Vielseitigkeitsreiten: 2. Eventing Qualifier in Swakopmund für den internationalen Start

 

Was in Namibia, speziell in Swakopmund, in Sachen Reitsport abgeht, lässt sich nicht so einfach beschreiben. Da gibt es eine Vielzahl an großen und noch größeren Turnieren. Es gibt in den Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit Turnierserien, eine Coastal League, Qualifikationen und sogar internationale Events. Das fleißige Team des ReiterVerins Swakopmund hat nicht nur zum ehrwürdigen Januar-Turnier einen Haufen Elan in den Köpfen und Reitstiefeln. Nein, auch der Rest des Jahres ist mit reitsportlichen Highlights gefüllt – und: Man entwickelt sich ständig weiter!

Über die neue Geländestrecke und deren Bau wurde auf pferdefreunde.co bereits im letzten Jahr ausführlich berichtet. Jetzt wird es langsam ernst und bis zum ersten großen FEI Eventing Turnier in genau sechs Monaten gibt es noch einiges zu tun. Schließlich werden nicht nur Reiter aus Namibia erwartet, sondern ebenso aus der südafrikanischen Nachbarschaft.

Am vergangenen Wochenende nun stand nach der ersten Qualifikation im Juli- unterstützt durch NS Electric -  die zweite im RVS (ReiterVerin Swakopmund) Eventing Park an. Das Turnier wurde mit freundlicher Unterstützung von CTM Swakopmund ausgerichtet.     

  

Wer im Februar 2015 am Ein-Sterne-FEI-Eventing-Turnier teilnehmen will, muss allerdings vorher schwitzen. Dafür sind die Qualifikationen am Ende da. Aber man muss als Reiter nicht nur schwitzen, sondern vor allem erfolgreich sein. Nur wer drei fehlerfreie Runden im Gelände-Parcours der Qualifikationsturniere über 1,00m erreicht, darf vom 13. bis zum 15. Februar 2015 auf der gleichen Strecke international starten.  

Der zweite CTM Swakopmund Qualifier begann am Samstag früh morgens mit den Dressuren. Es ging am Nachmittag mit den Springwettbewerben weiter. Highlight und höchste Herausforderung war das Absolvieren des Cross Country Tracks durch die Wüste in den Klassen von 70cm bis 1,00m.

Kein Turnier ohne Richter: Die Dressurwettbewerbe wurden gerichtet von Marc Esselmann, Irene Schier und Sumari Piepmeyer. Zum Präsidenten der Ground Jury wurde Bryn Mathias ernannt. Der hatte beide Adleraugen auf allen reitsportlichen Vorgängen. Zum Team der Offiziellen gehörten außerdem Detlev Voigts als Parcourschef sowie Silvia Kleyenstüber.

 

70cm-Klasse

Elizabeth Rossouw ging auf ihrem Pferd Buellsport Ricardo in Führung nach Dresser und Springen. Ihr folgte Selina Schneider mit CTM Nik Nak und blieb ihr dicht auf den Hufen. So endete in dieser Klasse der Samstag. Am Sonntag sollte sich die Situation jedoch schlagartig ändern, denn leider musste Elizabeth drei Fehler auf der Geländestrecke in Kauf nehmen, sodass die in der Wüste fehlerfrei gebliebene Selina mit Gold nach Hause ritt.

 

80cm-Klasse

Hier hatte nur eine junge Dame das Sagen. Teagan van der Poll und Spice Gold waren nicht zu schlagen. Das Paar gewann alle drei Disziplinen und somit auch die Gesamtwertung.

 

90cm-Klasse

Hier spielten sich spannende Szenen ab. Die Favoriten hießen schon im Vorfeld Kira Rohloff, Annette Künzle und Laura Pflippen. Mit ihren Pferden Kahlua, Rolling Thunder und DaCapo ging es bereits in der Dressur zur Sache. Kira Rohloff/Kalhua hatten die Nüstern nach dem ersten Wettbewerb vorn. Annette und Laura folgten dicht auf. Das nun ließ Kira allerdings eiskalt. Sie verspürte den Druck, der auf ihr lastete zwar, war aber erfahren genug, um damit umgehen zu können. Bereits nach dem Springen, das sie ebenfalls für sich entscheiden konnte, kehrte etwas Entspannung zurück. Nachdem sich die junge Frau auch noch als beste Starterin im Gelände erwies, war klar, an wen das Gold gehen würde: Kira Rohloff und Kahlua.

 

1,00m-Klasse

Hier ging es nun endgültig um alles oder nichts. Es war die zweite Qualifikationsrunde für die mögliche Teilnahme an dem internationalen Eventing Turnier im nächsten Februar auf gleicher Strecke. Die Kontrahenten waren die bezaubernde Daniela Kolb auf ihrer wieder gesunden und immer stärker werdenden Manna from Heaven, Tanya Uys mit Locarno Millennium und Swakopmunds energiegeladener Vorreiter Holger Kleyenstüber, der  Rathmor Sapphire unter dem Leder hatte.

Die beste Ausgangslage hatte wahrscheinlich Daniela, die schon den ersten Qualifier im Juli für sich entscheiden konnte. Die beste Position vor der Geländeprüfung hatte am vergangenen Wochenende aber Holger Kleyenstüber, der nach Dressur und Springen in Führung lag. Daniela Kolb und Manna hatten einige Schwierigkeiten. Manna verweigerte an Hindernis Nummer vier, was zwanzig Minuspunkte bedeutete. Trotzdem kam die erfahrene Reiterin noch innerhalb der erlaubten Zeit ins Ziel und kassierte keine weiteren Penalties.

Die nächste Starterin war Tanya Uys mit Locarno Millennium. Das Paar legte eine blitzsaubere Runde hin und ritt ganz nach vorn.

 

Aber es stand ja noch der im Vorfeld Führende Holger Kleyenstüber aus, der sich für den Cross Country Track mit Sapphire einiges vorgenommen hatte und schon gar nicht kampflos aufgeben wollte. Und es ging auch lange alles gut – bis zum Hindernis Nummer sieben. Da gab es leider, leider nicht nur eine Verweigerung, denn die Richter mussten Holgi am Ende auf den zweiten Platz setzen.

Zwischenstand: Tanya Uys und Locarno Millennium waren die Einzigen, die die zweite Qualifikation erfolgreich abgeschlossen hatten.

 

Die Siegerehrung fand in gemütlicher Runde im Vereinshaus des RVS statt. Da bedankten sich die Veranstalter nochmals beim Sponsor CTM Swakopmund, bei den Richtern, Offiziellen, Unterstützern, Sponsoren und Helfern sowie den Zuschauern.

Wie und wo geht es weiter?

Die dritte Qualifikation findet auf dem Gestüt Claratal / Gymkhana Club in Windhoek am 23. und 24. August statt. Dort wird dann gleich die neue Geländestrecke des Vereins eingeweiht.

Der RVS ist dann wieder Gastgeber der vierten Qualifikation auf dem Sphinxblick-Gestüt nahe Usakos – so auf dem halben Wege zwischen Swakopmund und Okahandja am 13. und 14. September. Dort startet dann das mittlerweile 7. Sphinxblick Vielseitigkeitsturnier.

Richtig heiß wird es dann zum Abschluss der Qualifikationsserie noch einmal in Swakop. Dort können sich im November die Reiter im Rahmen der FNB Namibian Eventing Championships 2014 die letzten Starttickets für das internationale Turnier im Februar 2015 an gleicher Stelle widmen.

Fotos von privat ©