Trabrennen in Mariendorf: Fußballfan Michael Nimczyk agiert weltmeisterlich

Der Goldhelm führt drei Pferde – darunter auch die Derby-Hoffnung Ginger Heldia – auf die Ehrenrunde. Daniel Wagner und Thorsten Tietz siegen doppelt.

Mariendorf, 13. Juli 2014.

3:1 für Deutschland – diesen WM-Tipp hatte Michael Nimczyk (Foto) beim Interview am Sonntagnachmittag in Mariendorf geäußert. Beim historischen Sieg über Argentinien entsprach die Torausbeute der Nationalelf dann wenige Stunden später zwar nicht ganz dieser Einschätzung. Aber mit der Zahl 3 lag Nimczyk – wenn auch in anderer Hinsicht – dennoch richtig. Denn der bekennende Fußballfan, der als Jugendspieler beim SC 08 Schiefbahn so stark agiert hatte, dass er sogar ins Visier einiger Bundesliga-Scouts geriet, präsentierte seine Pferde in auf der Berliner Bahn in weltmeisterlicher Manier und fuhr drei Siege heraus.

Den ersten „Tor-Riecher“ bewies der Goldhelm im Sulky von Pandora Diamant, die ihre Gegner Start bis Ziel beherrschte und mit dem souveränen Erfolg die Einschätzung ihres Besitzers vom Stall MS Diamanten vollauf rechtfertigte. Andreas Schwarz: „Das Stuten-Derby kommt für die Braune zwar zu früh. Aber ich bin mir sicher: Pandora Diamant wird ihren Weg gehen!“ Treffer Nummer zwei sprang für Michael Nimczyk dann nur 25 Minuten später mit Ginger Heldia heraus, der in bärenstarken 15,1/1.900m trotz eines Rennverlaufs durch äußere Spuren eine Macht war. Der Fuchshengst aus dem Besitz von Nimczyks Onkel Hans Broker stellte sich mit dieser Leistung ein erstklassiges Zeugnis aus. Der Erstling der nur sechsmal geprüften Lady Heldia ist nach drei Erfolgen en suite bestens für seinen großen Auftritt am 27. Juli gerüstet. Sein Start im Derby-Vorlauf ist fest eingeplant – der hübsche Fuchshengst ist zweifellos in alle Rechnungen einzubeziehen.

Seinen dritten Tagessieg machte der Goldhelm dann mit May Girl perfekt, die in 15,3/1.900m erfolgreich war und nach einer zehnwöchigen Ruhepause sofort in Topform agierte. Die Mommert-Stute entwickelte eine feine Endgeschwindigkeit und spurtete Mitte des Einlaufs an allen vorbei. Mit der fünfjährigen No Limit Diamant hätte Nimczyk beinahe noch einen weiteren Sieg gelandet – doch just in dem Moment, als die Stute auf der Zielgeraden die Nüstern in Front gesteckt hatte, schlug aus dem Windschatten heraus der von Thorsten Tietz gesteuerte Remo Petral zu. Obwohl parallel ein heftiges Gewitter mit strömenden Regen über die Bahn zog, trommelte Remo Petral stramme 14,5/1.609m auf die Mariendorfer Piste – die Tagesbestzeit! Auch Thorsten Tietz’ zweiter Punktelieferant entwickelte enorme Grundschnelligkeit: Italianec ging in der letzten Kurve mühelos an den Gegnern vorbei und wurde im Anschluss vom Berliner Champion gelobt: „Der Hengst ist weit besser, als es sein Formenspiegel ausdrückt. Er wird im Rahmenprogramm der Derby-Woche zwei Rennen bestreiten.“

Nimczyk drei Treffer, Tietz zweimal auf der Ehrenrunde – da wollte auch der aktuell in der Mariendorfer Wertung führende Daniel Wagner nicht tatenlos zuschauen. Mit der Stute Cardea gab „der Lange“ sogar einem Derby-Aspiranten das Nachsehen: Obwohl Nico Way (Heinz Wewering) das Feld über den 2.500m-Weg lange souverän angeführt hatte, ging die Sechsjährige des Rennstalls Aleo auf der Zielgeraden locker an dem 16:10-Favoriten vorbei. Wagners blaue Rennfarben erstrahlten zudem beim Sommer-Pokal des VDT, den Vulkan Start bis Ziel gewann. „Ich besaß volles Vertrauen in mein Pferd“, schilderte der zweimalige Berliner Champion die Ausgangslage. „Die einzige Sorge, die ich vor dem Start hatte: Ich wusste nicht, ob Vulkan beim Bänderstart problemlos eindreht.“

Für Daniel Wagners Team gab es noch einen weiteren Erfolg, erzielt durch Oliver Müller. Der Berufsfahrer servierte dem krass unterschätzten Apollon (131:10) einen Idealverlauf als viertes Pferd außen und freute sich im Anschluss: „Apollon ist wirklich ein unermüdlicher Kämpfer – er gibt immer alles!“ Dennis Spangenberg durfte ebenfalls sehr zufrieden sein, denn der Profi führte Iamtheredone auf die Siegerstraße zurück und verfügt mit dem Fuchswallach ohnehin über eine tolle Bilanz – für Beide war es bereits der dritte gemeinsame Volltreffer. Das auf 13:10 herunter gewettete Gespann kontrollierte seine Gegner auf der Schlussrunde aus der Außenspur heraus und als Spangenberg seinem Schützling im letzten Bogen das entscheidende Zeichen gab, verabschiedete sich Iamtheredone überlegen vom Feld.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

 

Gesamtumsatz: 99.585,94 Euro – Bahnumsatz: 36.340,10 Euro – Außenumsatz: 63.245,84 Euro

Nur noch wenige Tage: Am Samstag, dem 26. Juli startet die große Mariendorfer Rennwoche rund um das German Tote 119. Deutsche Traber-Derby! Die Veranstaltung beginnt um 12.30 Uhr. Die Eröffnungsfeier wird von heißen Rhythmen der Copacabana Samba-Show begleitet. Nach der traditionellen Durchschneidung des Blauen Bandes stehen dann vor allem die Vorläufe des Eduard Winter Stuten-Derbys und das mit 20.000 Euro dotierte Monté-Derby im sportlichen Mittelpunkt.