Vielseitigkeitsturnier Sphinxblick 2014: Die wahren Buschis am Start

 

 

Wenn man in Deutschland von Buschreitern oder Buschis spricht, läuft man zwangsläufig irgendwann Gefahr, dass mal echte Buschreiter auftauchen. Und wo sich dieser echte Busch befindet, in dem die echten Buschreiter unterwegens sind, kann man mit Sicherheit erleben, wenn man einen kleinen Ausflug zur Sphinxblick Farm südwestlich der Chuosberge in Namibia macht.

 

Auf dieser Sphinxblick Farm von Doris und Günther Kleemann fand am vergangenen Wochenende das 7. Sphinxblick Vielseitigkeitsturnier statt. Dass es überhaupt so weit gekommen ist, kann man einigen verwegenen reitsportbegeisterten Namibiern verdanken. Vor sieben Jahren, als der Vielseitigkeitssport in Namibia nicht mehr existierte, kamen Doris Kleemann sowie Silvia und Holger Kleyenstüber auf die Idee, die Weiten der Sphinxblick Farm zu nutzen, um dort eine Vielseitigkeitsstrecke zu bauen. Diese wurde Jahr für Jahr verbessert und erweitert. Selbst die NAMEF (Namibia Equestrian Federation) erkannte recht bald, was da Neues aus dem Wüstenboden gestampft wurde und der ReiterVerein Swakopmund bekam für seine Pioniertaten in der Wüste sogar eine Auszeichnung dafür.

 

Darüber freuten sich aber nicht nur die Erbauer Doris, Silvi und der Holgi, sondern Jahr für Jahr ebenso die Reiter, welche zahlreich zum Sphinxblick Tournament anreisen. In diesem Jahr waren es aber nicht nur die Reiter, sondern auch eine stattliche Anzahl an Zuschauern, die sich die Show nicht entgehen lassen wollten. Sie kamen von den Farmen der Umgebung, aber auch aus Karibib, Okahandja,Otjiwarongo, Swakopmund und aus der Hauptstadt Windhoek. Volles Haus bei Kleemanns, möchte man da sagen!

 

Legendär sind auf der Sphinxblick Farm auch die Abende mit Party bis in den Morgen, Tanz und Sundowner Game Drive. Noch nie gehört? Nicht schlimm und keine Bildungslücke. Erklärung: Naturverbunden, wie die Namibier so sind, geht es zum Sonnenuntergang mit einem kalten Getränk in der Hand (oder auch zwei) unter Leitung von Günther Kleemann auf einem Pick Up zu einer Wasserstelle oder ins weite Land, um dort in völliger Stille die Tiere (Giraffen, Oryxe, Zebras…) zu beobachten. Grandios! - Hat sich eigentlich in Deutschland schon mal jemand nach dem Turnier auf die Ladefläche von seinem Pick Up begeben, um im Wald nebenan Wildschweine und Rehe zu beobachten...? In Nam hat man da einen ganz anderen, näheren Bezug zur Natur.

 

Aber zum Sport. Geritten wurde in den Klassen EV 70 bis EV 100 (cm). Bei bestem Wetter (am Tage nicht zu heiß und nachts nicht zu kalt – es wird Frühling in Namibia!) wurde in allen Klassen hart um den Sieg gekämpft. Das Sphinxblick Vielseitigkeitsturnier war ja nicht nur ein Turnier. Es war ebenso ein Qualifier für das internationale Eventing-Turnier in Swakopmund im Februar des nächsten Jahres. Leider hat kein Reiter die Vorgaben erfüllen können. Es wird also weiter um die Teilnahme gebangt.

 

Die Leistungen waren nichtsdestotrotz sehenswert und ansprechend. Vom Platzrand gab es deshalb auch reichlich Beifall. Aus Reiterkreisen war zu hören, dass die Geländestrecke doch anspruchsvoller war als gemeinhin vorher angenommen wurde. Trotzdem oder gerade deshalb sollen hier die glorreichen Sieger des 7. Sphinxblick Vielseitigkeitsturniers genannt sein, die bis zum bitteren Ende um Sieg oder Niederlage gekämpft hatten. Es sind:

EV 70: Svenja Spaeth auf Davetsaub Sans Soucis
EV 80: Maike Schommarz auf Sphinxblick Romy
EV 90: Nicole Nederlof auf Happy Pets Frischgewaagd Trabant
EV 100: Holger Kleyenstuber auf SHEN Rathmor Sapphire

 

Die Pokale wurden durch Silvia Kleyenstüber an die Sieger überreicht. Glückwunsch auch aus Deutschland an die Gewinner! Die Turnierteilnehmer und Organisatoren möchten sich auf diesem Wege bedanken bei den Hauptsponsoren General Tack Shop (Doris Kleemann) sowie SHEN Quality Equine Suppliers (Silvia Kleyenstuber) und weiteren Unterstützern des Turniers. Besonderer Dank gilt der Familie Kleemann – vor allem der Küche und den Köchen unter Anleitung von Doris Kleemann, die es wieder einmal geschafft haben, feinste Speisen zuzubereiten.

 

Ein Dank geht auch an die angereisten Richter, die mit gerechter Hand und festem Blick urteilten. Wenn es nach den echten Buschreitern geht, soll das Sphinxblick Turnier noch lange Bestand haben. Das kann man verstehen.

Fotos von Laura Braune © - Korrespondent für pferdefreunde.co vor Ort: Holger Kleyenstüber - vielen Dank an Laura und Holgi dafür!