Trabrennen in Berlin – Mariendorf: Steht Ini Lou ihr Pensum diesmal durch?

Bruno-Cassirer-Rennen erstmals ohne Vorläufe / Internationaler Derby-Pokal der Amateure: Das Starterfeld qualifizierte sich in zwei Vorläufen am Vorabend / Treffen der Sulky-Oldies

Beim ersten Höhepunkt des Rennabends, der Internationalen Derby-Meisterschaft der Amateure (3. Rennen), wird es etwas problematischer. Wer sich für das mit 30.000 Euro dotierte Finale qualifiziert hat, wurde erst am Abend zuvor entschieden. Dem geneigten Wetter sei empfohlen, sich die Vorläufe tags zuvor anzusehen und so bestens gerüstet zu sein, denn in diesem Rennen wird die Viererwette mit einem Jackpot von 6.000.- Euro angeboten.

Eine etwas klarere Sicht bietet das mit 20.000 Euro dotierte Bruno-Cassirer-Rennen (11. Rennen) als zweites Großereignis des Abends. Immerhin sind hier die zwölf Starter bekannt, doch eine richtige Wahl zu treffen fällt schwer genug. Erstmals seit der Widerbelebung des Klassikers - in den Jahren 1993 bis 1995 noch als Gelinotte-Memorial, ab 96 als Bruno Cassirer-Rennen – geht es ohne Umschweife zur Sache. Das zwölf Traberladies umfassende Feld wird ohne Vorläufe auf die 2000-Meter-Distanz geschickt. Auch hier gilt: Wie lange können die von der Grundmarke abgehenden Stuten der folgenden Meute standhalten?

Lindy’s Crown MS (Josef Franzl) darf so etwas zugetraut werden. Wie groß ist der Kraftaufwand, den das letzte Band aufbringen muss, um sich ganz nach vorn zu kämpfen? Die Jauß-Stute Ini Lou (Michael Nimczyk) hat gerade einen fulminanten Sieg über den hoch eingeschätzten Stallgefährten Baltimore As errungen, musste zuvor im Hamburger Stuten-Standardrennen aber die Tücken einer 40-Meter-Zulage akzeptieren. Nach einer fulminanten Aufholjagd  durch die Außenspuren tauchte sie schon nach 800 Metern an der Spitze auf, ging dann aber in der Entscheidung völlig unter. Dennoch darf man der Stute und ihrem Steuermann zutrauen, dass sie es diesmal besser in den Griff bekommen. Ihre Bandgefährten Lady Maud (Roland Hülskath) und Anky Kievitshof (Rob de Vlieger) vermochten sich aus der gleichen Lage und im selben Rennen nicht einmal nach vor einzuschalten. Besser machte es Ariane Beemd (Robin Bakker), die sich als Dritte am besten schlug und somit auch hier weit vorn zu erwarten ist. Aus dem zweiten Band bringt  Action Transs R (Thomas Panschow) sehr gut Formen mit und ihr Fahrer hat dieses Rennen schon zweimal gewonnen, weiß also worauf es ankommt. Gleiches gilt für Gerd Biendl mit Miss Chablis. Da die Prüfung zudem mit Viererwette angeboten wird, dürften Wettfreunde kaum ein Pferd auf dem Tippzettel auslassen.

Zwischen den beiden Hauptprüfungen gibt es auch auf der Ebene des so genannten Alltagssports eine Reihe interessante Rennen. So könnte es im Derby-Pokal der Oldies (5. Rennen) zwischen „Altmeister“ Willi Rode (Beissinger) und Hendrik Grift (Crazy for you) zum spannenden Duell kommen und Edelbert Ohmer kann endlich beweisen, dass nicht nur der „junge Dachs“ Heinz Wewering mit seinem Starello gewinnen kann.

Zum immer wieder packenden Duell der seit Jahren besten Damen im Sattel kommt es im Derby-Pokal der Trabreiter. Fast immer wenn die Satteltraber unterwegs sind, steht die Frage: Marisa Bock oder Cathrin Nimczyk? Die im Championat mit zwei Zählern in Front legende Titelverteidigerin hat das Familienpferd Zico Buitenzorg zur Hand, während die Willicherin auf German Belini baut. Ganz allein auf der Welt sind beide Damen allerdings nicht, denn mit Beryl Boko und Yoran Frisia haben Silvia Raspe und Sarah Kube zwei starke Gegner unter dem Sattel. Zum Hahn im Korb könnte allerdings mit Nick Hollenberg, der einzige männliche Vertreter im Zwölferfeld werden. Er und sein Prazer Bocain waren in solchen Rennen stets  eine Einheit, die kaum zu schlagen war.

Nicht zuletzt verspricht der Derby-Pokal der Stuten (6. Rennen), die bisher nicht mehr als 4.000 Euro auf ihrem Konto haben, spannend zu werden. Die viermal in Serie siegreiche Première de Mai (Gerhard Biendl) könnte ihr Guthaben auf einen Schlag mehr als verdoppeln. Mit drei Siegen hat sich die Grendel-Stute Zora Island recht knackig ins Berufsleben eingeführt, hat zudem noch die weit besseren Zeiten aufs Parkett getrommelt. Auch hier dürfen aber Pferde wie Butterfly Boshoeve (Roland Hülskath) Alexia Boshoeve (Thomas Kooyman), Puntabianca (Thomas Panschow) und Bwino EMC (Patrick Ooijen), der zwei Siegformen aus Dinslaken mitbringt, nicht ungestraft übersehen werden.

Der Freitag kommt es zum Kampf der Großwetter aus ganz Deutschland. Im  „troto.de HighrolleTurnier“ geht es um einen Preispott von 15.000 Euro. Sieger und somit König der Wetter wird der, der mit einem Startkapital von 1.000 Euro im Verlauf des Renntages dem meisten Umsatz getätigt hat. Nicht nur für diese Umsatzkönige, sondern für jedermann wird der Tag mit einem bunten Barock-Feuerwerk abgeschlossen, das kurz vor Mitternacht gewissermaßen das Feuerwerk der Traber an den beiden folgenden Tagen der großen Entscheidungen einläutet.

Tipps:

1. Kalido – Unity Diamant – Jimmy Blue

2. Tout ou Rien – Commander Columbus – Bachelor’s Wish

3. Finale Internationale Derby-Meisterschaft der Amateure

4. Super Love Boy – Blue River – Miss Miki

5. Michigan Venus – Beissinger – Crazy for you

6. Zora Island – Premiere de Mai – Bwino EMC

7. Prazer Bocain – German Bellini – Beryl Boko

8. Georgies King – Prince As – Amazing Passion

9. On the road Rex – Russian Roulette – Tom for you

10. Fennica – Cotton Rich – Chatain

11. Ini Lou – Action Transs R – Ariane Beemd – Lindy’s Child MS

12. Alfons Migliore – Piton – Blumenmann

13. Captain Picard – Marischallo – Ole Bi