Trabrennen in Berlin-Mariendorf: Viermal Thorsten Tietz

Der Berufsfahrer punktet mit Victory Love, Mister PK, Not to Bi und Adraline

Ein spannender Mariendorfer Nachmittag: Wie attraktiv Trabrennsport sein kann, bewies am Sonntag vor allem das hochklassige Duell zwischen dem von Thorsten Tietz gesteuerten Victory Love (26:10) und seiner Gegnerin Sugar, in deren Sulky Daniel Wagner saß. Tietz hatte den zuvor fünfmal hintereinander ungeschlagenen Seriensieger sofort an die Spitze geführt. Eine wichtige Basis für den späteren Erfolg, denn aus der Führungsposition heraus nahm das Gespann das Tempo unterwegs aus der Partie. Erst eine halbe Runde vor dem Ziel, als sich Sugar durch die vierte Spur vom Ende des Feldes näher an die Spitze herangekämpft hatte, forcierte Victory Love die Durchgangszeit auf stramme 11,8. Im Einlauf flog die Herausforderin zwar wie ein Pfeil heran – doch es reichte einfach nicht für Sugar. Victory Love rettete sich in 16,6/1.900m mit einem Zentimeter-Vorteil ins Ziel.

Dieses Finish war also eine hauchdünne Entscheidung. Seine drei weiteren Siege fielen jedoch für Tietz, der am Sonntag eindrucksvoll seine Fähigkeiten als Catchfahrer bewies, sehr deutlich aus. Ungemein stark und ganz so, wie man es von ihm kennt, verkaufte sich Mister PK. Der ebenso wie Victory Love von Frank Ostermann trainierte Hengst ist derzeit das Maß aller Dinge. Der 11:10-Topfavorit, der ausgangs der Startgeraden nach vorne gegangen war, ließ zu keinem Zeitpunkt Zweifel aufkommen. Mister PK blieb in 15,6/1.900m eine Länge vor Belgino (Wladimir Gening), der ihm stets wie ein Schatten gefolgt war und momentan in Topverfassung ist. Mit Not to Bi (29:10) und mit Adraline (16:10) ging Tietz nach ähnlich offensiv gestalteten Rennverläufen auf die Ehrenrunde.

Dem Trainer Bernd Klein gelang ein feiner Doppelerfolg: Das Berliner Urgestein durfte sich zunächst über André Pögels Treffer mit Crazy for you (26:10) in der Tagesbestzeit von 15,3/1.609m freuen. Die Stute stand bereits zu Beginn der Zielgeraden als Siegerin fest – denn die Manier, in der die Braune im Schlussbogen die Führung übernommen hatte, war bestechend. Als Nächster kam der von Maik Esper gefahrene Herman Nasad (21:10) an die Reihe. Der Hengst zog auf der Schlussrunde in Front und legte nicht nur die Maidenschaft ab, sondern steigerte auch seinen Rekord in der Kilometerzeit von 17,4/1.900m ganz erheblich.

Noch eine Zehntelsekunde schneller war Tuareg (19:10) unterwegs, den Josef Franzl erst auf der Zielgeraden eingesetzt hatte. Jörg Schefe warf seinen 17:10-Favoriten Harry’s Bar ebenfalls erst auf den letzten dreihundert Metern in die Schlacht. Für das wettende Publikum ist der Wallach mittlerweile eine feste Bank, denn der Vierjährige, der mit der Stute Graceland eine prominente Schwester hat, blieb auch beim dritten Lebensstart ungeschlagen. Auch Prinz Poldi (19:10) und sein Besitzertrainer Immo Müller leisteten sich keinen Ausrutscher. Das Gespann brach den bereits gegenüber eingeleiteten Angriff cleverer Weise noch einmal ab und war dafür im Einlauf konsequent zur Stelle. Doch es gab auch Außenseitersiege: Charming Emily und ihr Trainer Jorma Oikarinen verblüfften zur Quote von 203:10 und noch ein Pünktchen höher, nämlich bei stolzen 210:10, stand die sträflich unterschätzte Sweet Star (Matthieu Hegewald) am Toto. Die Stute absolvierte die letzten tausend Meter sogar ohne Führpferd durch die Außenspur.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 123.380,07 Euro – Bahnumsatz: 42.737,00 Euro – Außenumsatz: 80.643,07 Euro

Die nächste Mariendorfer Veranstaltung – der Renntag der Stammbesucher – findet am Mittwoch, dem 20. Juni statt. Der Beginn ist um 18.30 Uhr!