Vielseitigkeit in Rendswoude: Vier goldene Schleifen für deutsche Reiter

Julia Krajewski feiert Doppelerfolg im CIC3*

Rendswoude/NED (fn-press). Hoch erfolgreich waren die deutschen Vielseitigkeitsreiter an diesem Wochenende bei den Coral Estate Horse Trials im niederländischen Rendswoude. Perspektivgruppenmitglied Julia Krajewski (Warendorf) siegte mit Samourai du Thot in der internationalen Drei-Sterne-Kurzprüfung (CIC3*) und belegte mit London Return OLD darüber hinaus Platz zwei. Weitere Siege gingen auf das Konto von Michael Jung (Horb), Emma Brüssau (Schriesheim) und Calvin Böckmann (Lastrup).

Nach der mit Abstand besten Dressur und einer Nullrunde im Springen, konnten es Julia Krajewski und Samourai du Thot im Gelände ruhig angehen lassen. Für die 27-jährige Diplom-Trainerin und den zehnjährigen in Frankreich gezogenen Wallach war das CIC3* Rendswoude die letzte Vorbereitung auf ihre Vier-Sterne-Premiere in Luhmühlen. „Es war eine gute Vorbereitung. Der Kurs war anspruchsvoll mit ein paar Guck-Effekten, was gerade für Sam gut war“, sagte Krajewski. Mit einem Endstand von 49,9 Minuspunkten war „der kleine Sam“ nicht zu schlagen, auch nicht von seinem Stallgefährten London Return OLD. Der Oldenburger (v. Lifestyle) war zwar im Gelände deutlich schneller („Das war wie Kartfahren“), musste sich jedoch aufgrund des etwas schlechteren Dressurergebnisses mit 53,4 Minuspunkten mit Platz zwei begnügen. Nur ein Zehntel schlechter als die Drittplatzierte Virginie Caulier aus Belgien mit Nepal du Sudre war Anna Siemer (Salzhausen) mit FRH Butts Avondale. Sie wurde mit 58,2 Minuspunkten Vierte.

Einmal mehr siegreich war auch Michael Jung in Rendswoude. Mit dem Trakehner Der Dante setzte er sich im CCI1* mit einem Start-Ziel-Sieg und einem Endstand von 31,0 Minuspunkten gegen die Niederländerin Elaine Pen mit Daddy’s Doll (38,5) und Perspektivgruppenmitglied Christoph Wahler (Bad Bevensen) mit dem siebenjährigen Holsteiner Carjatan S (v. Clearway) durch (42,3). Darüber hinaus beendete Jung das CIC2* mit dem Holsteiner Ibisco xx-Sohn fischerIncantas als bester Deutscher mit 61,2 Minuspunkten auf Platz drei. Besser waren hier nur die Niederländerin Merel Blom mit Viva la Vida (58,1) und die Belgierin Karen Donckers mit Jalapeno (60,3). Vierte wurde als beste Junge Reiterin Annina Lutter (20, Much) mit der Rock forever-Tochter Rock Girl H. Das Paar lag nach Dressur und Springen noch in Führung, sammelte im Gelände jedoch 18 Zeitstrafpunkte (63,0).

Dominierend waren die deutschen Teilnehmer auch in der speziell für Junioren und Junge Reiter ausgeschriebenen zweiten Abteilung des CCI1*. Hier hatte am Ende Emma Brüssau mit der Trakehner Stute Donnerstag (v. Cadeau) mit 42,2 Minuspunkten die Nase vorn. In der Dressur musste das Paar zwar noch Doppel-Europameisterin und Preis-der-Besten-Siegerin Johanna Zantop (Weilheim/Teck) mit FBW Santana’s Boy und der Finnin Johanna Pohjohnen mit Conner K den Vortritt lassen, doch beendeten beide die Geländeprüfung nicht. Santana’s Boy verstolperte sich am Wasseraussprung, worauf die Reiterin aus dem Sattel kam und ausschied, die Finnin gab an Hindernis 14 auf. Wie nah Glück und Pech beieinander liegen, bekam aber auch Emma Brüssau zu spüren. Bevor sie mit Donnerstag ihren Sieg perfekt machte, war sie mit Zweitpferd Dark Desire wegen Auslassens eines Hindernisses im Springen ausgeschieden. Zweite wurden Kari Ingrid Gunzenhäuser aus Bruchsal und ihr Deutsches Sportpferd Sewarion (v. Stargate), die als eines von nur fünf Paaren die Prüfung mit dem Dressurergebnis (44,70) beendete. Ebenfalls zu den Fünf gehörten auch Anais Neumann (Nürmbrecht) und Inka van der Vrobiehoeve. Die Deutsche Juniorenmeisterin rückte damit von Platz zwölf nach Dressur auf den Bronzerang vor (45,9) und überrundete sich selbst mit ihrem bis dahin besser platzierten DM-Pferd Pumuckl E, mit dem sie nach zwei Abwürfen im Springen Vierte wurde (49,8).

Vierter deutscher Sieger in Rendswoude war Calvin Böckmann, der eine Woche nach seinem Triumph beim Preis der Besten in Warndorf mit Askaban B auch die internationale Pony-Vielseitigkeitprüfung (CCIP2) mit einem Endstand von nur 38,4 Minuspunkten für entscheiden konnte. Darüber hinaus blieb der Pony-Europameister mit seinem Zweitpony Camissa Nera als Eínziger im Gelände und Springen fehlerfrei und wurde damit Vierter (58,3). Die Plätze zwei bzw. drei belegten Italienerin Maria Franesca Niada mit Der Hamilton S (52,4), als auch die Belgierin Zoe Vermoortele mit Pahunto den Tip (55,30).

Sieger im CCI2* wurde der Belgier Xavier Snackers mit En Silence Otrang. Es war die einzige Prüfung, in der sich kein Deutscher unter den Top Drei platzieren konnte. Als bester Deutscher beendete Falk-Filip-Finn Westrich die Prüfung mit FBW Gina K auf Platz zehn.