Vielseitigkeitsturnier in Schenefeld abgesagt

 

 Vielseitigkeitsturnier in Schenefeld abgesagt  

Schenefeld (fn-press). Das für Ende Juli anberaumte Vielseitigkeitsturnier in Schenefeld (CIC***, CIC** und V/S) fällt in diesem Jahr aus. „Mehrere Faktoren sind zusammengekommen, so dass wir uns zu diesem Schritt entschlossen haben“, sagt Hinrich Groth jr. vom Veranstalterteam. So hat die Bank HSBC ihr Engagement in der FEI-Weltcup-Tour beendet und unterstützt in diesem Jahr nur noch die Vier-Sterne-Prüfungen in Badminton, Burghley, Luhmühlen und Pau und die Europameisterschaften. „Wir hätten den Weltcup selber finanzieren müssen“, erklärt Hinrich Groth. Aus wirtschaftlichen Gründen kann auch ein weiterer wichtiger Partner des Elbdörfer und Schenefelder Reitverein beim Vielseitigkeitsturnier nicht mehr dabei sein. Ein weiterer Absagegrund ist der Juli-Termin. „Es gibt in dieser Zeit zu viele Prüfungen, unter anderem in Malmö. Daher können wir nicht mit einem besseren Starterfeld als in den vergangenen Jahren rechnen“, erklärt Groth, der sich nun mit den Verantwortlichen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zusammen setzen will, um das Konzept zu überdenken und eine Lösung für das kommende Jahr zu finden. Eine Lösung, die so aussehen könnte, dass – analog den Turnieren in Aachen und Wiesbaden – gleichzeitig mit den Vielseitigkeitsprüfungen auch Dressur- und Springprüfungen stattfinden.           D. v. Preußen

Interview mit Bundestrainer Hans Melzer : „Unseren Reitern wird die Prüfung fehlen“

Schenefeld (fn-press). In Deutschland gibt es nur drei Drei-Sterne-Prüfungen, die offen ausgeschrieben sind: Marbach, Luhmühlen und Schenefeld. In Aachen und Wiesbaden sind die Starterkontingente dagegen begrenzt. Jetzt kam die Absage von Schenefeld. Was das für den Sport bedeutet, darüber sprach FN-Aktuell mit Bundestrainer Hans Melzer (Putensen).

FN-Aktuell: Was war Ihre erste Reaktion, als Sie von der Absage der Schenefelder Prüfung gehört haben? Wie denken Sie darüber?

Hans Melzer: Natürlich sind wir enttäuscht, können aber die Beweggründe dieser Absage verstehen. Unseren Reitern wird die Prüfung fehlen, denn vom Zeitpunkt passte sie genau als letzte Vorbeitungsprüfung für die Europameisterschaften in Luhmühlen (24. bis 28. August). Es war der Wunschtermin von Hinrich Groth gewesen.

FN-Aktuell: In den letzten Jahren waren die Schenefelder nicht unbedingt mit großen Starterzahlen gesegnet. Meinen Sie, dass das auch eine Rolle bei der Absage spielte?

Hans Melzer: Bei den Reitern, vor allem den Ausländern, hat es sich herumgesprochen, dass es schwer ist, in Schenefeld zu gewinnen. Vor allem in den letzten Jahren, als hier die Deutschen Meisterschaften stattfanden, mussten sie damit rechnen, ohne Schleife nach Hause zu fahren.

FN-Aktuell: Die Drei-Sterne-Prüfung in Schenefeld hatte schon immer den Ruf schwerer als andere zu sein. Spielte auch das eine Rolle?

Hans Melzer: Hinrich Groth hat in den letzten Jahren unheimlich viel an der Strecke getan. Die neuen Trassen waren wetterunabhängig. Darauf legen die Reiter heutzutage ja großen Wert. Außerdem ist die Strecke im letzten Jahr schon deutlich entschärft worden und damit den Wünschen der Reiter Rechnung getragen worden.

FN-Aktuell: Wird es in Schenefeld weitergehen?

Hans Melzer: Ja, auf alle Fälle. Hinrich Groth wird sich rechtzeitig um einen Termin im nächsten Jahr kümmern und nur eine Drei-Sterne-Prüfung und eine Vielseitigkeitsprüfung Klasse S ausschreiben. Einen Termin, der auch für die Spring- und Dressurreitern passend ist, denn sie sollen in das Turnier integriert werden.

FN-Aktuell: Und das funktioniert?

Hans Melzer: Aber klar. Das sehen wir doch bei den Weltreiterspielen, in Aachen oder Wiesbaden. Es ist nicht nur für uns interessanter, wenn alle drei Disziplinen dabei sind, sondern auch für die Zuschauer. Es macht dann auch nichts aus, wenn nur 40 bis 50 Starter in der Vielseitigkeit sind. Im Gegenteil.

FN-Aktuell: Wie sieht nun – ohne Schenefeld – die Vorbereitung der Deutschen für das Saison-Highlight in Luhmühlen aus?

Hans Melzer: Ich denke, dass einige Reiter nach Malmö gehen werden, andere werden in Sahrendorf die Drei-Sterne-Aufgabe und einen Drei-Sterne-Parcours reiten. Im Gelände geht es dann über Zwei-Sterne-Niveau. Die Jungen Reiter, für die in Schenefeld ebenfalls eine EM-Sichtung geplant war, reiten entweder in Hünxe oder auch in Sahrendorf. Das steht noch nicht genau fest.

Das Interview führte Donata von Preußen.