Vielseitigkeit – News: EM Junge Reiter in Malmö - Doppel-Gold für Deutschland

Malmö/SWE (fn-press). Gold für Deutschland! Nur knapp zwei Wochen nach dem Erfolg der deutschen Vielseitigkeitsreiter bei den Olympischen Spielen in London, gab es bei den „Buschis“ erneut Grund zum Jubeln. Bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter in Schweden traten die deutschen Nachwuchsreiter in die Fußstapfen ihrer Vorbilder. Die Deutsche Meisterin Pia Münker (Meerbusch) gewann mit Louis M Gold in der Mannschafts- und in der Einzelwertung.

„Das war knapp! Aber wir machen das ja immer spannend“, sagte Bundestrainer Hans Melzer (Putensen) lachend. Während der Sieg des deutschen Quartetts – Pia Münker mit Louis M, Jana Weyers (Kamp-Lintfort) mit Lardina, Franca Lüdeke (Warendorf) mit Parlando und Marie Kraack (Eutin) mit Havana Club – schon früh feststand, mussten die Deutschen bis zum Schluss zittern, ob es auch zu Einzel-Gold reichen würde. Dass der Parcours anspruchsvoll war, hatten bereits einige Paare zu spüren bekommen. Auch bei Pia Münker fielen gleich zwei Mal die Stangen, so dass am Ende ihr  Vorsprung auf Eleonora Boschi aus Italien auf gerade einmal drei Zehntel geschrumpft war. Mit 49,7 Minuspunkten gewann die Rheinländerin Doppel-Gold vor der Italienerin mit Hotchkiss Mc Manus und der Britin Dani Evans mit Raphael II, die mit ihrer Bronzemedaille über den fünften Platz für ihre Mannschaft hinwegtröstete.

Fast hatte es so ausgesehen, als könnte der Reiternachwuchs den Erfolg der Olympiareiter eins zu eins wiederholen. Vor dem Springen fand sich die deutsche Einzelreiterin Charlotte Sophia Hachmeister (Aurich) mit Kassio unvermittelt auf dem Bronzerang wieder, nachdem zwei vor den beiden rangierende Pferde durch die Verfassungsprüfung gefallen waren. Im Parcours konnte die 19-Jährige ihren Platz allerdings nicht halten. Sie fiel mit vier Abwürfen auf Rang 14 zurück. „Da haben wohl die Nerven eine Rolle gespielt. Charlotte ist unsere Jüngste und im vergangenen Jahr noch bei den Junioren gestartet“, sagte Hans Melzer und tröstete: „Sie hat ja noch zwei Jahre als Junge Reiterin vor sich.“

Insgesamt gab es nur fünf Nullrunden im Springen. Zwei davon gingen auf deutsches Konto. Als Erste blieb Franca Lüdeke fehlerfrei. Sie hatte am Vortag im Gelände etwas Pech gehabt, da sich ihr Parlando an einer Fontäne im zweiten Wasserkomplex gestört und dadurch eine Vorbeiläufer kassiert hatte. 20 Strafpunkte kostete die Aktion, womit das Paar im Endstand 68,2 Minuspunkte auf dem Konto hatte (Platz 15). Ebenfalls mit weißer Weste kam Jana Weyers aus dem Parcours. Mit 51,5 Minuspunkten war sie in der Dressur noch das Streichergebnis – am Ende verpasste sie mit eben dieser Punktzahl ganz knapp den Sprung aufs Treppchen. Sie wurden Vierte.

Umgekehrt verlief die Prüfung für Marie Kraack und Havana Club. In der Dressur noch auf Platz drei, kamen im Gelände 20 Minuspunkte für einen Vorbeiläufer an Sprung 7b und 16 Strafpunkte im Springen hinzu. Am Ende hieß dies Platz 20 für die Holsteinerin (79,9). Sie beendete die EM damit einen Rang vor der zweiten Einzelreiterin Solveig Hoffmann (Ganderkesee) mit Casper K. Auch sie hatte Pech an 7b, einer schmalen Ecke, und musste zu einem Abwurf im Springen noch einen Zeitstrafpunkt in Kauf nehmen (Endstand 80,2).

Insgesamt konnte Bundestrainer Hans Melzer mit seinen Reiterinnen mehr als zufrieden sein. Als einzige Nation beendeten die Deutschen die EM mit allen vier Paaren in Wertung. Hier konnten lediglich die Italiener mithalten, die von vorneherein nur zu dritt am Start waren. Trotz der Leistung von Eleonora Boschi kamen sie aber über Platz vier nicht hinaus. Die Silbermedaille in der Mannschaftswertung ging an Irland, Bronze nach Frankreich.               Hb