Trabrennen in Berlin: Tietz-Festival geht weiter

Trabrennen in Berlin:

Tietz-Festival geht weiter

 

Der aktuelle Ranglistenerste punktet dreimal. Meringo Star (Daniel Goehrke) und Gaius R.A. (Rolf Hafvenström) mit makellosen Leistungen

Spannende Rennen und eine Daily-Double-Wette, die fast das Vierfache der Einzelquoten ausschüttete: Die Mariendorfer Sonntagsveranstaltung bot trotz der Tatsache, dass nur neun Prüfungen ausgetragen wurden, einen bunten Unterhaltungswert. Die größten Farbtupfer setzte erneut Thorsten Tietz, dem bei sechs Fahrten drei Siege, zwei Ehrenplätze und ein dritter Rang gelangen.

Den Auftakt machte Tietz mit Like a Porsche, der sich mit Prinz Poldi (Heinz Wewering) maß.  Das wettende Publikum sprach dem Seriensieger mit einer Quote von 11:10 fast grenzenloses Vertrauen aus. Eine richtige Einschätzung, denn das Rennen wurde zur glasklaren Angelegenheit. Prinz Poldi konnte nur in der höllisch schnellen 09,7-Startphase Widerstand leisten. Als sich Like a Porsche im Scheitel des ersten Bogens vorbeigekämpft hatte, war sofort alles entschieden. Der Wallach löste sich in der Tagesbestzeit von 15,5/1.900m spielerisch mit drei Längen Vorsprung von seinem Gegenspieler, der an der letzten Ecke kurz auf dem Sprung gelegen hatte.

Nicht minder beeindruckend präsentierte Tietz seinen zweiten Tagessieger: Jean Pierre Corner (13:10) ist ein wahrer Riese – sogar in doppeltem Sinne. Denn der Wallach bringt nicht nur eine unbegrenzte läuferische Kapazität mit, die ihn zu einem der größten Hoffnungsträger seines Rennstalls macht. Sondern Jean Pierre Corner ist auch von den Körpermaßen her ein Gigant. Vor diesem bärenstarken Traber mussten die Konkurrenten schlichtweg kapitulieren. Nachdem der Ganymede-Sohn die Spitze ausgangs des Rosenhofbogens erobert hatte, gab es für ihn in 16,5/1.900m kein Verlieren mehr. Gut zwanzig Minuten später dann der Tietz-Treffer Nummer drei: Annabel J (16:10) steckte ihre Nüstern nach einem Rennen in zweiter Spur Ende gegenüber in Front und siegte in 17,3/1.900m souverän.

Mit der Stute Love Times musste sich Tietz allerdings dem großartigen Meringo Star und seinem Besitzertrainer Daniel Goehrke geschlagen geben. Der beim Bänderstart zwanzig Meter vor Love Times aufgestellte 34:10-Mitfavorit nahm das Zepter sofort in die Hand und duldete keinerlei Opposition. Auf der Zielgeraden schlich sich Love Times zwar noch einmal heran. Doch Meringo Star ließ den Angriff in 16,2/2.000m mit einer Länge Vorsprung abprallen. Einen weiteren Glanzpunkt der Veranstaltung setzte erwartungsgemäß Gaius R.A. (16:10), der mit Rolf Hafvenström Start bis Ziel auftrumpfte. Das Sulkygespann nahm unterwegs das Tempo aus der Partie, sodass die Kilometerzeit von 19,5/2.500m keinerlei Aussagekraft besitzt. Im Gegenteil – der Stil, in dem sich Gaius R.A. auf den letzten Metern von seinen Verfolgern freimachte, war schlichtweg großartig.

Eine beachtliche Leistung gelang Next on Line Sib (53:10), dem immer schon ein guter Ruf vorausgeeilt war, der aber diese Vorschusslorbeeren in seiner neuen Heimat Berlin bisher noch nicht in Siege umgemünzt hatte. Beim ersten gemeinsamen Auftritt mit Dennis Spangenberg platzte nun der Knoten mit einem feinen Start-Ziel-Erfolg in 16,0/1.900m. Der Wallach legte zugleich den Grundstock für eine Daily-Double-Ausschüttung, die am Ende fast viermal höher als die Quote der einzeln gewetteten Pferde ausfiel. Dass Next on Line Sib allerdings auch weiterhin ein recht ungestümer Bursche bleibt, bewies der Braune bei der anschließenden Siegerehrung: Der Wallach setzte urplötzlich zu einem Sprung über die Hecke des Mariendorfer Winnercircles an, konnte aber gerade noch rechtzeitig gebremst werden.

Dreimal waren die Amateure gefordert. Die feine Stallform unterstrich Franz-Josef Stamer mit der Stute Geta (43:10), die erst im letzten Bogen auf Touren kam. Die Siebenjährige lief noch drei Längen Vorsprung auf die 16:10-Favoritin Istis Kosima (Martin Geineder) heraus, die unterwegs das Tempo gemacht hatte. Im spannendsten Finish des Tages setzte sich Samur Ass (25:10) mit André Pögel hauchdünn gegen Odette Hill (Michael Hamann) durch. Der Wallach hatte zwei Tage zuvor noch in Karlshorst gesiegt. Pirelli (19:10) und Andreas Marx punkteten mit einer offensiven Taktik in beachtlichen 17,1/1.900m von der Spitze aus gegen den 248:10-Außenseiter Speedy Filou (Günther Lühring).

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 86.269,38 Euro – 32.927,50 Bahnumsatz: Euro – Außenumsatz: 53.341,88 EuroDie nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Montag, dem 26. März statt.  Der Beginn ist um 18.30 Uhr!