges Mal eine Niederlage bezogen“, zeigte sich auch Christian Zimmermann, der in Personalunion Besitzer, Trainer und Fahrer des Wallachs ist, nach seinem Sieg über das mangelnde Vertrauen des wettenden Publikums erstaunt. Der 27 Jahre alte Profi untermauerte seine schon seit Wochen starke Stallform mit einem feinen Sieg, den Butch tausend Meter vor dem Ziel mit der Führungsübernahme eingeleitet hatte. Falls seine Unsicherheiten wirklich Vergangenheit sind, darf man auf die weitere Entwicklung dieses Trabers gespannt sein. Denn bei seinem Zwei-Längen-Triumph über Zappadeo (Thorsten Tietz) stieß Butch nicht annähernd an seine Leistungsgrenze.

Beim Start-Ziel-Erfolg von Orangerie hatte Heiner Christiansen seine Gegnerschaft regelrecht eingelullt. Der oftmalige norddeutsche Champion wird sehr verwundert gewesen sein, dass trotz des Bummeltempos, das zeitweilig in den 24-er Bereich abgesackt war, keiner seiner sechs Konkurrenten mit einem Vorstoß reagierte. Angesichts dieser Tatenlosigkeit zeichnete sich der längst überfällige erste Volltreffer für Orangerie schon weit vor dem Zielpfosten ab. Erstaunlich war eigentlich nur die übertrieben hohe Siegquote der sträflich unterschätzten Daguet-Rapide-Tochter: Stolze 110:10 zahlte Orangerie am Toto aus. In der Kombination mit Romantika summierte sich die Daily-Double-Wette sogar auf schier unglaubliche 351:10 und lag damit erneut zweihundert Prozent über der Ausschüttung für die einzeln getätigten Einsätze. Ein klareres Plädoyer für diese Wettart gibt es wohl kaum.

 

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 105.444,25 Euro – Bahnumsatz: 40.426,00 Euro – Außenumsatz: 65.018,25 Euro

Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 13. November ab 13.30 Uhr statt.