Trabrennen in Berlin-Mariendorf: Weit mehr als nur ein kleiner Vorgeschmack

Fast schon Derby-Feeling: Der Mariendorfer Fritz-Brandt-Renntag ist exzellent besetzt und stellt das erste große Berliner Saisonereignis dar. Die V5 und die Viererwette locken mit jeweils 5.000 Euro Auszahlungsgarantie.

Berlin-Mariendorf, 18. April 2014 (13.30 Uhr).

Die diesjährige Derby-Woche beginnt zwar erst am 26. Juli – aber das Programm, das den Zuschauern am Karfreitag in Mariendorf geboten wird, ist bereits weit mehr als nur ein kleiner Vorgeschmack auf das größte Saisonereignis. Das Teilnehmerfeld der dreizehn Prüfungen umfassenden Veranstaltung ist erstklassig und neben zahlreichen bayrischen Gästen wie Gerhard Biendl geben sich auch österreichische Spitzenfahrer wie Gerhard Mayr und der seit langem in Deutschland beheimatete Christoph Schwarz die Ehre. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen aber vor allem die Amateursportler: In den vier Vorläufen und dem Finale des Fritz-Brandt-Rennens geht es für die 35 Starter um insgesamt 26.000 Euro Preisgeld.

Der Titelverteidiger Jörg Hafer, der das Rennen in der letzten Saison mit dem Hengst Pretty Ripped gewann, ist bei der 80. Auflage des Klassikers, der erstmalig 1933 stattfand und lediglich in den Jahren 1945 und 1962 nicht ausgetragen wurde, zwar nicht dabei. Aber ansonsten sucht nahezu jeder Amateurfahrer, der im Sulkysport Rang und Namen hat, seine Chance. Stellvertretend sei hier der österreichische Amateurchampion Thomas Royer genannt: Er gewann das Fritz-Brandt-Rennen 2011 mit Cyrano und beendete in der letzten Saison 52 Prozent seiner 33 Starts in der Krieau, Ebreichsdorf und Wels als Sieger. Oder der niederländische Europameister und Vize-Weltmeister Fred Handelaar, der das „Brandt“ 2009 mit Robby Andrup beherrschte. Dessen Landsmann Alle Loman will ebenfalls Akzente setzen, während aus dem deutschen Lager alleine schon Hans-Jürgen von Holdt (2001, 2007 und 2012), Werner Schnieder (1994 und 1996) und Heinrich Wolf (2008) gemeinsam auf sechs Brandt-Siege kommen.

Doch die Erfolgshelden stehen nicht alleine da – im Gegenteil, sie treffen auf ähnlich routinierte Spitzenamateure wie zum Beispiel Dr. Marie Lindinger, Andrea Dworatzyk, Sarah Kube sowie Heinrich Gentz. Und diese Liste ist mit Namen wie dem von André Pögel, Michael Hamann, Peter Platzer und Thomas Hierl – um nur einige zu erwähnen – beliebig erweiterbar. Ein glasklarer Favorit ist in diesem Jahr nicht in Sichtweite, das Rennen ist stattdessen eine völlig offene Geschichte Gehen wir also die vier Vorläufe, die als zweite bis fünfte Tagesprüfung ausgetragen werden und in die Gewinnsummenklassen bis 12.500 bzw. 30.000 Euro aufgeteilt sind, der Reihe nach durch. Für den Endlauf der besten Zwölf qualifizieren sich jeweils die drei Erstplatzierten und wenn es dann schließlich um Alles oder Nichts geht, treten die sechs Finalisten der 30.000-Euro-Kategorie gegen die anderen sechs, in der Gewinnsumme niedriger stehenden Kontrahenten mit zwanzig Meter Zulage an.

Im 2. Rennen werden sich die Blicke vor allem auf Ivalo (Heinrich Wolf) richten. Obwohl der von Wolfgang Kamps trainierte Wallach, dessen Mutter zehn ihrer nur sechzehn Starts gewann, erst vier Jahre alt ist, schüttelte er schon locker 15-er Kilometerzeiten aus dem Ärmel. Pokerface Diamant (Christoph Pellander) war sogar noch schneller unterwegs und auch der aus Schweden zurückgekehrte Spicy A. (André Pögel) hat genauso wie Indigo Guardian (Franz-Josef Stamer) keinerlei Probleme mit einer hohen Pace. Der geheime Joker in diesem Vorlauf ist zweifellos Donna Kievitshof, die bei ihrem zweiten Saisonstart von der Spitze aus sogar die vorzügliche Vicky Corner schlug. Die Stutenderby-Fünfte aus dem Besitz von Margitta und Walter Föllmer wird nun erstmalig Werner Schnieder anvertraut.

Im 3. Rennen trifft der frische Sieger Helios (Joachim Jenkel-Peters) erneut auf Andersson Mo (Christoph Pellander), den er in Bahrenfeld mit drei Längen Vorsprung in Schach hielt. Auf ein Duell zwischen diesen beiden Pferden wird es trotzdem nicht hinauslaufen, denn die Qualität des Teilnehmerfeldes ist extravagant. Charming Oreau (Alle Loman) gewann das tschechische Derby und ist seit sieben Rennen ungeschlagen. Der in den Niederlanden gezüchtete Balamanco verfügt über eine ähnlich imposante Bilanz und bildet mit Fred Handelaar ein absolutes Erfolgsteam – ihre letzten drei gemeinsamen Auftritte mündeten in einen Sieg. Auch der österreichische Wallach Charles de Gaulles (Thomas Royer) verfügt über eine grandiose Bilanz: Der Sohn des Amérique-Triumphators Jag de Bellouet lief bei 16 seiner 28 Starts als Erster über die Ziellinie. Mit Spannung bleibt abzuwarten, wie sich New Generation (Martin Ch. Geineder) aus der Affäre zieht. Der zuletzt deutlich verbesserte Hengst glänzte in der Wuhlheide mit einem feinen Schlussspurt.

