Trabrennen in Berlin: Sugar wirft den Fehdehandschuh

Die Seriensiegerin fordert den fünfmal hintereinander ungeschlagenen Victory Love heraus

Das Teilnehmerfeld der Mariendorfer Sonntagsveranstaltung am 3. Juni ist prall gefüllt:  Pro Rennen gehen im Schnitt mehr als zehn Pferde an den Start. Darunter befinden sich etliche Dauerbrenner, die ihre Aufgaben für gewöhnlich souverän erledigen, diesmal allerdings auf gleichwertige Konkurrenten treffen. Die Siegesrosette hat also noch niemand sicher in der Tasche.

Gleich im zweiten Rennen steht O’simoni (Michael Hamann) auf dem Prüfstand. Scheiterte die Stute in den vergangenen Wochen nur am Pech – oder wackelt die Form? Gegen San Sicario (Wolfgang Nitsch), Crazy for you (André Pögel) und Zoshua Transs R (Sebastian Gläser) muss die Vierbeinerlady nun die Antwort auf diese Frage geben. Eine gute Stunde später sind die Viererwetten-Spezialisten gefordert: Das fünfte Rennen wird für das Publikum zu einer kniffligen Angelegenheit. Rein von der Klasse her stechen hier zwar Carlotta BE und Prinz Poldi heraus. Beide Pferde werden aber erstmalig von ihren Besitzern Sebastian Behrens und Immo Müller gefahren. Falls das Zusammenspiel noch nicht auf Anhieb klappt, werden die Konkurrenten Samur Ass (André Pögel) und Zanymeda Fortuna (Franz-Josef Stamer) weit vorne landen.

Ein regelrechter Dreierschlag erwartet die Zuschauer dann im achten, neunten und zehnten Rennen. Diese drei Prüfungen sind ein absoluter sportlicher Leckerbissen, der durch das Zweierwetten-Gewinnspiel (7. R) und die Daily-Double-Wette (8. + 9. R.) noch schmackhafter wird. Zunächst kommt der Hengst Monet Lavec an die Reihe. Mit seinem Trainer Heiner Christiansen lief der Vierjährige bei neun gemeinsamen Starts siebenmal auf Dreierwetten-Ränge. Monec Lavec gewann sein letztes Engagement mit großer Autorität, doch die Gegner sind nicht von Pappe: Adraline hatte in seiner holländischen Heimat zwar nur wenig gerissen, blüht nun aber in der Hand von Thorsten Tietz zur wahren Leistungsstärke auf. Und Zidane Flevo (André Pögel) muss nur auf den Beinen bleiben, um kräftig mitzumischen.

Im achten Rennen dann das Knaller-Duell: Die Stute Sugar ist mit Daniel Wagner im Sulky bisher ungeschlagen. Ob das so bleibt ist ungewiss, denn die Tochter der vorzüglichen Leandra (29 Siege / 57.452 Euro Gewinnsumme) misst sich mit dem fünfmal hintereinander unbezwungenen Victory Love, der erstmalig von Thorsten Tietz gesteuert wird. Der Wallach hat sich bisher mit jeder neuen Aufgabe gesteigert. Wie wird es diesmal aussehen? Während Victory Love seine Trümpfe gerne auf den ersten Metern aufdeckt, agiert Sugar, die ebenfalls schnell auf die Beine findet, am stärksten aus dem Feld heraus. Fällt die Entscheidung also erst auf der Zielgeraden oder wagt Sugars Trainer Daniel Wagner einen frühzeitigen Angriff? Vor allem Josef Franzl wird das Kräftemessen der beiden Favoriten aufmerksam verfolgen, denn er hat mit Hella Hanover eine interessante Außenseiterin zur Hand. „Die Stute war eigentlich gar nicht mehr auf meiner Rechnung und ich hatte ihrem Besitzer empfohlen, sie in die Zucht zu geben“, sagt der bayrische Spitzenprofi. „Doch nun ist die Braune wieder voll im Saft!“

Voll im Saft – diese Umschreibung gilt genauso für Not to Bi (Thorsten Tietz), Pershing Shadow (Manfred Zwiener) und Tom for you (Maik Esper), die im neunten Rennen aufeinandertreffen. Und sie kennzeichnet insbesondere Mister PK (10. R.), denn der Stallcrack des Hamburger Besitzers Peter Krohm ist ein vierbeiniger Blitz. Anfang Mai schoss der Hengst in Bahrenfeld in unglaublichen 1:12,9 min. über die Piste, kurz davor trabte Mister PK in Mariendorf eine dreizehner Zeit. Beide Siege fielen überlegen aus und es ist kaum vorstellbar, dass der Stallcrack des Hamburger Besitzers Peter Krohm nun ins Stolpern gerät. Genauso wie bei Mister Pks ein Jahr jüngerem Bruder Victory Love hält Thorsten Tietz die Fahrleine in der Hand. Der aktuelle Ranglistenerste wird besonders auf die Konkurrenten Donna Key (Josef Franzl), Zuccero (Daniel Wagner) und Belgino (Wladimir Gening) achten.

Tipps:

1.          Okidoki – Arwen Energy – Florissa

2.          San Sicario – Crazy for you – O’simoni

3.          Harry’s Bar – Chatain – Sphinx

4.          Scenario – Wilson Boko – Odette Hill

5.          Carlotta BE – Samur As – Prinz Poldi – Zanymeda Fortuna

6.          Amor Viking – Red Simoni – Anke Way

7.          Adraline – Monet Lavec – Zidane Flevo

8.          Sugar  – Victory Love – Herana

9.          Not to Bi – Pershing Shadow – Tom for you

10.          Mister PK – Donna Key – Zuccero

11.      Tuareg – Vic Timberlake – Master Ho