Vielseitigkeit Hünxe: Titel und Tickets für die EM

Rheinisches Team gewinnt Bundeswettkampf / EM-Kandidaten für Pony-EM nominiert

Hünxe (fn-press). Einen Heimsieg feierte das Rheinland beim Bundeswettkampf der Vielseitigkeitsreiter in Hünxe. In der Besetzung Lena Scheepers mit Capri Coulors, Simone Boie mit Scotch, Annika Aruba Baumgart mit Royal Sun und Anita Malec gewann das rheinische Team Gold vor den Mannschaften aus Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern. Beim vielseitigen Wochenende in Hünxe stand aber noch weit mehr im Programm: Vor allem für die Nachwuchsreiter ging es darum, sich für die Europameisterschaften zu empfehlen.

Beim Bundeswettkampf sah zunächst alles nach einem dritten Sieg der Westfalen in Folge aus. Doch die Rheinländer waren ihren Nachbarn bereits nach Dressur und Geländeritt dicht auf den Fersen. Im Springen fiel dann die Entscheidung zugunsten der Gastgeber, die mit der 20-jährigen Lena Scheepers aus Rheinberg und ihrem zehnjährigen Brandenburger Capri Colours auch den Sieger in der Einzelwertung des CCI1* stellten. Das beste Ergebnis für die Westfalen erzielte mit mit Platz vier und einer Nullrunde im Springen Judith Hölscher mit Raskadero, nachdem der bis zum Springen zweitplatzierte Julian Wippermann mit Royal Princesse zwölf Strafpunkte im Parcours in Kauf nehmen musste. Ebenfalls fürs westfälische Team ritten außerdem Dr. Michael Dahlkamp mit Salvatore sowie Maximilian Fritsch mit Picadilly. Für die drittplatzierte Mannschaft aus Mecklenburg-Vorpommern punkteten Malin Hansen-Hotopp mit Amore di Topo, Mirjam Möller mit Popeye, Bernhard Reemtsma mit Nick Diamond und Laura Schmager mit Incy Wincy.

EM-Longlist der Junioren aufgestellt

Nicht minder bedeutend als der Bundeswettkampf war die nationale Vielseitigkeitsprüfung Klasse M für die Junioren als wichtige Station in Richtung Europameisterschaften. Hier hatte wie schon beim Preis der Besten Hanna Knüppel (Kisdorf) mit Carismo die Nase vorn. Sie zählte ebenso wie die Zweitplatzierte Romina Engelberth (Wiesloch) mit High Speedy zu den Schnellsten im Gelände und den „Nullern“ im Springen. Auf Platz drei landete die Deutsche Vizemeisterin Johanna Zantop (Weilheim) mit Santana’s Boy. Alle drei stehen damit auf der Longlist für die EM im polnischen Bialy Bor (13. bis 16. August), ebenso wie (in alphabetischer Reihenfolge) Antonia von Baath (Salzhausen) mit Amerina Sue, Marie Luise Christmann (Immenstadt) mit Butts Anton, Martje Dethlefsen (Kleinwiehe) mit Horseware's Master Boy, Jasmin Hille (Jüterbog) mit Fashion Queen, Tina Krüger (Fahrenzhausen) mit Dolce Mia, Hella Meise (Steinhagen) mit First Flight's Beauty, Anais Neumann (Nürmbrecht) mit Pumuckel E, Jerome Robiné (Darmstadt) mit Quaddeldou R sowie Lara Schapmann (Ostbevern) mitQuinzi Royal. Die endgültige Entscheidung wird erst nach dem internationalen Vielseitigkeitsturnier im niederländischen Rendswoude (23. bis 26. Juli) fallen.