Wie verkauft sich Harriman? Das ist die zentrale Frage im 4. Rennen. Denn im Gegensatz zu seiner Mutter Run Again, die während ihrer Laufbahn zwar trabsicher, aber wenig erfolgreich agierte und sich im Gegenzug dann in der Zucht bewährt hat, ist der Hengst ein explodierendes Pulverfass. Wenn Harriman auf den Beinen bleibt, ist er kaum zu schlagen – aber der Braune hat seine Nerven oftmals nicht im Griff. Nur mit seiner Besitzerin Andrea Dworatzyk, die ohnehin über ein beeindruckendes Gespür im Umgang mit Pferden verfügt, präsentiert sich der Traber handzahm. Die 30-jährige Amazone hat mit ihm noch keine Niederlage kennen gelernt und alle drei bisherigen Starts gewonnen. Wenn der von Yvonne Wagenaar trainierte Hengst die sensationelle Mönchengladbacher 15,2-Leistung wiederholt, werden ihn selbst so exquisite Gegner wie Speedy Rapide (Sarah Kube), Let’s Win (Dr. Marie Lindinger) und Honeybee (Heinrich Gentz) nicht schlagen können.

Aus ähnlichem Holz ist RC Gallent Image geschnitzt, der mit Peter Platzer im letzten Brandt-Vorlauf – dem 5. Rennen – antritt. Der US-Amerikaner verfügt über ein gewaltiges Laufvermögen sowie einen Rekord von 1:12,0 min. und bewies mit seiner Serie von siebzehn Siegen und Ehrenplätzen, dass er der hohen Einschätzung seiner Stallcrew vollauf gerecht wird. Sein letzter Erfolg fiel mit viereinhalb Längen Vorsprung völlig überlegen aus. Doch kann es sich Peter Platzer diesmal problemlos leisten, ein gnadenloses Tempo zu bolzen? Die richtige Taktik wird zur Schicksalsfrage, denn mit Pershing Shadow (Michael Hamann) ist ein Gegner im Feld, der ein rasantes Tempo geradezu liebt und mit einem mörderischen Speed gerne aus dem Rücken seiner Konkurrenten heraus zuschlägt. Zuhause ist RC Gallent Image also trotz seiner großen Klasse noch lange nicht, denn auch der mit Daniela Fellner prächtig harmonisierende Palema Photo, der zuverlässige Janus R.A. (Michael Schreiber) und der Mariendorfer Publikumsliebling Karisma Diamant (Carola Reckzeh) werden sich optimal präsentieren.

Die Aufzählung der prominenten Brandt-Starter unterstreicht den herausragenden Stellenwert dieses Klassikers, dessen Finale als 11. Rennen (mit Dreier- und Viererwette!) ausgetragen wird. Schon zuvor, nämlich in der mit 2.000-Euro-Siegjackpot kombinierten neunten Tagesprüfung, treten die Stars von Morgen an. Beim Trial I des nach Berlin zurückgekehrten Adbell-Toddington-Rennens geht es um 7.000 Euro Preisgeld und von den Dreijährigen empfehlen sich besonders das Jauß-Terzett SJs Sunday (Michael Nimczyk), Emerald Bay (Michael Schmid) und Glamorous (Tim Schwarma) sowie der von Daniel Wagner gesteuerte Wallach Joint Eden. Apropos Stars: Das gesamte Mariendorfer Rahmenprogramm ist vollgepackt mit Vierbeiner-Assen wie dem derzeit zu den besten deutschen Pferden gehörenden King of the World (6. R.) oder aktuellen und ehemaligen Seriensiegern wie Pretty Lover (7. R.), Vulkan (8. R.), Winning Love und Harry’s Bar (10. R.). Und damit neben der Begeisterung für die Pferde auch das geschäftige Treiben an den Totoschaltern nicht zu kurz kommt, gibt es zwei Garantieauszahlungen in Höhe von jeweils 5.000 Euro – und zwar bei der V5-Wette, die im 6. Rennen beginnt, und bei der Viererwette des 8. Rennens.                            

Unsere Tipps:

1. Oh Happy Day – Kentucky Princess – Jamaha

2. Ivalo – Pokerface Diamant – Donna Kievitshof

3. Charming Oreau – Balamanco – Charles de Gaulle

4. Harriman – Speedy Rapide – Let’s win

5. RC Gallent Image – Pershing Shadow – Palema Photo

6. King of the World – Admiral As – Gaius R.A.

7. Pretty Lover – Rock of Gibraltar – Ain’tshes King

8. Vulkan – Contucky Newport – Becky Dragon – Magic Life Diamant

9. SJs Sunday – Emerald Bay – Joint Eden

10. Winning Love – Harry’s Bar – Lotis Photo

11. Finale Fritz Brandt-Rennen 2014

12. Rovere Holz – Sixpack – Mister Rene

13. Julius Southwind – Giant Eck – I Walk The Line