Vielseitigkeit: Neues FEI-Qualifikationsverfahren

Reiter werden nach Erfolgen in Kategorien eingeteilt

Lausanne/SUI (fn-press). Anfang des Jahres ist für die Vielseitigkeitsreiter ein neues Qualifikationsverfahren für die Teilnahme an internationalen Prüfungen in Kraft getreten. Damit soll den Topreitern der Zugang zu einer höheren Klasse mit einem neuen Pferd erleichtert werden. Die weniger erfahrenen Reiter müssen dagegen noch mehr Erfolge mit einem Pferd gemeinsam vorweisen, bevor sie im Prüfungssystem eine Stufe höher klettern.

Das neue Qualifikationssystem sieht eine Kategorisierung aller Reiter vor, in Abhängigkeit von den Erfolgen der vergangenen Jahre. Als „Erfolg“ gilt dabei jede Prüfung, die grundsätzlich mit weniger als 75 Minuspunkten in der Dressur, ohne Hindernisfehler und mit maximal 90 Sekunden über der Zeit im Gelände sowie nicht mehr als 16 Strafpunkten an Hindernissen im Springen absolviert wurde. Um der höchsten Kategorie A anzugehören braucht man mindestens 15 solcher Erfolge (Minimum Eligibility Requirements, kurz MER) auf Drei- und Vier-Sterne-Niveau und davon mindestens fünf in CCI4*. Aktuell gehören zehn deutsche Reiter dieser Kategorie an: Andreas Dibowski (Döhle), Anna Warnecke (Osnabrück/Großbritannien), Bettina Hoy (Großbritannien), Dirk Schrade (Sprockhövel), Frank Ostholt (Warendorf), Ingrid Klimke (Münster), Kai Rüder (Blieschendorf), Michael Jung (Horb), Peter Thomsen (Lindewitt) und Hinrich Romeike (Nübbel). Die nächste Aktualisierung erfolgt zum 1. Juni. Die genaue Auflistung aller deutschen Reiter ist der FEI-Homepage unter www.fei.org/sites/default/files/file/DISCIPLINES/EVENTING/Rules/QUALIFICATIONS/GER-Categorized%20Athletes%20MERs%20higher%20level%202013.pdf zu entnehmen. Hier kann jeder Reiter nachsehen, welcher Kategorie er zugeordnet wurde oder ob er noch als noch „unkategorisiert“ gilt.

„Der Kategorie A anzugehören, bedeutet allerdings nicht, dass ich einen Freifahrschein für alle Turniere mit allen Pferden habe. Um zum Beispiel in einem CCI4* reiten zu dürfen, muss auch das Pferd mindestens Drei-Sterne-Erfolge haben, allerdings muss der Erfolg nicht als Paar erbracht worden sein“, erklärt FN-Vielseitigkeitskoordinatorin Philine Ganders-Meyer. „Für jede Kategorie gibt es eine genaue Aufstellung, wer welche Erfolge nachweisen muss, Pferd und/oder Reiter.“ Eine Tabelle und nähere Informationen zu diesen Vorgaben gibt es unter www.pferd-aktuell.de/vielseitigkeit unter der Rubrik „Internationale Prüfungen“.

„Jeder Reiter, der an einer internationalen Prüfung teilnehmen möchte, sollte erst einmal feststellen, welcher Kategorie er angehört. Daraus ergibt sich dann, welche Voraussetzungen er beziehungsweise sein Pferd erfüllen muss, um den gewünschten Start zu absolvieren“, sagt Ganders-Meyer. „Die Neuerung steht unter dem Aspekt der Sicherheit. Für die Einhaltung der korrekten Teilnahmevoraussetzungen ist der Reiter selbst verantwortlich, das heißt, er muss darauf achten, die geforderten Erfolge erbracht zu haben.“     Hb