Vielseitigkeit – News: Bundestrainer Melzer und Bartle gehen in die Verlängerung

Warendorf (fn-press). Nun sind die Verträge mit den Vielseitigkeitstrainern unter Dach und Fach. Auch in den kommenden vier Jahren werden Hans Melzer (Putensen) als Cheftrainer und der Brite Christopher Bartle als Disziplintrainer die deutschen Spitzenreiter fachlich und organisatorisch betreuen. Seit 2001 agiert das Trainer-Duo bereits gemeinsam und konnte den Vielseitigkeitssport an die internationale Spitze führen. Zwei Mal in Folge gewannen deutsche „Buschreiter“ Mannschafts- und Einzelgold bei Olympischen Spielen.

Die Verhandlungen mit den „Busch“-Trainern hatten etwas länger gedauert als mit den Bundestrainern der übrigen olympischen Pferdesportdisziplinen. Vor allem Chris Bartle hatte mit seiner Zusage gezögert, nachdem sein Heimatland Großbritannien Interesse bekundet hatte, ihn als Trainer zurückzugewinnen. „Wir sind sehr froh, dass er sich für uns entschieden hat und uns damit dieses gut eingespielte Trainerteam in den nächsten vier Jahren erhalten bleibt“, sagt Dr. Dennis Peiler, Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR).

Vervollständigt wird das Vielseitigkeits-Trainerteam durch Rüdiger Schwarz (Sassenberg), der bereits seit 25 Jahren die Junioren und seit 2001 auch die Jungen Reiter betreut, und Fritz Lutter (Warendorf), Bundestrainer der Pony-Vielseitigkeitsreiter. Beide haben ebenfalls ihre Verträge für die kommenden vier Jahre verlängert.

Zu den Personen:

Hans Melzer (61) begann nach bestandenem Abitur und Studium der Betriebswirtschaft 1975 eine Bereiterlehre auf dem Gut Westenried bei Albrecht von Bredow und nahm während dieser Zeit zwei Mal an Vielseitigkeits-Europameisterschaften teil. 1978 kam er als Nachwuchsführungskraft zum DOKR in Warendorf, zwei Jahre später wurde er mit der Führung der Landesreitschule Weser-Ems in Vechta betraut. Ende 1981 übernahm er die Leitung des Ausbildungs- und Leistungszentrum Luhmühlen, wo er unter anderem erfolgreiche Buschreiter wie den späteren Mannschafts-Olympiasieger Claus Erhorn trainierte. Ende 1985 machte sich Melzer als Ausbilder mit einem Vielseitigkeitsstall in Neu-Wulmstorf selbständig. Von 1988 an zeichnete Hans Melzer als Bundestrainer der Pony-Vielseitigkeitsreiter verantwortlich, gab dieses Amt allerdings an Fritz Lutter ab, als er Ende 1997 erneut die Leitung des Ausbildungszentrums Luhmühlen antrat. Im Jahr 2001 übernahm er das Amt des Cheftrainers Vielseitigkeit und gewann mit deutschen Team Gold bei Olympischen Spielen (2008 und 2012), bei den Weltmeisterschaft 2006 in Aachen und bei den Europameisterschaften 2011 in Luhmühlen.

Christopher Bartle (60) kam über die Dressur zur Vielseitigkeit. Bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles errang er einen sechsten Platz in der Dressur mit seinem früheren Vielseitigkeitspferd Wily Trout. 1985 waren die beiden Vierte bei den Europameisterschaften der Dressur und 1986 Zweite beim Dressur World Cup. Seinen ersten großen Erfolg in der Vielseitigkeit feierte Bartle 1991 mit einem Sieg bei den Schottischen Meisterschaften mit Up River. 1997 gehörte er mit Word Perfect II zum siegreichen britischen Team bei den EM in Burghley, ein Jahr später gewann er mit demselben Pferd das CCI**** Badminton. Aber nicht nur als Reiter, auch als Trainer war Christopher Bartle schon immer erfolgreich. 1995 erhielt er den „British Horse Society’s Trainers Award“. 1999 war er offizieller Trainer des britischen Vielseitigkeitsteams und fungierte bei den Europameisterschaften in Luhmühlen als deren Equipechef. 2001 wurde er vom DOKR zum Disziplintrainer Vielseitigkeit berufen. Hb