Ponyreiter für EM nominiert

Wie für ihre älteren Kollegen ging es auch für einen ausgesuchten Kreis an Ponyreitern in einer nationalen Vielseitigkeitsprüfung der Klasse L darum, sich für den Start bei den Pony-Europameisterschaften in Malmö (5. bis 9. August) zu empfehlen. Hier bewies die aktuelle „Doppel-Spitze“ erneut ihre Klasse und Konstanz: Als Siegerin ging mit 40,4 Minuspunkten wie schon beim Preis der Besten Emma Brüssau (Schriesheim) mit Rocky hervor, gefolgt vom EM-Dritten von 2014, Calvin Böckmann (Lastrup) mit seinen Ponys Askaban B (41,2) und der Caprimond-Tochter Camissa Nera (44,0). Für beide war Hünxe im Grunde nur eine Formüberprüfung, denn in diesem Jahr kam kein anderes Paar an sie heran. Für Calvin Böckmann eröffnet sich mit seiner Nominierung zugleich die historische Chance, möglicherweise als erster Nachwuchsreiter in einem Jahr in zwei Disziplinen an Europameisterschaften teilzunehmen. Denn auch bei den U14-Springreitern steht sein Name auf der Longlist. Für den Start bei den Pony-Europameisterschaften nominierte die Arbeitsgruppe Nachwuchs des Vielseitigkeitsausschusses des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) neben Brüssau und Böckmann auch Antonia Baumgart (Düsseldorf) mit Turn up Trumps, Charlotte Fritzen (Hamminkeln) mit Classic Touch, Anja Schöniger (Lengenfeld) mit Charlie sowie unter dem Vorbehalt seines Gesundheitszustandes den Düsseldorfer Brandon Schäfer-Gerau, der wegen einer Blinddarm-Operation in Hünxe nicht an den Start gehen konnte.

Nicht um eine Sichtung, sondern um Qualifikationsergebnisse ging es in der internationalen Ponyprüfung CCIP1. Hier siegte mit 49,6 Minuspunkten Anna-Lena Schaaf (Voerde) mit Pearl und sicherte sich damit zugleich den Titel der Landesmeisterin der Ponyreiter. Zweite wurde Jana Lehmkuhl, die wie Schaaf für den gastgebenden RFV Hünxe startet. Mit ihrer Danone II-Tochter Double You R war sie allerdings im Gelände eine Spur zu langsam, um ihren Vorsprung aus der Dressur in einen Sieg zu verwandeln (49,9). Hinter den beiden Rheinländerinnen landete der Franzose Levi Driessen mit 56,7 Minuspunkten auf Platz drei. Er arbeitete sich im Laufe der Prüfung mit Qualitat du Bourdon, einem elfjährigen Sohn des FS Champion de Luxe, um zehn Plätze nach Dressur nach vorne.

Insgesamt hatte Parcourschef Wilfried Thiebes neun verschiedene Kurse in das Gelände rund um den Gutshof gebaut, rechnet man auch die Geländepferdeprüfung mit. Hauptanziehungspunkte waren einmal mehr der Wasserkomplex vor der Reithalle und die so genannten „Sunken Road“ auf der Wiese hinter dem Festzelt. Das meiste Kopfzerbrechen bereiteten den Reitern allerdings gleich zu Beginn der „Graben am Hochsitz“ (Hindernis 3) und die Tisch-Kombination (Hindernis 6). Sie sorgten vor allem im CIC2* und der M-Prüfung für Strafpunkte und das vorzeitige Ende mancher Ritte. Keine Probleme mit alledem hatte Josephine Schnaufer (Neitersen). Mit der Schimmelstute Sambucca gewann sie mit ihrem Dressurergebnis von 49,4 Minuspunkten das CIC2* vor Pia Münker mit Stachus (50,2) und Pauline Knorr mit Abke’s Boy (53,0).

Den prominentesten Sieger erlebte das CIC1*. Olympiasieger Michael Jung (Horb) belegte mit Der Dante (31,3) und Star Fighter CR (38,0) die Plätze eins und zwei. Sein Hauptaugenmerk galt an diesem Wochenende allerdings seiner Freundin Faye Füllgraebe, die mit Quebec im Rahmen des CIC2* um den Landesmeistertitel kämpfte und hinter der aus Meerbusch stammenden Pia Münker Platz zwei belegte. Jens Hofrogge (Dorsten) gewann mit Layout die Bronzemedaille.