Trabrennen in Mariendorf: Henk Grift mit „Starker Kapelle“ zum PMU-Renntag

 

„Friday night“ nicht in San Francisco, wie der legendäre Auftritt dreier Gitarren-Virtuosen einst lautete, sondern ausnahmsweise auf der Derby-Bahn, die auch den dritten Renntag des Jahres in Zusammenarbeit mit dem staatlichen französischen Wettvermarkter PMU gestaltet.

Dem ist auch der späte Anfangstermin geschuldet - Mariendorf ist in Frankreich die Partnerbahn von Cagnes-sur-Mer und bittet nach Qualifikation und dem allseits geschätzten Experten-Talk um 20.08 Uhr zur ersten der sieben Prüfungen.

Die hat es nicht nur wegen des ersten von insgesamt drei 1.000-Euro-Sieg-Jackpots - weitere peppen diese Wettart im 3. und 7. Rennen auf - in sich. Der im niederrheinischen Kevelaer nahe der holländischen Grenze trainierende Holländer Henk Grift schickt als gern gesehener Dauergast der Mariendorfer PMU-Veranstaltungen mit Roxy Bar einen Italiener ins Gefecht, der die letzten beiden Rennen im Traberwesten zu seinen Gunsten entschieden hat und mit dem neuen Goldhelm Michael Nimczyk erste Wahl ist. Auf die leichte Schulter wird dieses Duo die Aufgabe aber ganz sicher nicht nehmen, denn mit dem im neuen Quartier förmlich aufgeblühten Mister Rene und dem aus vier Versuchen drei Ehrenschleifen heimbringenden Trible Laser warten Gegner von Format nur auf ein paar schwache Sekunden des Favoriten.

Grift oder Nimczyk im Winner Circle könnte es dagegen in der abschließenden Prüfung lauten, in der sie mit ihren Schützlingen getrennte Wege gehen. Wer stößt lauter ins Horn - Grifts Däne Trombone, ein Thorsten Tietz anvertrauter Dauergast für erste oder zweite Plätze, oder der aus einer dreimonatigen Pause kommende Andersson Mo aus dem großen Lot Ulrich Mommerts? Der chice Fuchs hat sich die Auszeit redlich verdient, hat er sich doch gegen eine immens starke holländische Armada in der Derby-Woche völlig überraschend zum Shooting Star entwickelt und sich den gleichnamigen Cup samt 5.000 Euro einverleibt. Dass dies keine Eintagsfliege war, bewies er beim Sieg in einer Breeders-Crown-Entlastung Anfang November. Die dänische Posaune steht also vor einer echten Nagelprobe, und wenn sich diese Beiden zu sehr streiten, könnten der unberechenbare Boy Jaden H, der die weite Reise aus Holland sicher nicht angetreten hat, um dem Kampf der Giganten ehrfurchtsvoll zuzuschauen, oder Becky Dragon zu lachenden Dritten werden.

Grifts Trotter zählen vorab auch zu den Protagonisten der beiden den französischen Trabern vorbehaltenen Bänderstart-Prüfungen, wofür der 39jährige niemand Geringeren als Weltrekordler Heinz Wewering verpflichtet hat. Im Rennen der „kleinen Franzosen“, jenen bis maximal 20.000 Euro Gewinnsumme (2. Rennen), sieht’s für den 16.711 Siege schweren „HW“ mit Voici de la Loge gegen die Berlinerin Ventimiglia und Venus Brador genauso gut aus wie im Frei für Alle (6. Rennen). Schließlich hat Very Very Fast schon vor vier Wochen seinem Namen alle Ehre gemacht, vorneweg hurtig die Beine in die Hand genommen und in einer echten Schlammschlacht den Sieg nur um Haaresbreite verpasst gegen einen Geldschrank, der fast das Zehnfache seiner Gewinnsumme auf dem Buckel hatte.

Zur sportlichen Leckerei sollte das 4. Rennen werden, in dem die erfolgverwöhnten Trainingskameraden Michigan Venus und Major Eck gegen Ysvogel, Ann Account und Chatain das Handicap der zweiten Startreihe wegzustecken haben. Vorneweg würden sie wohl die Plätze eins und zwei unter sich ausmachen, so ist das Thema aber noch lange nicht durch.

Diese Pferde sehen wir vorn:

1. Roxy Bar – Trible Laser – Lilly Ass

2. Voici de la Loge – Ventimiglia – Venus Brador

3. Speedy Rapide – Giant Eck – Britt Sigero

4. Major Eck – Michigan Venus – Ann Account

5. Rock of Gibraltar – Cash Heikant – Fantastic BR – Antonius

6. Very Very Fast – Titan du Donjon – Unique Atout

7. Trombone – Boy Jaden H – Andersson Mo