Trabrennen in Berlin-Mariendorf: Zappadeo regiert unangefochten

Trabrennen in Berlin-Mariendorf:

Zappadeo regiert unangefochten

Thorsten Tietz führt den Wallach zum überlegenen Sieg im Bild-Pokal-Trial

Klasse statt Masse – das war das Motto für den mit 7.000 Euro Preisgeld dotierten Trial I des Bild-Pokals. In dem Mariendorfer Meilenrennen traten zwar nur sechs Sulkygespanne an, doch sämtliche Teilnehmer verkörperten exquisite Qualität. Am Ende gab es einen drückend überlegenen Sieger: Der Wallach Zappadeo aus dem Lot des Berliner Besitzers Dieter A. Hoffmann stürmte seinen Gegnern in der Kilometerzeit von 1:15,8 min. mit fünf Längen Vorsprung auf und davon.

Sein Fahrer Thorsten Tietz ging die Anfangsphase des Rennens mit dem 19:10-Favoriten gelassen an: „Ich hatte viel Vertrauen in Zappadeos Finishstärke und wusste ohnehin, dass ihm die letzten tausend Meter gehören!“ In der Tat: Als sich Zappadeo auf der Gegenseite in der Angriffsspur bemerkbar machte, war das Rennen sofort zu seinen Gunsten entschieden. Der Fünfjährige zog im Rush an dem bis dato führenden Faustus (Heiner Christiansen) vorbei, der gegen den übermächtigen Konkurrenten zwar keine Chance hatte, sich aber dennoch in guter Manier präsentierte und den zweiten Platz klar verteidigte. Zwei Längen hinter Faustus erkämpfte sich die 480:10-Außenseiterin Gaia (Rolf Hafvenström) hauchdünn Rang drei vor Wartburg As (Michael Nimczyk). Nintendo SAS (Georg Frick) und Amerique SR (Jochen Haide) scheiterten an Galoppaden.

Noch eine ganze Sekunde schneller als Zappadeo – nämlich in der Tagesbestzeit von 1:14,8 min. – war Baltimore As (14:10) auf der 2.020-Meter-Strecke unterwegs. Sein Fahrer Heinz Wewering, der den Crack aus dem Rennstall Marion Jauß als junges Pferd geformt hatte, strahlte bei der Siegerehrung bis über beide Ohren: „Dieses Saisondebüt kann sich wahrlich sehen lassen!“ Gegen dieses Statement gab es keinen Widerspruch, denn der Wiederauftritt des Derby-Dritten nach seiner fünfmonatigen Winterpause war großartig und das Duell mit Alegro (Josef Franzl) endete mit einem eindeutigen Ergebnis. Baltimore As zog auf der Zielgeraden völlig unangefasst in trockenem Speed an seinem Gegenspieler vorbei.

Das Rahmenprogramm ging an Benjamin Hagen, der zu großer fahrerischer Form auflief und dreimal punktete. Mit Waikato (73:10) fand der Berliner Sportler an vierter Stelle außen einen passablen Rennverlauf vor. Die letzten 700 Meter musste sich Waikato zwar selber gestalten, er siegte aber knapp vor Anastacia (Michael Nimczyk). Der zweite Schlag gelang Hagen mit Franzl Crown (13:10).  „Eigentlich wollte ich mit dem Wallach im ersten Bogen gar nicht an die Spitze“, resümierte der Berufsfahrer bei der Siegerehrung. „Doch uns blieb gar nichts anderes übrig. Dieses Pferd steht erst am Anfang seiner Karriere – der Braune ist ein Vollbomber!“ Während sich Waikato und Franzl Crown mit siebzehner Zeiten zufrieden gegeben hatten, blieb die Uhr bei Hagens drittem Tageserfolg mit der Stute Britany (45:10) bei starken 16,3/1.900m stehen. Trotz zweimonatiger Pause war die Vierjährige, die nach dem Ausfall der Favoritin Kamina (Michael Nimczyk) schon weit vor dem Ziel die Spitze übernommen hatte und das Rennen eisern herunterlief, sofort on top.

Als heißester Tipp des Tages glänzte der 10:10-Ultrafavorit Victory Love mit einem sicheren Start-Ziel-Sieg. Obwohl seine Fahrerin Sarah Kube nach eigenem Bekunden nie eine Stoppuhr im Sulky mitnimmt, hätte die Deutsche Amateurmeisterin dem jüngeren Bruder des Klasse-Trabers Mister PK das Rennen nicht besser einteilen können. Top Photo (22:10) und Josef Franzl erledigten den dritten Sieg hintereinander ebenfalls von der Spitze aus – und zwar wie eine lästige Pflichtaufgabe. Die Außenseiter Faveau (Dennis Spangenberg), Nalinas Flashlight (Klaus Daust) und Dreamfighter (Ines Kubatzki) auf den weiteren Plätzen sorgten mit einer Quote von 129.276:10 für eine regelrechte Viererwetten-Explosion. Junior (22:10) fand mit einem Führpferd in der Außenspur alles passend vor und kam dann mit viel Schwung aus dem Schlussbogen heraus zu einem leichten Erfolg. Sein Fahrer Michael Nimczyk: „Drei- und vierjährig war der Wallach tatsächlich noch ein Junior, was die Rennen anbelangt. Aber mittlerweile ist der Braune viel reifer und erwachsener geworden.“ Next on line Sib (18:10) scheint langsam aber sicher ähnlich konstant zu werden: Vor allem harmoniert der Wallach mit Dennis Spangenberg nahezu perfekt. Beim dritten gemeinsamen Start sprang dank offensiver Taktik bereits der zweite Sieg heraus, der auch vom Kilometerschnitt her (16,4/1.900m) sehr überzeugend war.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 131.610,12 Euro – Bahnumsatz: 35.365,00 Euro – Außenumsatz: 96.245,12 Euro

Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Karfreitag, dem 6. April statt. Im sportlichen Mittelpunkt steht dann das mit mindestens 18.000 Euro dotierte Fritz-Brandt-Rennen. Der Beginn ist um 13.30 Uhr!