Vielseitigkeit: Ingrid Klimke gewinnt CIC3* Marbach und Berufsreiterchampionat

 

Sandra Auffarth wird Zweite / Michael Jung auf Platz drei

Marbach (fn-press). Bei der internationalen Vielseitigkeitsprüfung in Marbach wurden die deutschen Topreiter ihrer Favoritenrolle gerecht. Den Vogel schoss Ingrid Klimke (Münster) mit ihrem EM-Pferd FRH Escada JS ab und verteidigte damit gleichzeitig ihren Titel im Berufsreiterchampionat Vielseitigkeit.

Es ging heiß her an der Spitze der Starterfeldes. Nach der Dressur teilten sich zunächst Ingrid Klimke und Lokalmatador Michael Jung aus Horb die Spitzenposition. Beide hatten 27,9 Minuspunkte auf dem Konto. "Das war Dressurreiten vom anderen Stern", schwärmte Bundestrainer Hans Melzer. Doch nur Klimke gelang es, dieses Ergebnis auch mit fehlerfreien Runde im Gelände und Springen nach Hause zu bringen. „Escada hat so viel Potenzial und so viel Power, das macht einfach nur Spaß“, sagte die Reitmeisterin.

Für Michael Jung und sein Erfolgspferd La Biosthetique Sam BBW war es der erste Drei-Sterne-Start nach einer längeren Pause im vergangenen Sommer. Beim Geländeritt ließ es der Doppelolympiasieger in den Wendungen etwas ruhiger angehen, nachdem das Pferd zwei Eisen verloren hatte. Vier Zeitstrafpunkte bedeuteten Platz drei (31,9), woran sich abschließend trotz einer Nullrunde im Parcours nicht mehr änderte.

Die Überlegenheit der beiden deutschen Spitzenreiter verdeutlichte sich in Marbach darin, dass beide auch ihre Zweitpferde ganz vorne platzieren konnten. Jung landete mit fischerRocana TSF auf Platz vier (32,9), Klimke wurde mit Horseware Hale Bob Fünfte (39,9).

Die Einzigen, die ins Duell der beiden Giganten eingreifen konnte waren Sandra Auffarth (Ganderkesee) und Opgun Louvo. Die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin hatte in der Dressur ebenfalls die 30er Marke geknackt und beendete wie Klimke die weiteren Prüfungen ohne Strafpunkte. Mit einem Endstand von 29,1 Minuspunkten belegte sie in der Endabrechnung Platz zwei. Wie Sam hatte auch Opgun Louvo im vergangenen Jahr eine längere Pause eingelegt. „Beide Pferde zeigten sich in Marbach top in Form. Man merkte ihnen förmlich an, wie sich freuen, dass es wieder losgeht“, sagte Hans Melzer.

Claas Hermann Romeike gewinnt U25-Förderpreis-Wertung

Am dichtesten heran an das Spitzentrio ritten die beiden Warendorfer Perspektivgruppenmitglieder Benjamin Winter mit Ispo (43,1/Platz sechs) und Julia Krajewski mit London-Return OLD (44,5/Platz sieben). Auf Platz acht konnte sich ein weiteres Nachwuchstalent behaupt. Der 21-jährige Claas Hermann Romeike (Nübbel), eigentlich noch Junger Reiter, konnte mit Cato in allen drei Teilprüfungen mit den "Senioren" mithalten. Mit einem Endstand 46,6 Minuspunkten beendete er die Prüfung noch vor den Mannschaftsolympiasiegern Dirk Schrade (Sprockhövel) mit Hop and Skip und Peter Thomsen (Lindewitt) mit Horseware's Cayenne. Dies trug ihm auch den Sieg in der U25-Förderpreis-Wertung ein. Die Serie für junge Nachwuchsreiter machte in Marbach erstmals in diesem Jahr bei einem CIC3* Station.

Der Sieg in der Wertung des Derby-Dynamic-Cup für junge Vielseitigkeitspferde ging an den FEI-Tierarzt Dr. Marc Dahlkamp (Selm) und den von seiner Mutter Christa Dahlkamp gezogenen, neunjährigen Westfalen Lege Artis v. Larson – Esclavo xx. Das Paar belegte in dem 82 Teilnehmer zählenden Starterfeld Platz 33.

„Das war einfach eine tolle Prüfung hier in Marbach, mit tollen Böden und einem tollen Gelände, das den Pferden einen Konditions- und Motivationsschub gebracht hat. Wir haben fantastische Ritte gesehen. Man hätte von allen Teilprüfungen Lehrvideos drehen können“, so das Fazit des Bundestrainers.

Französischer Sieg im CCIP2

Neben den „Großen“ waren in Marbach auch die „kleinen“ Topreiter aus Deutschland in einer internationalen Ponyprüfung CCIP2 unterwegs. Hier gaben Calvin Böckmann (Lastrup) mit Askaban B, Linda Förster (Ahlen) mit Dream Star und Emma Brüssau (Schriesheim) mit Rocky den Ton an. Das Trio musste lediglich Marine Bolleret mit Perle du Boisdelanue den Vortritt lassen. Die Französin, im vergangenen Jahr noch Fünfte, siegte mit einem Endergebnis von 47,5 Minuspunkten. Auch in der Teamwertung hatte Frankreich mit 165,20 Punkten die Nase vorn, die Mannschaft Deutschland I – Calvin Böckmann/Askaban B, Emma Brüssau/Rocky, Celine Geissler/Heiligenberg’s Normandie und Julian Wippermann/Chessy - folgte mit 167,5. Das Team Italien wurde mit 178,2 Punkten Dritter.